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Das jüdische Echo · 1930-05-16 · 20 (16.5.1930) · p. Seite 283

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
20 (16.5.1930)
Date
1930-05-16
Page
Seite 283 (sequence 12)
Language
German
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Nr. 20 Das Jüdische Echo 283 der deutschen Republik wegen dieser Staatsform zum Ausdruck bringen wollen. Er hat also die Verfassung des Deutschen Reiches als solche, mithin auch die in ihr enthaltenen Einrichtungen und Vorschriften angreifen wollen, in denen sich der republikanische Gedanke verkörpert. Die erörterte Absicht des Beschwerdeführers hat die Strafkammer daraus gefolgert, daß nach seinen Anschauungen und nach denen der Kreise, an die sich der „Frankfurter Beobachter“ wendet, in dem Worte „Jude“ alles das zusammengefaßt ist. was man an schlechten und verächtlichen Eigentümlichkeiten dem Juden glaubt vorwerfen zu können.“ Die Klagemauerkommission des Völkerbundes wird im Verlauf der Ratstagung ernannt werden Genf, 12. Mai. (JTA.) Wie der Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur erfährt, wird die britische Regierung dem Völkerbundsrate im Verlauf der gegenwärtigen Session die Namen der Mitglieder der Völkerbundskommission zur Festlegung der arabischen und der jüdischen Rechte an der Klagemauer in Jerusalem unterbreiten. Bekanntlich hat die britische Regierung vom Völkerbund den Auftrag erhalten, drei Persönlichkeiten als Mitglieder der Klagemauerkommission vorzuschlagen, von denen keiner Engländer sein soll. Der 70- Geburtstag Theodor Herzls •— Ungeheure Massen von Juden pilgern zum Herzlgrab Wien, 6. Mai. (JTA.) Aus Anlaß des 70. Geburtstages Theodor Herzls, des verstorbenen Schöpfers der modernen zionistischen Bewegung und Begründers der Zionistischen Weltorganisation, pilgerten am Sonntag, dem 4. Mai, ungeheure Massen von Juden zum Herzlgrab auf dem Döblinger Friedhof zu Wien. Aus dem gleichen Anlaß fanden in mehreren großen Sälen Wiens Massenkundgebungen zur Ehrung des Andenkens Herzls statt. Alle diese Säle waren überfüllt. Hauptredner waren der Präsident des Aktions-Komitees der Zionistischen Weltorganisation, Leo Motzkin. und der bekannte Schriftsteller Heinrich York-Steiner, der zum engsten Freundeskreis Herzls gehörte. Die Ausführungen York-Steiners, der persönliche Erinnerungen an Theodor Herzl gab und die Wirkung der großen Persönlichkeit Herzls auf alle, die mit ihm in Berührung kamen, schilderte, machten tiefen Eindruck auf die Massenzuhörerschaft. Mehr als doppelt so viele Sterbefälle als Geburten unter den Juden Wiens Wien, 1. Mai. (JTA.) Der statistische Ausweis des Matrikelamtes der Kultusgemeinde für die Monate Januar, Februar und März 1930 weist folgende Daten auf: Zahl der Trauungen 319; Scheidungen 91; Geburten 152 männlich, 143 weiblich, zusammen 295; Sterbefälle 735; Austritte aus dem Judentum 206; Eintritte in das Judentum 95. Der Antisemitenführer Cuza wieder Mitglied des rumänischen Parlaments Schwere antijüdische Ausschreitungen Bukarest, 10. Mai. (JTA.) Bei den Ergänzungswahlen in die rumänische Kammer wurde der Führer der rumänischen Antisemiten, Professor Cuza, der bei den Hauptwahlen unterlegen war, in Roman mit 15 424 Stimmen wieder in das Parlament gewählt. Der Regierungskandidat blieb mit 8921 Stimmen in der Minderheit. Die erste Folge der Wahl des Antisemitenführers Professor Cuza in das rumänische Parlament bei der Ergänzungswahl in Roman waren schwere antisemitische Ausschreitungen gegen Juden in einer Reihe von rumänischen Städten. Jiddische Kulturfrage in Rußland Lateinisches Alphabet für Jiddisch M o s k a u , 4. Mai. (JTA.) In der in diesen Tagen stattgefundenen Konferenz der jiddischen Kulturarbeiter für die gesamte Ukraine machte Kamenstein den Vorschlag, das lateinische Alphabet an Stelle des hebräischen für die jiddische Sprache einzuführen. Die Konferenz stimmte diesem Vorschlag zu und faßte eine Resolution, in der die zentrale orthographische Kommission aufgefordert wird, diesen Beschluß durchzuführen. Die jiddische Presse wird aufgefordert, die Frage der Einführung des lateinischen Alphabets zur öffentlichen Diskussion zu stellen. Gemäß einem Beschlüsse des ukrainischen Metallistenvereins begab sich eine Gruppe jiddischer Schriftsteller in die Zentren der Metallindustrie der Ukraine, um die breiten Massen der Metallarbeiter über die jiddische Literatur in der Sowjetunion aufzuklären. Die Charkower Zeitung „Stern“ teilt mit, daß die Sowjetschulen mit jiddischer Unterrichtssprache in der Ukraine von 90 000 jüdischen Kindern, das sind 52 Prozent aller jüdischen Kinder im schulpflichtigen Alter, besucht werden. Außer einem großen Netz von Elementar- und Mittelschulen mit jiddischer Unterrichtssprache gibt es auch mehrere jiddische pädagogische Hochschulen in allen Teilen der Sowjetunion. Ein wichtiges Gebiet bilden die technischen Fachschulen mit jiddischer Unterrichtssprache, von denen es allein in der Ukraine etwa hundert gibt. Der Artikel schließt mit der Bemerkung, daß das jiddische Bildungssystem in Sowjetrußland eine große Zukunft hat. Abnahme der Bevölkerung von Ost-Neuyork Neuyork, 1. Mai. (JTA.) Der Zensuskontrolleur Edward F. Corsi hat festgestellt, daß die Bevölkerung von Neuyork East Side, das früher hauptsächlich von Juden bewohnt und der dichtest bewohnte Neuyorker Distrikt war, nunmehr im Abnehmen begriffen sei, da die Bevölkerung dieses Distrikts nach Bronx, Brooklyn und Queens zieht. Insbesondere vermindert sich hier das jüdische Element, während das latein-amerikanische, hauptsächlich Leute aus Porto Rico, im Zunehmen begriffen ist. Jüdische Klagen gegen die Agrarkommission der Palästinaregierung Jerusalem. 12. Mai. (JTA.) Die von der Palästinaregierung eingesetzte Kommission „für Verbesserung der Lage der Ackerbautreibenden in Palästina“ hat ihre Arbeit bereits nahezu vollendet. Die hebräische Presse beschwert sich darüber, daß die Kommision zwar sehr viele arabische Dörfer besichtigt, aber keine einzige jüdische Siedlungsstätte bisher besucht hat. Die Gesamtentschädigung an die Juden Palästinas Jerusalem, 7. Mai. (JTA.) Die Entschädigungen, die an Juden Palästinas im Zusammenhang mit den Augustunruhen gezahlt wurden, betragen insgesamt eine Summe von 89 700 Pfund. Verurteilungen wegen Kommunismus in Palästina Jerusalem, 11. Mai. (JTA.) Die Tel-Awiwer jüdischen Mädchen Lea Fisch und Chawa Halpern wurden wegen Teilnahme an der kommunistischen 1.-Mai-Kundgebung zu sechs Monaten Gefängnis

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