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Das jüdische Echo · 1930-05-09 · 19 (9.5.1930) · p. Seite 267

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
19 (9.5.1930)
Date
1930-05-09
Page
Seite 267 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 19 Das Jüdische Echo 267 indianern.“ Die beiden Vorstände Bloch und Godlewsky des Amberger Central-Vereins stellten deshalb Beleidigungsklage, die in vierzehnstündiger Verhandlung zum Austrag kam. Durch das in der elften Abendstunde verkündete Urteil wurden wegen gemeinschaftlich verübter Beleidigung verurteilt Münchmeyer zu 60 RM. Geldstrafe evtl, sechs Tagen Gefängnis, und sein Amberger Parteigenosse Hörmann zu 20 RM. Geldstrafe und Alafberg zu 10 RM. Geldstrafe evtl, zwei bzw. einen Tag Gefängnis. Den Verurteilten wurden ferner die Kosten des Verfahrens auferlegt. Die von Münchmeyer gegen Bloch und Goblewsky erhobene Widerklage, weil diese behauptet hatten, Münchmeyer betreibe auch Katholikenhetze, wurde vom Gericht, da der Wahrheitsbeweis als erbracht angesehen wurde, abgewiesen. Nach der Verkündigung des Urteils verließ Münchmeyer mit dem Ruf: „Das ist das Hahnebüchenste, was ich je erlebt habe,“ wutentbrannt den Gerichtssaal. Eröffnung des jüdischen Volkshauses in Danzig Danzig, 1. Mai. (JTA.) In Danzig wurde in diesen Tagen ein jüdisches Volkshaus eröffnet, welches Eigentum der Danziger Jüdischen Gemeinde ist. In dem Volkshaus sind u. a. die Lokalitäten des Unabhängigen Ordens Bnei Brith, das Büro des zentralen jüdischen Wohlfahrtsamtes, der Lesesaal der Jüdischen Gemeinde, die Bibliothek des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur untergebracht. Verschiedenen Vereinen und Institutionen steht ein Sitzungssaal zur Verfügung. Am 3. Juni Beginn der außerordentlichen Palästinasession der Mandatskommission Genf, 1. Mai. (JTA.) Wie der JTA-Vertreter erfährt, ist der Bericht der britischen parlamentarischen Palästina-Untersuchungskommission vor etwa zehn Tagen beim Völkerbundssekretariat eingetroffen und wurde sofort an alle Mitglieder der Mandatskommission versandt. Entgegen dem ursprünglichen Erwarten war ein offizielles Statement der britischen Regierung dem Bericht nicht beigegeben worden; man glaubt aber, daß ein solches Statement dem Völkerbund und der Mandatskommission zugestellt werden wird, sobald die britische Regierung definitiv zu dem Bericht Stellung genommen und endgültige Entschlüsse über ihre weitere Politik hinsichtlich der Verwirklichung des Palästinamandates gefaßt haben wird. Die Mandatskommission des Völkerbundes wird sich in ihrer am 3. Juni d. J. beginnenden und voraussichtlich am 9. Juni endenden außerordentlichen Session mit den Geschehnissen und Auswirkungen der Augustunruhen in Palästina befassen. Am 10. Juni beginnt die ordentliche Session der Mandatskommission. Dadurch, daß trotz der zeitlich zusammenfallenden ordentlichen Session eine spezielle Session zur Behandlung der Palästinafrage anberaumt wurde, soll unterstrichen werden, daß außergewöhnliche Ereignisse wie die vom August und September 1929 in Palästina nicht in eine ordentliche Session hineingehören, sondern in einer speziellen Beratung behandelt werden müssen. Man nimmt an, daß in der außerordentlichen Session auch der Jahresbericht der britischen Regierung über die Verwaltung Palästinas im Jahre 1929 zur Behandlung kommen wird. Bis heute ist dieser Bericht dem Völkerbundskommissariat noch nicht zugestellt worden. Die Klagemauer-Kommission Genf, 1. Mai. (JTA.) Wie der JTA-Vertreter erfährt, ist bis heute beim Völkerbundskommissariat ein Ersuchen der britischen Regierung, auf die Tagesordnung der am 21. Mai in Genf beginnenden Sitzung des Völkerbundsrates die Frage der Ernennung einer Kommission zur Lösung des Klagemauerproblems zu setzen, nicht gestellt worden. Bekanntlich hat es die britische Regierung übernommen, die Namen der drei Mitglieder dieser Kommission, die alle Nichtengländer sein sollen, dem Völkerbundsrat vorzuschlagen. Man glaubt hier, daß die britische Regierung daran interessiert sein wird, daß schon die nächste Session des Völkerbundsrates die Frage der Ernennung der Kommission der Erledigung zuführt und daß sie noch vor Beginn der Session oder während derselben dem Rat ihre Vorschläge unterbreiten wird. Im August Weltkongreß der jüdischen Jugend in Genf Genf, 1. Mai. (JTA.) Anfang August wird in Genf der vom Hauptbüro des Weltverbandes der jüdischen Jugend in Paris einberufene Weltkongreß der jüdischen Jugendverbände stattfinden. Zu den Einberufern gehören noch die jüdischen Jugendverbände in Deutschland, Amerika und in anderen Ländern. Wahlen in die Repräsentanz der Prager Jüdischen Gemeinde Prag, 6. Mai. (JTA.) Am 4. Mai wurden in Prag die Neuwahlen in die Repräsentanz der Jüdischen Gemeinde wiederholt, die bekanntlich bereits am 10. November 1929 durchgeführt, jedoch wegen Mängel der Wahlbestimmungen und wegen Wahlschwindeleien annulliert worden waren. Eine Beschwerde der tschechoslowakischen jüdischen Partei gegen den Annulierungsbeschlu§ der Repräsentanz wurde vom Landesamt für Böhmen abgewiesen. Die Wahlen, für welche eine scharfe Propaganda aller Parteien geführt wurde, ergaben folgendes Stimmenverhältnis: Demokratische Partei 2740 Stimmen, 7 Mandate (gegen 6 bei den annullierten und 8 bei den letzten Wahlen); Jüdischnationale Partei und Poale Zion 2427 Stimmen, 7 Mandate (gegen 6 bei den annullierten Wahlen); Tschechojuden 2162, 6 Mandate (8 bei den annullierten, 6 bei den letzten gültigen Wahlen); Orthodoxe Mittelstandspartei 1037 Stimmen, 3 Mandate (3); Fortschrittspartei 372 Stimmen, 1 Mandat (1). — Die Prager Jüdische Gemeinde zählt rund 30 000 Seelen. Die türkische Regierung verbietet den „Jazzsänger als „ein Werk jüdischer religiöser Propaganda“ Konstantinopel, 4. Mai. (JTA.) Die türkische Regierung hat die weiteren Vorführungen des amerikanischen Tonfilms „Der Jazzsänger“ mit Al Jolson, der seit zwei Wochen in einem Konstantinopler Kinopalast gezeigt wird, verboten mit der Begründung, daß der Film „ein Werk jüdischer religiöser Propaganda“ ist. Eine große jüdische Philantropin gestorben Neuyork, 5. Mai. (JTA.) In Neuyork verstarb am Sonntag, dem 4. Mai, im Alter von 76 Jahren Frau Lina Straus, geb. Gutherz, die Gattin des weltberühmten greisen Philantropen Nathan Straus. Die Verstorbene, die in Mannheim geboren wurde, nahm an allen großen philanthropischen Werken ihres Mannes intensiv Anteil; die von Nathan Straus geschaffenen großen Wohlfahrtsinstitutionen für Kinder und Kranke in Amerika, Europa und Palästina tragen auch ihren Namen. Ihre Söhne sind Senator Nathan Straus jun. und Hugh Grant Straus. Nathan Straus wendet sich das

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