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Das jüdische Echo · 1930-05-09 · 19 (9.5.1930) · p. Seite 268

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
19 (9.5.1930)
Date
1930-05-09
Page
Seite 268 (sequence 8)
Language
German
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268 Das Jüdische Echo Nr 19 Mitgefühl der gesamten amerikanischen Judenheit zu. Die Beerdigung fand am Montag, dem 5. Mai, vom Tempel Emanuel aus unter ungeheurer Beteiligung von Juden und Nichtjuden statt. Antisemitismus in Mexiko und in Kanada Mexiko City, 1. Mai. (JTA.) Seit einiger Zeit betreibt ein großer Teil der mexikanischen Presse eine scharfe antisemitische Propaganda. Im ganzen Lande werden antisemitische Broschüren in großer Zahl verbreitet, die zum wirtschaftlichen Boykott der Juden auffordern. Es ist noch nicht ganz klar, von welcher Seite die Kampagne gestützt wird. Montreal, 1. Mai. (JTA.) Die in Quebec erscheinende französische Tageszeitung „Le Goglu“ betreibt seit einiger Zeit eine rücksichtslose antisemitische Propaganda, die sich u. a. auch gegen den Premier der Provinz Quebec, L. A. Taschereau, richtet. Auf eine Anfrage des JTA-Vertreters erklärte Taschereau, für die Juden bestehe kein Grund zur Befürchtung, daß die antisemitische Propaganda ernste Konsequenzen mit sich bringen wird; es handle sich hier vielmehr um eine politische Aktion, für die der Antisemitismus als Werkzeug dienen soll. Der Verlauf des 1. Mai in Palästina Jerusalem, 2. Mai. (JTA.) Am 1. Mai war die gesamte Polizeimacht des Landes zur Aufrechterhaltung der Ordnung an diesem Arbeiterfeiertag mobilisiert. In Jerusalem waren alle Straßen von Polizei abpatrouilliert. Der Distriktsgouverneur von Jerusalem, Major Keith-Roach, veröffentlichte eine Kundgebung, nach der alle Kundgebungen und von der Behörde nicht genehmigte Versammlungen, ebenso das Absingen von Liedern, die geeignet sind, den Frieden zu stören, verboten sind und unter Strafe stehen. In Tel-Awiw haben die Arbeiterinstitutionen rote Fahnen mit Inschriften gehißt. Die Arbeiterparteien aller Richtungen verbreiteten Proklamationen in großer Zahl. Am rührigsten war die kleine Gruppe der Kommunisten. In Tel-Awiw sind etwa dreißig Kommunisten von der Polizei verhaftet worden. Die Belegschaften der hebräischen Tageszeitungen „Dawar“ und „Haarez“ feierten, so daß diese Zeitungen nicht erscheinen konnten. Der Jude Abraham Brainowski aus Jerusalem wurde in Haifa, als er den Zug verließ, verhaftet und zu sechs Monaten Gefängnis mit nachfolgender Landesverweisung verurteilt, weil bei ihm ein Koffer mit kommunistischen Maiproklamationen gefunden wurde. Die jüdische Frau Malka Rotstein, bei der bei ihrem Eintreffen aus Polen in Haifa ein Revolver und 35 Kugeln gefunden wurden, wurde zu einer Geldstrafe von zehn Pfund verurteilt. Die für den 1. Mai angesagte Versammlung der Poale Zion, in der auch arabische Redner sprechen sollten, wurde im letzten Augenblick verboten. Die Reorganisation der palästinensischen Polizei Jerusalem, 2. Mai. (JTA.) Der Polizeikommandant von Ceylon, Dowbiggin, der einige Monate in Palästina geweilt und einen Entwurf für Reorganisation der Palästinapolizei ausgearbeitet hat, empfiehlt, wie mitgeteilt wird, in seinem Entwurf die Abschaffung der Munizipalpolizei, die Errichtung von Polizeistationen der allgemeinen Landespolizei in allen Orten und die Verstärkung des britischen Elementes innerhalb der Polizei. Die neue Polizeikraft in Tel-Awiw wird sich laut dem Entwurf Dowbiggins aus zwanzig britischen Polizeibeamten und einer Anzahl von Polizisten aus dem Orte zusammensetzen und einem britischen Polizeiinspektor unterstellt sein. Nach diesem Entwurf wird die Tel-Awiwer Polizeieinheit in ihrer bisherigen Form mit ihrer ausschließlich jüdischen Zusammensetzung, ihrer besonderen Uniform und der von der Vel-Awiwer Stadtverwaltung geleisteten höheren Entlohnung, ebenso die besonderen Polizeieinheiten in den jüdischen Kolonien, zu existieren aufhören. (Wenn Dowbiggin keine besseren Vorschläge zu machen hat, so dürfte er nur das Gegenteil dessen erreichen, was ihm aufgetragen wurde; man wird hoffentlich noch Mittel und Wege finden, um diese „Reform“ aufzuhalten.) Jerusalem, 30. April. (JTA.) Die hebräische Presse veröffentlicht Klagen von Juden in Tiberias über Mangel an Sicherheit für die Juden in dieser Stadt. Obwohl die Juden drei Viertel der Gesamtbevölkerung ausmachen, besteht die Polizei in Tiberias aus achtzehn Moslemiten, 13 Christen und nur sechs Juden. Sieg jüdischer über britische Sportler in Palästina Jerusalem, 5. Mai. (JTA.) Die Fußballmannschaft des Makkabi in Palästina siegte über eine ausgewählte britische Mannschaft mit 2:1 und errang damit den Palästina-Fußballpokal für 1930. Ein jüdisch-arabischer Konflikt in Kalandia Jerusalem, 1. Mai. (JTA.) Der jüdischen Kolonie Kalandie benachbarte Araber trieben ihr Vieh zur Weide auf die Felder der Kalandia-Kolonisten. Als die Kolonisten versuchten, das Vieh aus ihren Feldern zu entfernen, wurden sie von den Arabern mit Steinen beworfen, von der Seite der Araber fielen auch einige Revolverschüsse. Die von dem Konflikt benachrichtigte Jerusalemer Polizei hat bis jetzt die von den Kalandia-Kolonisten ausgesprochene Bitte um Schutz ingnoriert. Zeitweiliges Abkommen in Kfar Saba Jerusalem, 1. Mai. (JTA.) Zwischen der allgemeinen Konföderation der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas ist es hinsichtlich des Konfliktes in Kfar Saba zu einem vorläufigen Übereinkommen, das bis zum 1. Juni d. J. Geltung hat, gekommen, wodurch der Konflikt eine vorläufige Erledigung gefunden hat. Weltmisrachi feiert den 50. Geburtstag Rabbi Meir, Berlin Jerusalem, 1. Mai. (JTA.) Aus Anlaß des 50. Geburtstages des Präsidenten des Weltmisrachi Rabbi Meir, Berlin, der auf den 27. Mai 1930 fällt, beschloß die Weltexecutive des Misrachi, an diesem Tage überall in der Welt Feiern stattfinden zu lassen, und in Jerusalem unter dem Namen „Beth Meir“ ein großes Haus zu erbauen, das dem nationalen religiösen Judentum als geistiges Zentrum dienen soll. Kundgebung in Jerusalem gegen Brith Schalom Jerusalem, 2. Mai. (JTA.) Das Zentralkomitee des Misrachi und Hapoel Hamisrachi und eine Anzahl unparteilicher im öffentlichen Leben tätiger Persönlichkeiten haben in Jerusalem eine gemeinsame Versammlung einberufen, in der beschlossen wurde, eine Kundgebung an Dr. Weizmann zu senden, in der dieser aufgefordert wird, der Tätigkeit des Brith Schalom und anderer eine separatistische Politik treibender Gruppen ein Ende zu machen. In der Kundgebung wird diese Tätigkeit als „schändlich und verräterisch bezeichnet. In einer zweiten Resolution wird der gesamte Jischuw aufgefordert, gegen die Tätigkeit des Brith Schalom zu kämpfen. In vielen Kreisen der palästinensischen judenheit wird dagegen protestiert, daß Persönlichkeiten

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