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Das jüdische Echo · 1930-05-09 · 19 (9.5.1930) · p. Seite 266

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
19 (9.5.1930)
Date
1930-05-09
Page
Seite 266 (sequence 6)
Language
German
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266 Das Jüdische Echo Nr. 19 ten unter 3000 Juristen 553 Juden, unter 2549 Medizinern 871 Juden, unter 4328 Philosophen 732 Juden. Unter 1041 außerordentlichen Hörern der drei Fakultäten waren 134 Juden. Aus der jüdischen Welt Jewish Agency und Agudas Jisroel Frankfurt a. M., 1. Mai. (JTA.) Vom Geschäftsausschuß der Agudas-Jisroel-Weltorganisation wird der Jüdischen Telegraphen-Agentur mitgeteilt: Die politische Exekutive der Agudas Jisroel hat die von der Kenessio Gedaulo im September 1929 zur Jewish-Agency-Frage gefaßte Resolution dem Vorsitzenden der Jewish Agency, Mr. Felix Warburg, seinerzeit zur Kenntnis übermittelt. In der Resolution war bekanntlich ausgesprochen und begründet, daß Agudas Jisroel auf Grund der Entscheidung des Rabbinischen Rates den Beitritt zur Agency nur dann ins Auge fassen könne, wenn diese auf jede Finanzierung kultureller Aufgaben, die angesichts der weltanschaulichen Gegensätze nicht gemeinsam bearbeitet werden können, verzichtet. Mr. Felix Warburg hat nunmehr der Exekutive der Agudas Jisroel unter dem 1. April mitgeteilt, daß er eine Kommission ernannt habe, um mit Vertretern der Agudas Jisroel „einen Plan auszuarbeiten, innerhalb dessen Agudas Jisroel in der Lage sein könnte, mit der Jewish Agency zu cooperieren“. Zu Mitgliedern dieser Kommission hat Mr. Warburg folgende Herren ernannt: Rabbiner Dr. Leo Baeck in Berlin, Rechtsanwalt Dr. Aron Barth in Berlin, Heschel Farbstein in Warschau, Dr. Morris Hexter in London und Leo Motzkin in Paris. Von seiten der Agudas Jisroel wird für die Verhandlungen ebenfalls eine fünfgliedrige Kommission ernannt werden, deren Zusammensetzung noch nicht feststeht. Jüdische Religionslehre als Prüfungsfach Berlin, 30. April. (JTA.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst einer Mitteilung des preußischen Unterrichtsministeriums an den Vorsitzenden der wissenschaftlichen Prüfungsämter und an die Provinzialschulkollegien entnimmt, hat sich der Minister entschlossen, die jüdische Religionslehre als Haupt- und Nebenfach bei der wissenschaftlichen Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen ab 1. April d. J. zuzulassen. Für die Prüfung, die nur bei den wissenschaftlichen Püfungsämtern in Berlin und Breslau erfolgt, sind dem Minister von den Vorsitzenden der beiden Prüfungsämter geeignete Persönlichkeiten als Prüfer namhaft zu machen. Schalom Aschs „Gott der Rache“ als jiddischer Tonfilm Berlin, 30. April. (JTA.) Alexis Granowsky, der frühere Direktor des Moskauer Jiddischen Akademischen Theaters, wird seinenersten Tonfilm nach Schalom Aschs „Gott der Rache“ in deutsch, englisch, französich und jiddisch drehen. Es wird wohl der erste in jidischer Sprache hergestellte Tonfilm sein. Das Ergebnis der Gemeindewahlen in Beuthen Beuthen, 5. Mai. (JTA.) Über das Ergebnis der Wahlen zur Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Beuthen, die am gestrigen Sonntag stattgefunden haben, erfahren wir, daß der lebhafte Wahlkampf, nachdem noch am Sonnabend abend der Vorsitzende der Berliner Jüdischen Gemeinde, Direktor Georg Kareski, in einer ungewöhnlich stark besuchten Versammlung das Programm der Volkspartei entwickelt hatte, zu einer besonders starken Wahlbeteiligung geführt hat. Es sind nicht weniger als 83 Prozent der Wahlberechtigten zur Wahlurne geschritten. Es erhielten die vereinigten Liberalen und Konservativen 510 Stimmen, die Jüdische Volkspartei 420 Stimmen. Demzufolge entfallen auf die Liberalen und die Konservativen zusammen 13, auf die Jüdische Volkspartei 8 Mandate. Der bisherige Besitzstand hat sich zugunsten der Volkspartei verschoben. Der Volksstaat Hessen verweigert den israelitischen Religionsgemeinden die ihnen gebührende Subvention Darmstadt, 29. April. (JTA.) Auf der Tagung des Landesverbandes der israelitischen Religionsgemeinden des Volksstaates Hessen, die in Darmstadt am 27. April stattfand und von 170 Gemeindevorständen besucht war, wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, die ihr Bedauern zum Ausdruck brachte, daß die Regierung des Volksstaates Hessen ihren Volksgenossen jüdischen Glaubens jede Subvention verweigere, während sie solche den anderen Konfessionen von jeher gewähre. Die von der Regierung für ihre ablehnende Haltung angeführten Gründe könnten um so weniger gerechtfertigt werden, als die nach der Prozentnorm dem jüdischen Bevölkerungsteile zukommende Summe von 16 000 RM. gegenüber dem Gesamtbudget kaum eine Rolle spiele und dies um so mehr, als Preußen, Bayern, Baden, Württemberg und andere Staaten ihren jüdischen Bürgern seit Jahren derartige Subventionen für ihre dringendsten Kultusbedürfnisse bewilligten. Verurteilung wegen Beschimpfung der jüdischen Religionsgemeinschaft Kassel, 30. April. (JTA.) Der verschiedentlich vorbestrafte nationalsozialistische Wanderagitator Werner Bergmann wurde wegen Beschimpfung der jüdischen Religionsgemeinschaft und ihrer Bräuche zu einer Geldstrafe von 180 RM. an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilt, weil er in einer Versammlung in Hilmes im Kreise Hersfeld behauptet hatte, das jüdische Religionsgesetz verlange, daß an Nichtjuden abgegebenes Fleisch vor dem Verkauf in widerlicher Weise verunreinigt und besudelt werde. In der Verhandlung zeigte sich, wie leicht sich die unaufgeklärte Landbevölkerung durch derartige Behauptungen beeinflussen läßt. Eine ganze Reihe von Zeugen bestätigte, daß sie die Ausführungen des Angeklagten geglaubt und aus ihnen die Konsequenzen gezogen hätten. Der Staatsanwalt hatte eine Gefängnisstrafe von drei Monaten beantragt. Münchmeyer wegen Beleidigung von Centralvereinsmitgliedern verurteilt Frankfurt a. M., 30. April. (JTA.) Aus Amberg (Oberpfalz) wird mitgeteilt: In einer Polemik mit der Ortsgruppe Amberg des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hat der bekannte antisemitische Agitator Münchmeyer, früherer evangelischer Pfarrer auf der Insel Borkum, eine Erklärung anschlagen lassen, in der es u. a. heißt: „Es gibt keine deutschen Juden, wie es auch keine deutschen Neger und keine deutschen Hottentoten gibt. Der Jude ist ein asiatischer Wüstenmensch, ein Fremdling. Es handelt sich um eine Gesellschaft von Verleumdern und Plattfuß-

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