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Das jüdische Echo · 1930-06-13 · 24 (13.6.1930) · p. Seite 340

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
24 (13.6.1930)
Date
1930-06-13
Page
Seite 340 (sequence 15)
Language
German
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340 Das Jüdische Echo Nr. 24 Eisenmann (München) sollte mit etwas Energie auf den 2. Platz kommen, während Willner (N.) und Kalter (M.) um die letzten Plätze laufen. Der HGO-m-Lauf bringt Gidale witsch (München), Lehmann (Nürnberg), Geißenberger (Nürnberg) und Sonder (München) zusammen, die auch in dieser Reihenfolge das Ziel passieren dürften. Lehmann hat sich zwar sehr verbessert, doch die Zähigkeit, Ausdauer und Kampfroutine von Gidalewiiseh lassen auf seinen knappen Sieg tippen. Beim ßOOO-m- Lauf treffen sich S c h i n d 1 e r und H ö n i g s t e i n (München) und Lehmann und Ravitcz (Nürnberg). Diese Konkurrenz ist ziemlich offen. Kommt es doch Avie bei jedem Langlauf auf die Kondition des betreffenden Läufers an, in der er sich am Tage des Laufes befindet. Anders ist es beim Kugelstoßen und Speerwerfen. Man dürfte nicht fehl gehen, wenn man annimmt, daß K o r n h a u s e r in dieser Sparte dominieren Avird. Mit Abstand dürften beim Kugelstoßen Willner (Nürnberg), ScliAvabacher (München), Limmer (Nürnberg), beim Speerwerfen Schmalz (Nürnberg), Eisenmann (München) und’ Mayer (Nürnberg) folgen. Das Weitspringen dürfte eine Sache der Nürnberger Averden, die Bukofzer, Willner vorschicken, Avährend München durch; Spielmann und SchAvabacher vertreten sein Avird. Die Staffeln werden Avieder den Höhepunkt des Klubkampfes bilden. Die viermal 100-m-Staffel von Nürnberg ist mittelfränkischer und nordbayerischer Meister 1929 der Bu. C-Klassenvereine, die Münchener Staffette ist aus zähen Leuten zusammengestellt, so daß ein scliAveres Ringen entstehen wird, aus dem schließlich Nürnberg als knapper Sieger hervorgehen Avird. Ebenso ist es bei der Schwedenstaffell Wenn auch, wie anzunehmen, die Herremvettbewerbe einen kleinen Vorsprung den Nürnbergern bringen, so Avird die gute Münchener Jugend mindestens die Punktzahl gleichziehen. Mit Spielmann, Goldfarb, Kutten und Kinkel sind die Disziplinen bei den Jugendwettkämpfen glänzend besetzt. Bar-Kochbas Jugendmannschaft ist sogar eine von den A-Klassenvereinen gefürchtete und sollte auf der ganzen Linie einen Sieg über Nürnberg davon tragen. Nicht minder interessant Avird das Antreten der S e n i o r e n über dreißig Jahr e. Für Nürnberg starten Felix Sachs, dritter nordbayerischer Sieger im A.-H.-Dreikampf, dem erst kürzlich das silberne Sportabzeichen verliehen Avurde, Barueh und Limmer. Für den Münchener Verein gehen die alten Kämpen an den Start, Avelche gerade vor einem Jahrzehnt durch ihre guten Leistungen im ganzen Reiche Aufsehen erregten. Mil den Namen Orljansky, Rosenbaum, Mayerstein und Dr. Berger ist die Geschichte des Münchener Bar-Kochba aufs engste verknüpft. Leider zog sich Rosenbaum beim letzten Training einen Muskelriß und Bluterguß zu, an dem er noch leidet und ihn vom Einzelstart fernhält, es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß er in der dreimal 200-m-Staffel läuft. Besonders ist aber das Antreten von G e r s o n zu erAvähnen, bekanntlich Inhaber des goldenen Turn- und Sportabzeichens, der beim Weitspringen und Kugelstoßen teilnimmt. Die Wertung ist dergestalt, daß der Sieger fünf, der Zweite drei, der Dritte zwei und der Letzte einen Punkt erhält. Der siegende Verein erhält bis zum nächsten Wettkampf den von Herrn A. Missliborsky gestifteten Wanderpreis. Anschließend an den Leichtathletikkampf steigt das H a n d b a 11 av e t t s p i e 1 der 1. Mannschaf ten. Bekanntlich ist Nürnberg an sich die Hochburg des Ballsportes, das spielerische Niveau ist ein viel höheres als in den anderen Städten des Reiches. Es sei nur erAvähnt, daß die südbayerischen Spitzenvereine gegen die des nordbayerischen Kreises immer den Kürzeren zogen, ja sogar empfindliche Niederlagen nach Hause brachten. Auch die 1. Handballmaunschaft des Bar-Kochba Nürnberg gehört der dortigen Bezirksliga an und verfügt über sehr gutes Material. Der halbrechle Stürmer Max Bukofzer ist in Nordbayern als Strafwurfspezialist bekannt, der in der letzten Spielzeit 80 Prozent aller Tore warf. Die Mannschaft errang 1929 in ihrer Klasse die Meisterschaft und kämpft in München mit folgender Formation: Mair K. Le w i n L e h m a n n Prager Sommerhäuser H. LeAvin RaAvicz H.Bukofzer Bacharach M.Bukofzer Willner Die Münchener Mannschaft ist von großem Pech verfolgt. Karl Schuster, der Durchreißer der Münchener Mannschaft und der „Goalgetter“, ist schwer verletzt und Avird wahrscheinlich sehr lange pausieren müssen. Ebenso laboriert Josef Orljansky noch an einer Sehnenverletzung, auch Leo Fleischer ist durch eine Krankheit am Mitspielen verhindert. Daß durch das Fehlen einiger Leute der regulären Elf die Mannschaft gehandikapt sein wird, ist selbstverständlich. Die Münchener verfügen aber über reichhaltiges Ersatzmaterial, daher dürfte der Kampf doch ziemlich lebhaft werden. Vor drei Jahren konnten die Nürnberger nach Verlängerung mit 5:4 Toren über die Münchener einen Sieg eringen, vor ZAvei Jahren verlor München 4:2. Die Münchener brauchen aber, obwohl ersatzgeschwächt, nicht aussichtslos in den Kampf gehen, vielmehr sollte man annehmen, daß sie alles daransetzen, um den von Herrn Wetzlar für das Wettspiel gestifteten Silberpokal diesmal in München zu behalten. Sollte Orljansky bis Sonntag geheilt sein, tritt München wahrscheinlich an, mit Kornhauser Jos. Orljansky Spielmann Renka Schneuer Jericho Eisenmann Eisen Dr. Berger Goldstern Gröbel München. In der Sitzung von Gemeindevertretung und Gemeindevorstand vom Mittwoch, 11. Juni, wurde das Ansuchen der vereinigten ostjüdischen Bethausvereine Linath Hazedek und Agudath Achim um Bürgschaftsübernahme und Gewährung eines Zuschusses von 30 000 RM. zum Umbau der Synagoge Reichenbachstraße 27 nach den Plänen des Architekten Meyerstein im positivem Sinne einstimmig erledigt, so daß mit den Bauarbeiten alsbald begonnen werden dürfte. Näherer Bericht folgt. Jüdische Kunstausstellung in München. Der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden veranstaltet gemeinsam mit der Israelitischen Kultusgemeinde München anläßlich seines zehnjährigen Bestehens gelegentlich der diesjährigen Tagung am 29. und 30. Juni in München eine „Ausstellung jüdischer Kultgeräte und Einrichtungen für Synagoge und Haus“. Die Ausstellung, die von einer Reihe bayerischer Gemeinden und zahlreichen Privatpersonen beschickt werden wird, soll das Interesse weiterer Kreise auf ein Kunstgebiet lenken, das bisher in Bayern noch wenig Beachtung gefunden hat, obwohl es viel des Interessanten bietet und in seiner Art geeignet ist, die Beteiligung der Juden am allgemeinen künstlerischen Leben auch in früheren Zeiten darzutun. Der jüdische Kultus, der in besonderer Weise die Mitwirkung des einzelnen am religiösen Leben der Gesamtheit bedingt, bietet trotz der Einfachheit seiner meist schmucklos gehaltenen Beträume doch mannigfache Gelegenheit

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