Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 18 (2.5.1930)
- Date
- 1930-05-02
- Page
- Seite 254 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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254 Das Jüdische Echo Nr 18 in einer späteren Periode eingesetzt hat, ein geringer war. Der Beschluß des Senates ist nicht endgültig, da die Bill in ihrer Gesamtheit noch einmal dem Senat wie dem Repräsentantenhaus des Kongresses zur Abstimmung vorgelegt werden muß. Ein Antrag, die gesamte Einwanderung in die Vereinigten Staaten für drei Jahre zu verbieten, wurde vom Senat abgelehnt. Ebenso wurde mit 55 gegen 11 Stimmen ein Antrag, die gesamte Jahreseinwanderungsquote auf 76 000 zu beschränken und die Einwanderer gemäß den wirtschaftlichen Bedürfnissen des Landes zu wählen, abgelehnt. Indische Moslems und Palästina Bombay, 22. April. (JTA.) Am Montag, dem 21. April,, fand in Bombay eine Konferenz von Delegierten der allindischen Liga der Moslems statt, in der der Vizepräsident in indischen gesetzgebenden Versammlung, Maulvi Mohamed Yakub, die englische Politik in Palästina scharf kritisierte und eine Abkehr von der Politik des Jüdischen Nationalheims in Palästina fordert. An Stelle dieser Politik, sagte er, müsse eine Politik treten, die die Selbstverwaltung durch ■ Errichtung einer demokratischen Regierung fördert. Es wurde beschlossen, eine Abordnung indischer Mohammedaner nach London zu entsenden, die zugunsten der arabischen Politik in Palästina wirken soll. Der arabischen Palästina-Delegation, die gegenwärtig in London weilt, wurde eine Resolution übermittelt, in der es heißt: Das Heilige Land Palästina wurde der gesamten mohammedanischen Welt gegeben; die indischen Moslems fordern die Zurückziehung der Balfour-Deklaration, die Beendigung des Mandates und die Einsetzung einer unabhängigen Regierung, die nach dem Prinzip des Selbstbestimmungsrechtes aus den ursprünglichen Einwohnern Palästinas sich zusammensetzen solle. Die Heuschreckenplage in Palästina läßt nach Jerusalem, 23. April. (JTA.) Offiziell wird mitgeteilt, daß die Heuschreckengefahr, von der Palästina seit einigen Wochen bedroht ist, sich entschieden verringert hat. In den letzten 20 Tagen sind keine größeren Schwärme mehr in das Land gekommen, auch sind weitere Invasionen von jenseits der Grenze kaum noch zu befürchten. 8000 Menschen sind gegenwärtig in Palästina mit der Heuschreckenbekämpfung beschäftigt. Die in den letzten Tagen in das Jerichogebiet eingedrungenen Heuschreckenschwärme sind durch Gift zum größten Teil vertilgt worden, die völlige Vertilgung dieser Schwärme wird in wenigen Tagen durchgeführt sein. Neue Sicherheitsmaßnahmen der Palästina- Regierung Jerusalem, 27. April. (JTA.) Im Hinblick auf das nahende moslemitische Fest Nebi Saleh, aus dessen Anlaß alljährlich tausende Moslemiten aus allen Teilen Südpalästinas sich in Ramleh versammeln,, hat die Palästinaregierung außerordentliche Maßnahmen zur Sicherung der Ordnung ergriffen; sie hat u. a. das Tragen von Schwertern in der Prozession und Ansprachen an die Pilger verboten. Das Todesurteil gegen Urphali abermals bestätigt Drei Todesurteile gegen Araber Jerusalem, 27. April. (JTA.) Das Berufungsgericht hat dem zweiten Appell des jungen Jaffaer Juden, Joseph Abraham Mizrachi Urphali, der wegen angeblicher Ermordung von zwei Arabern während der Unruhen am 28. August 1929 zum Tode verurteilt wurde, nicht stattgegeben und das Todesurteil bestätigt. Der Anwalt Urphalis ersuchte das Gericht, beim High Commissioner, Sir John Chancellor, um die Begnadigung Urphalis anzusuchen. Drei Araber wurden wegen Ermordung des Juden Nachman Sega! während des Augustmassakers in Hebron zum Tode verurteilt^ ein vierter wurde wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Einer der Verurteilten macht geltend, daß er noch nicht 18 Jahre alt ist und deshalb nicht zum Tode verurteilt werden kann. Das Gericht hat, da Geburtsmatrikeln fehlen, eine ärztliche Untersuchung zur Bestimmung seines Alters angeordnet. Ein Jude rettet zwei arabische Bootsbesatzungen vom Tode Jerusalem, 22. April. (JTA.) Während des heftigen Seesturmes am vergangenen Samstag gerieten vor Jaffa zwei mit Arabern besetzte Leichter, von denen der eine mit Bauholz der andere mit Kaufwaren beladen war, in Seenot. Die arabischen Besatzungen verloren die Macht über die Steuerung und gerieten in direkte Lebensgefahr. Herr Rosengarten, der einzige Jude in Jaffa, der eine Fischerjolle besitzt, eilte mit seinem Motorboot den Bedrängten zu Hilfe und rettete sowohl Mannschaften wie Boote. Es ist zu bemerken, daß Rosengarten kürzlich von Arabern des Waffenschmuggels verdächtigt, aber vom Gericht freigesprochen wurde. Dabei wurde offenbar, daß die Araber die Anklage wegen Waffenschmuggels gegen Rosengarten erhoben hatten,, damit ihm die Fischerjolle abgenommen werde; die Araber betrachten die Fischerei als ihre Domäne- Der Streik der palästinensischen Pflegerinnen beendet Jerusalem, 27. April. (JTA.) Der vor etwa vierzehn Tagen ausgebrochene Streik der Pflegerinnen des Schaarej-Zedik-Hospitals zu Jerusalem ist nunmehr beigelegt worden, nachdem der Hospitalsdirektor den Streikenden zugestanden hat, daß sie außerhalb der Dienstzeit das Krankenhaus verlassen können. Über 3000 arabische Arbeiter in den jüdischen Kolonien Jerusalem, 27. April. (JTA.) Wie die hebräische Arbeitertageszeitung „Dawar“ mitteilt,, sind in den jüdischen Kolonien Palästinas mehr als 3000 arabische Arbeiter beschäftigt, davon 1801 in Petach Tikwah, 465 in Chederah und 448 in Nes Zionah. Palästina-Ein- und Ausfuhr Jerusalem, 24. April. (JTA.) Wie offiziell mitgeteilt wird, betrug im Jahre 1929 die Palästinaeinfuhr 7 166 533 Pfund, gege.n 6 770 818 Pfund im Jahre 1928. Der Palästinaexport betrug im Jahre 1929 1 554 262 Pfund, gegen 1 487 207 Pfund im Jahre 1928. Von dem Export gingen 29 Prozent nach England, 24 Prozent nach Ägypten, 18 Prozent nach Syrien, 7,5 Prozent nach Deutschland. Von dem Import kamen 14 Prozent aus England, 25 Prozent aus Ägypten, 16 Prozent aus Syrien. Feierliche Einweihung des Präsidenten-Masaryk- und des König-Peter-Waldes Jerusalem, 22. April. (JTA.) Am Montag, dem 21. April, fand im Tale Jezreel, auf dem Boden des Jüdischen Nationalfonds, in voneinander