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Das jüdische Echo · 1930-06-13 · 24 (13.6.1930) · p. Seite 335

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
24 (13.6.1930)
Date
1930-06-13
Page
Seite 335 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 24 Das Jüdische Echo 335 in Betracht, mit denen dlie Mandatarmacht zu kämpfen hat. Genf, 9. Juni. (JTA.) Über die Verhandlungen der Mandatskommission des Völkerbundes am 6. Juni wird das folgende offizielle Communiques herausgegeben: Die Mandatskommission befaßte sich in Anwesenheit des britischen Unterstaatssekretärs für die Kolonien Dr. Drummond Shiels. dem der Generalsekretär des Oberkommissariats in Palästina Luke und die Beamten des Kolonialamts Lloyd und Clauson assistierten, mit der Prüfung der unmittelbaren und ferneren Ursachen der Unruhen in Palästina im August 1929. Sie befaßte sich insbesondere mit der Frage der jüdischen Einwanderung und der Zuteilung von Böden an jüdische Kolonisten. Dr. Drummond Shiels gab der Kommission Erklärungen zu diesen beiden Problemen, mit denen sich die Shaw-Kommission während ihrer Untersuchung in Palästina beschäftigte, und bemerkte, daß die Politik, die die britische Regierung seit 1922 verfolgt hat und die sie weiter verfolgen will, darin besteht, die wirtschaftliche Absorptionsfähigkeit des Landes bei der Zulassung der Einwanderer zu berücksichtigen. Als die Kommission Dr. Shiels ersuchte, Aufklärung zu geben über die Ursachen der von Jahr zu Jahr in der Angelegenheit der Einwanderung feststellbaren Variationen, fü^te Dr. Shiels hinzu, daß man die Gründe für diese Variationen in deu jeweiligen Umständen und den Verhältnissen des Landes suchen müsse. Man werde in Zukunft fortfahren, das jüdische Nationalheim zur Entwicklung zu bringen und wird dabei alles tun, um ein Ergebnis zu erreichen, welches sich auf die Basis des Berichtes von Sir John Simpson, in Übereinstimmung mit dem Mandat, gründet. Über die Verhandlungen der Mandatskommission am 7. Juni wird offiziell mitgeteilt: Nachdem die Mandatskommission die Ereignisse untersucht hat, deren Schauplatz Palästina vom September 1928 bis August 1929 gewesen ist, und nachdem sie die unmittelbaren Ursachen dieser Ereignisse, die Verantwortungen und die tieferen Ursachen der Bewegung erwogen hat, ging sie heute an die Prüfung der von der Mandatsregierung zur Verhütung einer Wiederkehr ähnlicher Unruhen ergriffenen Maßnahmen heran. Bei dieser Gelegenheit erklärte der beglaubigte Vertreter der Mandatarmacht, Dr. T. Drummond Shiels, daß seit September 1929 die englischen Polizeikräfte um 400 Mann (100 im September, 100 im Oktober 1929, 200 im Januar 1930) vermehrt worden sind und heute die Zahl 650 erreichen. Er fügte hinzu, daß auf Grund des provisorischen Berichtes des Polizeiinspektors H. L. Dowbiggin, der auf Ersuchen der britischen Regierung Üntersuchungen an Ort und Stelle angestellt hat, die Regierung beschlossen hat, den Bestand der Polizei noch zu erhöhen und alle Dispositionen zu treffen, um die Schnelligkeit des Deplacements zu steigern. Im übrigen bleiben die im September 1929 nach Palästina geschickten beiden Bataillone weiter im Lande. Sobald der endgültige Bericht des Inspektors Dowbiggin vorliegen wird, wird die britische Regierung alle jene anderen Maßnahmen, ergreifen, die zur Sicherung der Ordnung als notwendig erachtet werden. Herr Luke gab auf Ersuchen der Kommission ergänzende Mitteilungen über die Organisation der palästinensischen Polizei, deren Bestand, ebenso wie der der britischen Polizei, gemäß den Empfehlungen im provisorischen Bericht des Inspektors Dowbiggin erhöht werden wird. Eine große Rede Dr. Drummond Shiels Genf, 10. Juni. (JTA.) Über die heutigen Verhandlungen der Mandatskommission wird offiziell miitgeteilt: Nachdem die Permanente Mandatskommission die von der britischen Regierung ergriffenen Maßnahmen zur Verhütung einer Wiederkehr von Ereignissen, ähnlich denen vom August und September 1929 untersucht hat, befaßte sie sich mit der Politik, die die Mandatarmacht in Zukunft zu befolgen beabsichtigt, um dem Mandat für Palästina Wirkung zu verleihen; ebenso befaßte sich die Kommission mit den von der Mandatarmacht zur Verwirklichung dieser Politik ins Auge gefaßten Maßnahmen. Der beglaubigte Vertreter der Mandatarmacht Dr. T. Drummond Shiels legte in einem Expose die von der Mandatarmacht zu befolgende Politik dar. Er erklärte, daß die britische Regierung das Mandat voll durchführen wird. Die Politik wird keine Änderung erfahren. Es sind nur Maßnahmen ergriffen worden oder es werden solche ergriffen werden, um diese Politik wirksamer zu gestalten. Die militärischen und die polizeilichen Kontingente bieten jetzt größere Sicherheit. Die Verstöße einer gewissen Presse und die aufrührerische Propaganda werden in Zukunft einer strengen Kontrolle begegnen. Man habe, sagte Dr. Shiels, oft behauptet, daß die Verpflichtungen der britischen Regierung positiv, während diejenigen gegen die Araber negativ seien. Die britische Regierung hält diese Art Einwendungen für gefährlich und ist der Ansicht, daß es im wahren Interesse des jüdischen Nationalheims gelegen ist, daß der nichtjüdische Teil der Bevölkerung das Gefühl hat, daß die Mandatarmacht auch um sein Wohl besorgt ist. Der Enderfolg wird keineswegs von der Haltung der Regierung abhängen, sondern von dem Willen der beiden Bevölkerungselemente zur Zusammenarbeit. Die arabischen Führer müssen so handeln, daß Ereignisse wie die vom letzten August nie wiederkehren. Die britische Regierung ist.vernünftigen Argumenten zugänglich, sie hat aber kein Verständnis für Taten, die mit der Zivilisation unvereinbar find. Anderseits müßten die jüdischen Führer verstehen, daß man demjenigen, der feierliche Verpflichtungen übernommen hat, mehr Kredit geben soll. Die Juden der Welt sollten auch wissen, daß die Mandatarmacht die Errichtung eines jüdischen Heimes in Palästina, nicht aber eines jüdischen Staates übernommen hat. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß Anlaß besteht, hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen. Dr. Weizmanns Gespräche in Genf mit dem Generalsekretär des Völkerbundes und Mitgliedern der Mandatskommission Genf, 5. Juni. (JTA.) Der Präsident der Jewish Agency, Dr. Chaim Weizmann, der einige Tage in Genf, im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Tagung der Mandatskommission des Völkerbundes, geweilt hat, teilte dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur in einem Interview u. a. mit: Ich bin in Genf mit einigen führenden Mitgliedern der Mandatskommission zusammengekommen und hatte auch eine längere Unterhaltung mit dem Generalsekretär des Völkerbundes. Ich schilderte den Herren die Lage, die sich im Zusammenhang mit den Ereignissen der letzten Monate, die in der Zurückziehung der Einwanderungszertifikate für Chaluzim gipfelten, herausgebildet hat. Ich versuchte, ihnen klar zu machen, daß das jüdische Volk die Zurückziehung der Zertifikate als einen tatsächlichen Bruch des Mandats auffaßt und die

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