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Das jüdische Echo · 1930-04-25 · 17 (25.4.1930) · p. Seite 242

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
17 (25.4.1930)
Date
1930-04-25
Page
Seite 242 (sequence 15)
Language
German
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242 Das Jüdische Echo Nr. 17 Gefängnis gehalten wurde und irn September 1929 in den Hungerstreik trat, ist vor einigen Tagen an den Folgen des Hungerstreiks, der ihre Gesundheit erschütterte, gestorben. Obwohl sie sich krank meldete, wurde sie brutal behandelt und nicht ins Krankenhaus geschafft. Erst als sie in ihrer Zelle ohnmächtig zusammenbrach, wurde sie in bewußtlosem Zustande in das Hadassah-Krankenhaus geschafft, wo sie verstarb. B'ei ihrem Begräbnis kam es zu einem Zusammenstoß zwischen den Freunden der Toten und den Polizisten, als die Polizei einige Personen, die einen Kranz auf das Grab legen wollten, von der Begräbnisstätte zurückwies. Dabei wurde ein Polizist verwundet und mehrere äus der Menge der Leidtragenden wurden verhaftet. Das palästinensische Oberste Gericht bestätigt das Recht der Palästinaregierung, unerwünschte Personen des Landes zu verweisen Jerusalem, 21. April. (JTA.) Das palästinensische Oberste Gericht befaßte sich mit der von der früheren Palästinaeinwohnerin Frau Bernstein gegen den Chef des Einwanderungsamtes, A. M. Hyamson, eingereichte Klage wegen ungerechtfertigt ausgesprochener Landesverweisung. Frau Bernstein wohnte neun Jahre in Palästina, ihre Gatte ist im Besitze des Zertifikates provisorischer Bürgerschaft. Vor kurzem begab sie sich ins Ausland und kehrte vor etwa 14 Tagen mit einem vom britischen Konsulat in Wien gegegebenen Visum nach Palästina zurück. Hyamson aber ließ sie verhaften und sprach ihre Landesverweisung aus. Vor Gericht erklärte Hyamson, er habe die Landesverweisung auf Anordnung des Oberkommissars ausgesprochen, da der Name der Frau Bernstein auf der von der Polizei dem Oberkommissar überreichten Liste unerwünschter Personen steht. Das Oberste Gericht schloß sich diesem Argument der Palästinaregierung an und bestätigte die Landesverweisung mit dem Bemerken, daß der High Commissioner oder sein Vertreter berechtigt sind, unerwünschten Personen den Eintritt in das Land zu verweigern. Die Klage der Vadi-Havarit-Bauern vor dem palästinensischen Obersten Gericht Jerusalem, 21. April. (JTA.) Das palästinensische Oberste Gericht befaßte sich mit dem Einspruch der früheren arabischen Pächter der Vadi- Havarit-Böden im Tale Scharon gegen den Erwerb dieses Bodens durch den Jüdischen Nationalfonds. Das Oberste Gericht wird ersucht, die Order der Regierung an die Pächter, ihre Böden zu verlassen, zu annullieren und die Verordnung von 1929, wonach der Verkäufer des Bodens verpflichtet ist, den Pächtern ein Jahr vorher zu kündigen, in Anwendung zu bringen. Das Urteil ist noch nicht ergangen. Bekanntlich wurden die Vadi-Havarit- Pächter durch den Nationalfonds abgefunden und hatten die Transaktion bereits anerkannt, sie hatten sich aber im Hinblick auf die Tagung der britischen Untersuehungskommission in Palästina und der damit zusammenhängenden arabischen nationalistischen Agitation nachträglich . eines anderen besonnen und Klage beim Obersten Gericht eingereicht. Arbeiterkonflikt in Kfar Saba Jerusalem, 12. April. (JTA.) Der Konflikt, der in Kfar Saba, einer Kolonie der Orangen-Zone, entstanden ist, weil unter Umgehung des Arbeitsamtes nicht als Arbeiter registrierte Angehörige des Brith Trumpeldor in die Arbeit eingestellt worden sind, dauert an. Der Sekretär des Arbeiterrates von Kfar Saba und zwei andere Führer der Histadruth-Arbeiter wurden von der Polizei verhaftet, weil sie den Versuch unternahmen, die Brith-Trumpeldor-Leute an der Arbeit in der Kolonie zu verhindern. Daraufhin griff eine große Zahl von Histadruth-Arbeitern eine Orangenpflanzung an, in der 15 Brith-Trumpeldor-Leute arbeiteten. Streik der Pflegerinnen im Schaarej-Zedek- Hospital in Jerusalem Jerusalem, 12. April. (JTA.) Die Pflegerinnen des Schaarej-Zedek-Hospitals in Jerusalem, das von der Frankfurter Jüdischen Gemeinde unterstützt wird, sind in den Streik getreten, weil der Direktor und Oberarzt des Hospitals, Dr. Wallach, ihnen die Erlaubnis verweigert hat, in der Freizeit das Hospital zum Besuch von Freunden zu verlassen oder im Spitalgebäude Besuche zu empfangen. Der Konflikt dauert schon längere Zeit, im Laufe derer sowohl von der jüdischen Ärztevereinigung als auch vom Arbeiterrat vergebliche Anstrengungen gemacht worden sind, Dr. Wallach dazu zu bewegen, den Pflegerinnen mehr Freiheit einzuräumen. Aref Pascha el Daiani gestorben Jerusalem, 16. April. (JTA.) Der Begründer der mohamedanisch-christlichen Vereinigungen in Palästina und der erste Vorsitzende der palästinensisch-arabischen Exekutive, Aref Pascha el Dajani ist am 14. April im Alter von 67 Jahren in Jerusalem verstorben. Unter dem türkischen Regime war er Gouverneur von Taiz (Yemen), dann von Saloniki und schließlich von Basra. Er war der bedeutendste Rivale des gegenwärtigen Vorsitzenden der arabischen Exekutive, Muza Kasim Pascha el Husseini in dem Kampf iim die Führung der palästinensischen Araber. Transjordanien für jüdische Besucher unsicher Jerusalem, 21. April. (JTA.) Mehrere jüdische Einwohner Jerusalems, die nach Amman, dej Hauptstadt Transjordaniens, gekommen waren, und die sich zum Vadi Musa begeben wollten, wurden durch die Behörden von diesem Besuche zurückgehalten mit der Begründung, daß man für die Sicherheit der jüdischen Besucher nicht garantieren könne. Gemeinden- und Vereins-Echo Der Vortragszyklus , Sseder-Abend und Pessach-Haggadah“, den die Gemeinde in ihren Lehrkursen als geistige Vorbereitung des Festes veranstaltete, schloß am 10. April mit den Vorträgen des Herrn Rabbiner Dr. Finkeischerer und des Herrn Prof. Kirschner ab. Trotz des „Chomez-Battel-Abends“ waren viele Interessierte gekommen, die in den Ausführungen beider Referenten viele wertvolle Anregungen zur Ausgestaltung des Sseders finden konnten. In seiner eindringlichen Darstellung des ,,Ritus am Sseder-Abend“ umriß Herr Rabbiner Dr. Finkelscherer nicht nur den Sinn und Entstehung der vielen eigentümlichen Gebräuche, sondern ließ durch Einflechtung seiner Jugenderinnerungen aus einer mit stärkerer jüdischer Wirklichkeit erfüllten Umgebung den Geist des Festes greifbar vor den Hörern erstehen. Das „Klal“-Gefühl, das durch die Vorbereitungswochen hindurch bereits jeden zur

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