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Das jüdische Echo · 1930-05-30 · 22 (30.5.1930) · p. Seite 307

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
22 (30.5.1930)
Date
1930-05-30
Page
Seite 307 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 22 Das Jüdische Echo 307 Einberufung des Zionistenkongresses wahrscheinlich Ordentlicher oder außerordentlicher Kongreß London, 24. Mai. (JTA.) Der Rat der englischen Zionistischen Föderation hielt soeben eine Sitzung ab, in der die Frage auf der Tagesordnung stand, ob die baldige Einberufung des Zionistenkongresses zu fordern sei. Mit 14 gegen 6 Stimmen wurde beschlossen, die Zionistische Weltexekutive zu ersuchen, für einen Höchstmöglichen Zeitpunkt einen ordentlichen Kongreß der Zionistischen Weltorganisation einzuberufen und die ordentlichen Delegiertenwahlen auszuschreiben. Die Minderheit, die gegen diese Entschließung stimmte, war ebenfalls für die Einberufung des Kongresses, aber eines außerordentlichen Kongresses ohne vorangehende Delegiertenwahlen. (Zu einem außerordentlichen Kongreß treten einfach die Delegierten des letzten Zionistenkongresses zusammen, ohne daß Neuwahlen von Delegierten durch die Schekelzahler vorangehen.) Wie in London verlautet, steht die Zionistische Weltexekutive der Frage der baldigen Einberufung des Zionistenkongresses günstig gegenüber; sie erwägt jetzt die Frage und die Formalitäten der Einberufung. Der Streik in Palästina Jerusalem, 22. Mai. (JTA.) Die vom Waad Leumi ausgegebene Streikparole lautete bekanntlich für die Zeit von 12 Uhr mittags bis zum Abend des 22. Mai. Pünktlich 12 Uhr mittags wurde in allen Büros und auf allen Arbeitsstätten •die Arbeit niedergelegt und die Läden wurden geschlossen. Auch die auf jüdischen Grundstücken beschäftigten arabischen Arbeiter und Angestellten legten die Arbeit nieder. Bald waren die Straßen Jerusalems gedrängt voll von den in ihre Heime sich begebenden Massen der Juden und Araber. In den Straßen waren verstärkte britische Polizeiposten aufgestellt, auch wurden die öffentlichen Gebäude von Polizisten bewacht. Über die Stadt kreisten mehrere Aeroplane. Die Agudisten, die anfangs die Parole ausgegeben hatten, der Streikproklamation des Waad Leumi nicht Folge zu leisten, haben am Tage des Streiks beschlossen, ihre Anhänger aufzufordern, sich dem Generalstreik anzuschließen. Über den Aufrufen, nicht zu streiken, wurden rasch neue Aufrufe geklebt, in denen die gesetzestreue Judenheit aufgefordert wird, von 12 Uhr mittags bis abends zu feiern. Stimmen der hebräischen Presse Palästinas Jerusalem, 20. Mai. (JTA.) Die hebräische Tageszeitung „Haarez“ schreibt zur Suspendierung der Chaluz-Alijah: Es gibt eine Grenze für unsere Loyalität und Geduld. Die gesamte jüdische Welt wird die Verordnung zur Einstellung der Chaluzeinwanderung als eine Kriegserklärung aufnehmen. Die Verordnung greift das Fundament unserer nationalen Struktur an, verletzt die Seele des Zionismus und will unsere ganze Existenz und unsere Zukunft untergraben. Die hebräische Arbeitertageszeitung „Dawar“ schreibt: Die Balfourdeklaration, die Beschlüsse von Versailles und San Remo, alle Deklarationen der britischen Regierung und der britischen Arbeiterpartei, die Reden Ramsay Mac Donalds und sein letztes Statement im Parlament, all das wird zu einer einzigen Lüge, wenn es keine jüdische Baden und Schwimmen Bekleidung Sporthaus lill E1% Katalog kostenlos! München, RosenslraDe 6 Einwanderung gibt. Was war der Grund, daß die Arbeiterpartei die Einwanderung von Arbeitern nach Palästina stoppt zu einer Zeit, in der Arbeiter im Lande gebraucht werden. Es gibt keinerlei Rechtfertigung für diese Maßnahme. Die Regierung der Arbeiterpartei handelte einzig und allein unter dem Druck von gegen sie gerichteten Drohungen. Von jetzt ab wird jede arabische Notabel die Fortführung der Einschüchterungspolitik fordern, die sich als so erfolgreich erwies. In einem zweiten Artikel fragt „Dawar“: Ihr Herrscher über dem mächtigen britischen Reich, in welchem die Sonne nicht untergeht, was plant ihr? Plant ihr, das Henkerbeil an die schöpferische Wurzel des kleinen, machtlosen, leidenden, unter alle Völker verstreuten jüdischen Volkes zu setzen? Die revisionistische Tageszeitung „Doar Hayom“ schreibt: Unsere Forderung ist: bedingungslose und uneingeschränkte Einwanderung. Unser Rechtsanspruch in Palästina ist unabhängig von der Meinung irgendeines Simpson. Die Chaluzim aus Kischinew, Warschau, Wien, Lemberg oder anderswo interessieren die Resultate der Studien von Simpson nicht. Wenn die zionistischen Führer noch einen Rest von Gewissen haben, müssen sie demonstrativ zurücktreten und einen außerordentlichen Zionistenkongreß einberufen, der über die fundamentale Frage der Beziehungen zwischen dem jüdischen Volke und Großbritannien zu entscheiden haben wird. Kisch, Ruppin und Ben Zwi halten Besprechungen mit Sir John Simpson ab Jerusalem, 24. Mai. (JTA.) Colonel F. H. Kisch von der Exekutive der Jewish Agency in Jerusalem hatte am Freitag, dem 23. Mai, eine Besprechung mit Sir John Hope Simpson, der vor wenigen Tagen in Palästina eingetroffen ist, um im Aufträge der britischen Regierung die Fragen der Einwanderung und des Bodens zu studieren und hierüber Bericht zu erstatten. Später traf Sir John Hope Simpson mit dem Mitglied der Exekutive, Dr. Arthur Ruppin, zusammen. Wie es heißt, begünstigt Dr. Ruppin ein Arrangement, wonach bei Bodenverkäufen jedem Fellachen, der früher den betreffenden Boden bearbeitete, 50 Dunam Boden belassen werden. Sir John Hope Simpson hatte auch eine Zusammenkunft mit dem Führer der jüdischen Arbeiterschaft, Ben Zwi, der ihm die Ansichten der palästinensischen Arbeiterkonföderation (Histadruth) betreffend die Fragen des Bodens und der Einwanderung auseinandersetzte.

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