Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 17 (25.4.1930)
- Date
- 1930-04-25
- Page
- Seite 239 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 17 Das Jüdische Echo 239 Leitung der jüdischen National- und Universitätsbibliothek den Vorschlag unterbreitet, eine Abteilung für Slavistik zu gründen. Dieser Vorschlag ist akzeptiert worden. Die Vorarbeiten für die Errichtung der slavistischen Abteilung übernahm ein Komitee in Zagreb, das bereits eine Geld- und Büchersammlung für die Jerusalemer Bibliothek in Jugoslavien erfolgreich durchführt. Die Serbische Akademie für Wissenschaften in Belgrad und die Jugoslavische Akademie für Wissenschaften in Zagreb haben sich bereit erklärt, ihre Publikationen nach dem Austauschprinzip der jüdischen Nationalbibliothek zu übersenden. Aus der jüdischen Welt Einrichtung eines Bezirksrabbinats Groß-Strelitz durch den Preußischen Landesverband Berlin, 21. April. (JTA.) (Amtlich.) Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden hat seine Bemühungen um die Betreuung der rabbinerlosen Gemeinden in Preußen fortgesetzt und den von ihm bisher schon eingerichteten Bezirksrabbinaten ein neues mit dem Sitz in Groß-Strelitz O/S hinzugefügt. Diese Gemeinde ist, nachdem sie 50 Jahre verwaist gewesen, wieder Sitz eines Rabbinats geworden. Dem Bezirk sind weiter angeschlossen die Gemeinden der Kreise Guttentag, Kreuzberg, Rosenberg und Namslau. Zum Bezirksrabbiner ist von dem Landesverband Herr Dr. Feinberg, bisher Rabbiner in Heilbronn, bestellt worden. Am 16. März fand die feierliche Amtseinführung des neuen Rabbiners durch den Vertreter des Landesverbandes, Herrn Dr. Freund, statt. Zusammenschluß Bar-Kochba-Hakoah Berlin, 21. April. (JTA.) Die beiden größten jüdischen Sportklubs Berlins, der Jüdische Turn- und Sportverein Bar-Kochba und der Sportklub Hakoah, haben sich zusammengeschlossen. Der neue Klub führt den Namen „Jüdischer Turn- und Sportklub Bar-Kochba-Hakoah“. Er zählt 2100 Mitglieder, die in 26 Abteilungen organisiert sind und folgende Sportarten betreiben: Leichtathletik —■ Fußball — Turnen — Gymnastik — Hockey — Handball — Faustball — Tennis — Tischtennis — Schwimmen — Touristik — Skilauf — Schach. — Die Kampfmannschaft des Bar-Kochba-Hakoah wird auch im fusionierten Klub für die blau-weißen Farben starten. Es hat niemand die Reihen des Klubs verlassen, im Gegenteil, der Klub geht, durch eine Anzahl jüngerer Wettkämpfer verstärkt, in die Saison. Der Eisenacher Berufsberaterin wird wegen ihrer jüdischen Abstammung gekündigt F r a n k f u r t a. M., 17. April. (JTA.) Aus Eisenach in Thüringen, dem Lande, in welchem der Nationalsozialist Dr. Frick die Ministerien für Inneres und Unterricht verwaltet und einflußreichstes Kabinettsmitglied ist, wird der „Frankfurter Zeitung“ berichtet: In Eisenach war bis vor kurzem in einem Arbeitsamt — also einer Reichsbehörde — ein Frl. Dr. Lewin als Berufsberaterin beschäftigt. Der Leiter dieses Amtes, ein Dr. Ullrich, soll der Dame schon vor einiger Zeit geraten haben, ihre Kündigung einzureichen. Zwar sei gegen ihre Tätigkeit an sich nichts einzuwenden, jedoch sei die Stimmung der für ihr Wirken in Frage kommenden Bevölkerungskreise gegen sie, weil sie jüdischer Abstammung sei. Sie sei aus diesem Grunde für Eisenach als Berufsberaterin nicht geeignet. Fräulein Dr. Lewin konnte sich nicht entschließen, auf solchen Vorhalt hin zu kündigen. Die Leitung des Arbeitsamtes hat aber dann die Kündigung ausgesprochen. Ausdrücklich soll als Begründung angegeben worden sein --- auch in einem Zeugnis —, die Entlassung müsse mit Rücksicht auf die Einstellung der Bevölkerung gegen Frl. Dr. Lewin geschehen. Dabei steht fest, daß weite Arbeitnehmerkreise des Eisenacher Gebiets die Fähigkeiten und Leistungen der bisherigen Berufsberaterin durchaus zu schätzen wissen. Die Züricher jüdische Gemeinde mit allen gegen eine Stimme für die Agency Zürich, 15. April. (JTA.) Bei der letzten Versammlung der jüdischen Kultusgemeinde in Zürich ist mit allen gegen eine Stimme die Zustimmung der Züricher Gemeinde zu dem Eintritt des Schweizerischen Jüdischen Gemeindebundes in die Jewish Agency beschlossen worden. Zugleich wurde der Wunsch ausgedrückt, der schweizerische Vertreter innerhalb der Agency möge auf eine Demokratisierung der Agencyorganisation hinwirken. Im Laufe der Versammlung machten sich Stimmen geltend, die den Gemeindebund auf religiöse Aufgaben ohne Einmischung in politische Fragen beschränkt wissen wollten. Diesen Äußerungen traten jedoch die meisten Redner, unter ihnen auch der Nationalrat Dr. David Farbstein, entgegen: hierauf wurde die Abstimmung vorgenommen, bei der nur eine Stimme gegen den Beitritt zur Agency abgegeben wurde. Theodor Herzls 70. Geburtstag — Große Gedenkfeiern in Wien geplant Wien, 21. April. (JTA.) Am 2. Mai jährt sich zum siebzigsten Male der Tag der Geburt Theodor Herzls, des verstorbenen Schöpfers der modernen zionistischen Bewegung und Begründers der Zionistischen Weltorganisation. Die Zionisten der Stadt Wien, wo Herzl gelebt hat und von wo aus er die zionistische Bewegung organisierte, werden diesen Tag besonders festlich begehen. Das zionistische Landeskomitee veranstaltet am Sonnabend, dem 3. Mai, im großen Musikvereinssaal eine „Große Gedenkfeier“, in der Herr Leo Motzkin, Präsident des Zionistischen Aktionskomitees und des Komitees des Delegations Juives die Festrede halten wird. Am Sonntag, dem 4. Mai, vormittags, findet ein „Gang zum Grabe Herzls“ statt. In der Woche vom 5. Mai wird eine große Herzlausstellung mit Vorträgen abgehalten. Der Verband der Demokratischen Zionisten (radikale zionistische Opposition) plant seinerseits eine Reihe Veranstaltungen. Tagung des Obersten Rates der jüdischen Gemeinden in der Tschechoslowakei Prag, 11. April. *(JTA.) Dieser Tage fand hier unter dem Vorsitz von Dr. A. Stein die Tagung des Obersten Rates der jüdischen Gemeinden in der Tschechoslowakei statt. Dem durch den Sekretär des Rates, Dr. G. Fleischmann, erstatteten Bericht ist zu entnehmen, daß die Gründung eines Rabbinerseminars in Prag, das bekanntlich zu dem Zwecke der Erziehung eines inländischen Rabbinerreservoirs geplant war, aufgeschoben werden müsse, da eine ausreichende staatliche Subvention^ im Jahre 1929 nicht erreicht werden konnte. Der Staat macht, trotzdem bereits eine genügende Anzahl geeigneter Dozenten und Absolventen von tschechoslowakischen Gymnasien als Schüler vorhanden war, eine solche Subvention von der bereits stattgehabten Eröffnung der Anstalt abhängig. Um dem immer stärker werdenden Rabbinermangel abzuhelfen, hat der Oberste Rat Stipendien an ausländische Hörer in Höhe von je 1000 RM. zur Verteilung gebracht. Der Beschaffung tschechoslowa-