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Das jüdische Echo · 1930-04-25 · 17 (25.4.1930) · p. Seite 237

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
17 (25.4.1930)
Date
1930-04-25
Page
Seite 237 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 17 Das Jüdische Echo 237 zahl Grabsteine umgeworfen, zwei Grabsteine wurden zertrümmert und zwei andere in häßlicher Weise mit Ölfarbe beschmiert. Die Tat selbst wurde Freitag nachmittags entdeckt. Das Schloß des Gitters war zerstört und die Kette durchgerissen. Die Bottroper Kriminalpolizei stellte Ermittlungen an; dabei wurde u. a. festgestellt, daß sich an der Aktion auch weibliche Personen beteiligt haben müssen, da entsprechende Absatzspuren vorhanden waren. Die Bottroper israelitische Gemeinde hat 100 Mark Belohnung ausgesetzt für Mitteilungen, die zur Ergreifung der Täter führen können. Wirkungen des Schächtverbots und der Friedhofsschändungen Berlin, 22. April. (JTA.) „Der Völkische Beobachter“ druckt die folgenden amtlichen Schriftstücke ab: Abschrift II/A 4440/28. 3, Auswärtiges Amt Berlin, 28. März. III o 1447 Ang. II. An das Reichsministerium des Innern. Die Deutsche Botschaft in Washington berichtet unter dem 12. März d. J., daß seitens des Präsidenten des American Jewish Committee, das sich mit der Wahrung jüdischer Rechte in der Welt beschäftigt, und seitens des Chefredakteurs der „Jewish Telegraphie Agency“, die außer in Neuyork in London, Paris, Berlin und Warschau erscheint und einen großen Einfluß besitzt, Klagen über die zunehmenden Schändungen, jüdischer Friedhöfe in Deutschland und über den Beschluß des Bayerischen Landtages, das Schächten in Bayern zu verbieten, eingelaufen sind. Es wurde seitens der Einsender die Bitte daran geknüpft, die deutsche Reichs- und bayerische Landesregierung von der dadurch entstehenden Mißstimmung in den jüdischen Kreisen der Vereinigten Staaten aufmerksam zu machen. Da die Erlassung von Schächtverbotsgesetzen auch in anderen deutschen Ländern, wie z. B. in Sachsen, beantragt ist, wird das Reichsministerium des Innern gebeten, den Regierungen der deutschen Länder von der Mißstimmung großer Bevölkerungsteile in den Vereinigten Staaten, die sich politisch ungünstig auswirken könnte, Kenntnis zu geben. Die Erklärung, die der damalige Reichsminister der Justiz, Dr. Koch (Weser), namens der Reichsregierung am 18. Oktober in einer Versammlung des Centralvereines deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens gegeben hat, ist der deutschen Botschaft in Washington mitgeteilt worden. Im Auftrag: gezde Haas. Der Reichsminister des Innern, II A 4440/28 3. Berlin, den 5. April 1930. Betrifft:. Schändungen jüdischer Friedhöfe u-nd Erlaß von Schächtverbotsgesetzen in Deutschland. Abschrift beehre ich mich zur gefälligen Kenntnis zu übersenden. gez. Wirth. An die Landesregierungen (für Preußen: Ministerium des Innern, Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.) Das nationalsozialistische Organ knüpft an die Wiedergabe dieser Schriftstücke Schmähungen an die Adresse der deutschen Regierung, der amerikanischen und der deutschen Juden. egenmäntel fürDamenu.Herren Sporthaus Schuster Katalog kostenlos München Rosenstrafye 6 Einweihung des Hauses der jüdischen Nationalbibliothek auf dem Skopus Reden von Magnes, Chancellor und Dr. Bergmann Jerusalem, 16. April. (JTA.) Am 15. April wurde das Wolfsohn-Haus der National- und Universitätsbibliothek auf dem Skopus im Beisein vieler repräsentativer Gäste eröffnet. Unter den Festteilnehmern waren die hohen Beamten der Regierung mit dem High Commissioner an der Spitze, die Konsuln der auswärtigen Staaten und die Führer der palästinensischen Judenheit zu sehen. Arabische Gäste fehlten vollständig, obwohl an führende Araber Einladungen ergangen waren. Das Amphitheater am Skopus, das der Feier als Schauplatz diente, bot einen prächtigen Anblick, der teilweise an die feierliche Universitätseröffnung im Jahre 1925 erinnerte. Äroplane, die über dem Amphitheater während der Feier kreisten, erhöhten den festlichen Eindruck. Die Festrede hielt der Kanzler der hebräischen Universität Dr. J. L. Magnes. Er gedachte — während sich die ganze Festversammlung von den Plätzen erhob — zuerst voller Ergriffenheit des verstorbenen Lord Balfour, sprach dann all denen seinen Dank aus, die zu dem Bau der Bibliothek beigetragen haben und feierte das Andenken David Wolfsohns. Er teilte mit, daß die Kosten des Baues in seiner jetzigen Gestalt und Einrichtung 48 668 Pfund Sterling betragen haben. Der Bau sei aber nicht als abgeschlossen zu betrachten. Die Bibliothek hat jetzt für nur 300 000 Bände Raum, es ist aber eine Erweiterung des Gebäudes vorgesehen, durch die für weitere 225 000 Bände Raum geschaffen werden soll. Von den Baukosten ist der größte Teil durch die Wolfsohn-Stiftung und einzelne Zuwendungen, wie die von Felix Warburg (5134 Pfund), Morris Symonds aus Sidney (5000 Pfund), David Simon aus Detroit (1000 Pfund) gedeckt worden. Die Deutsche Bank hat ein Darlehen von 4816 Pfund und Judge Julian Mack ein solches von 2053 Pfund gewährt. Insgesamt ist das Gebäude noch mit 12 000 Pfund Schulden belastet. Das Berliner Komitee der Freunde der Universität hat es übernommen, 5000 Pfund aufzubringen. Magnes feierte die Bibliothek als Forschungsstätte und Mittelpunkt geistiger Arbeit und gab dem Wunsche Ausdruck, sie möge die Heilige Stadt und alle Einwohner dieses „altneuen“ Landes wohltätig beeinflussen. Die eigentliche Eröffnungsrede hielt High Commissioner Sir John Robert Chancellor, dem eine Ovation bereitet wurde. Im ersten Teil seiner Rede gedachte er Balfours und führte aus, die Ehrungen des Andenkens dieses großen Briten durch die jüdischen Gemeinschaften aller Länder der Welt habe Balfours Landsleute und Freunde tief berührt. Ihm, Chancellor, gehe Balfours Tod auch persön-

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