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Das jüdische Echo · 1930-05-16 · 20 (16.5.1930) · p. Seite 282

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
20 (16.5.1930)
Date
1930-05-16
Page
Seite 282 (sequence 8)
Language
German
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282 Das Jüdische Echo Nr. 20 zweite Memorandum geht den Mitgliedern des britischen Parlaments und der Ständigen Mandatskommission beim Völkerbund zu. Sir Ernest Dowson Assistent Simpsons Jerusalem, 12. Mai. (JTA.) „Felestin“ meldet, daß Sir Ernest Dowson in Palästina eingetroffen ist. Er ist durch Ernennungsorder des Kolonialamtes zum Assistenten des Spezialkommissars Sir John Hope Simpson bestellt worden. Sir Ernest Dowson weilte bereits vor einigen Jahren in amtlicher Eigenschaft in Palästina und bearbeitete die Pläne für die Bodenvermessung, die jetzt als Grundlage für die Tätigkeit des Bodendepartements der Regierung dienen soll. „Felestin“ gibt seiner Freude über die Ernennung Dowsons zum Assistenten Simpsons Ausdruck und äußert sich befriedigt darüber, daß die Landwirtschaftskommission der Regierung mit Simpson und Dowson Zusammenarbeiten wird. Die jüdische Presse Palästinas über die Bedeutung der Ernennung Sir John Simpsons zum Sonderkemmissar für Palästina — Pessimistische Betrachtungen Jerusalem. 6. Mai. (JTA.) Die hebräische Presse Palästinas äußert sich pessimistisch über die Ernennung von Sir John Hope Simpson zum Souderkommissar für Palästina mit dem Aufträge, der englischen Regierung über Fragen der Landansiedlung, Einwanderung und allgemeinen Entwicklung des Landes Bericht zu erstatten. Der revisionistische „Doar Hayom“ schreibt: Es will scheinen, daß Großbritannien sich zu einem entscheidenden Angriff gegen die Rückkehr der Juden in ihr Land rüstet. Sir John Simpsons Ernennung hat offenbar den Zweck, die Empfehlungen der Shaw-Kommission zu verwirklichen. Die hebräische Tageszeitung „Haarez“ führt aus: Wir hatten gehofft, daß Großbritannien das uns seitens der Untersuchungskommission angetane Unrecht gutmachen werde, indem es eine Kommission politischer Führer nach Palästina entsenden werde, wie dies Lord Balfour, Lloyd George und General Smuts gefordert haben. Wir hatten gehofft, daß Herr Ramsey MacDonald zumindest eine Persönlichkeit nach Palästina entsenden werde, die fähig ist, ein hohes menschliches Ideal, wie der Zionismus es darstellt, zu erfassen und das jüdische Aufbauwerk ohne Vorurteil und nicht durch das enge Fernrohr eines Kolonialbeamten zu sehen: einen Mann, der fähig wäre, alle Mängel und Fehler der Palästinaadministration zu sehen und Vorschläge zu machen, wie solche Fehler in der Zukunft zu vermeiden sind und wie Englands Ehrenwort, das in dem Mandat verankert ist, am besten gehalten werden kann. Statt dessen wird ein Kolonialbeamter, der früher im indischen Zivildienst gestanden hat, mit der Aufgabe betraut, über Fragen zu berichten, über die die Shaw-Kommision Vorschläge gemacht hat. Aus der jüdischen Welt Rechtsanwalt Baerwald (Frankfurt) Mitglied des ICA-Council Berlin. 8. Mai. (JTA.) Herr Dr. James Simon ist mit Rücksicht auf sein Alter aus dem Verwallungsrat der Jewish Colonisation Association (JCA), dem er als gewähltes Mitglied jahrzehntelang angehört hat, ausgetreten. An seine Stelle ist als gewähltes Mitglied Herr Justizrat Dr. Blau getreten, der seit Jahrzehnten die Frankfurter Gemeinde in diesem Gremium vertritt. Als seinen Nachfolger hat die Frankfurter Gemeinde, wie die ..Jüdisch-liberale Zeitung“ meldet, Herrn Rechtsanwalt Dr. Eduard Baerwald gewählt. Die deutsche Delegation im JCA-Council besteht demnach aus den Herren: Justizrat Dr. Blau (Frankfurt a.M.). Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee als Vertreter der Berliner Gemeinde und Rechtsanwalt Dr. Eduard Baerwald als Vertreter der Frankfurter Gemeinde. Die Deutsche Akademie plant eine wissenschaftliche Erforschung des Jiddischen Berlin, 7. Mai .(JTA.) Wie die Jüdische Telcgraphen-Agentur erfährt, besteht in den Kreisen der Akademie zur wissenschaftlichen Erforschung und zur Pflege des Deutschtums ein starkes Interesse für eine wissenschaftliche Erforschung der jiddischen Sprache, Literatur und Folklore im Rah- * men der Arbeiten der Akademie. Der Plan, ein Institut für Nebensprachen zu errichten und hierbei der Erforschung des Jiddischen einen besonderen Platz einzuräumen, hat bereits greifbare Gestalt angenommen. Es gilt dabei, noch manche Voreingenommenheiten und auch finanzielle Schwierigkeiten zu überwinden. Der Deutsche Sprachverein hat sich grundsätzlich bereit erklärt, die Errichtung eines Nebenspracheninstituts gemeinschaftlich mit der Deutschen Akademie in Angriff zu nehmen. Aber bis es zur Errichtung eines solchen Instituts kommt, wird daran gedacht, an die Erforschung des Jiddischen heranzugehen. Stätte dieser Forschungsarbeit soll die Universität Frankfurt sein, vielleicht das Niederländische Institut dieser Universität, dem eine wissenschaftliche Stelle für deutsche Nebensprachen angegliedert werden soll. Eine besondere Zeitschrift soll diesem Üf Werke dienen, auch soll die notwendige Handbibliothek beschafft werden. Jüdische Erziehungsberatung in Frankfurt Frankfurt a. M. (JTA.) Von der Organisation der jüdischen Lehrer in Frankfurt a. M. wird mitgeteilt: Es besteht bereits eine Anzahl Erziehungsberatungsstellen, teils auf interkonfessioneller, teils auf sozialistischer Grundlage; da man vielfach der Ansicht war, daß die gemeinsame Weltanschauung von vornherein eine pädagogisch wichtige Atmosphäre schafft, zumal, da auch vom psychologisch ärztlichen Standpunkte gesehen, eine größere Gewähr des Erfolges gegeben sein soll, hat die Organisation der jüdischen Lehrer in Frankfurt a. M. eine jüdische Erziehungsberatungsstelle ins Leben gerufen. Hier sollen Eltern, Lehrer, Arzt j und Psychologe gemeinsam an der Beseitigung von Erziehungsschwierigkeiten arbeiten. Die Tätigkeit dieser Stelle wird Anfang Mai in von der Israelitischen Gemeinde zur Verfügung gestellten Räumen aufgenommen. Es besteht noch eine Psychologisch-pädagogische Arbeitsgemeinschaft der Lehrerschaft. „Judenrepublik“ doch ein Schimpfwort Berlin, 8. Mai. (JTA.) Das Reichsgericht hat in einer jetzt in der „Juristischen Wochenschrift“ vom 19. April veröffentlichten Entscheidung vom 15. November 1929 zum Ausdruck gebracht, daß die Bezeichnung des heutigen Staates mit ’ dem Worte „Judenrepublik“ eine Beschimpfung im Sinne des Republikschutzgesetzes darstellt. Das Reichsgericht führt zur Begründung seiner neuen Auffassung folgendes aus: „Nach der tatsächlichen Annahme der Strafkammer hat der Beschwerdeführer mit der Bezeichnung als „Judenrepublik“ ein Schimpfwort gebrauchen und damit seine Verachtung gegenüber

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