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Das jüdische Echo · 1930-04-18 · 16 (18.4.1930) · p. Seite 223

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
16 (18.4.1930)
Date
1930-04-18
Page
Seite 223 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 16 Das Jüdische Echo 223 der dem Irak und Transjordanien gewährten ähnlich ist. Dieser Meldung gegenüber erfährt die JTA. aus autoritativer Ouelle: Der Premierminister und der Kolonienminister besprachen mit der Delegation ausführlich verschiedene Maßnahmen, die getroffen werden könnten. Es lag an der arabischen Delegation, die in der Vergangenheit alle Angebote abgelehnt hatte, von sich aus Vorschläge zu unterbreiten. Das Angebot einer Arab Agency wurde zwar nicht ausdrücklich gemacht, aber angedeutet. Die Delegtion wurde ersucht, Vorschläge auszuarbeiten, z. B. für eine Arab Agency. Das ist durch die Delegation bisher nicht geschehen. Es wurde ihr gesagt, daß die von ihr zu unterbreitenden Vorschläge sich im Rahmen der Bestimmungen des Mandates halten und von der Art sein müssen, daß sie die Fortführung des Mandates ermöglichen. Die Forderung nach einem Parlament würde den Bestimmungen des Mandates widersprechen. Das Mandat würde nicht ausgeführt werden können, falls eine solche gesetzgebende Versammlung eingerichtet werden würde. Das ist, wie die JTA. unterrichtet wird, alles, was bei der Unterredung in Wirklichkeit vorgefallen ist. Ein definitives Angebot zur Errichtung einer Arab Agency ist nicht gemacht worden. Der Premierminister deutete lediglich an, daß der Vorschlag einer Arab Agency als Grundlage für weitere Verhandlungen geeignet wäre. Die Klagemauer-Kommission noch nicht gebildet London, 10. April. (JTA.) Im Unterhaus fragte der liberale Deputierte Mander, ob die Regierung bereits die drei Personen für die Bildung der Klagemauer-Kommission zur Prüfung und Entscheidung betreffend die jüdischen und moslemitischen Rechte und Ansprüche an der Klagemauer nominiert habe und ob der Völkerbundsrat diese Nominierungen bereits gebilligt hat. Der Unterstaatssekretär für die Kolonien Dr. Shiels erwiderte: Die Namen der Mitglieder der Klagemauer-Kommission sind noch nicht definitiv festgesetzt, aber es werden Schritte unternommen, um die Nominierungen schnellstens vornehmen zu können. Die Palästina-Judenheit protestiert gegen die Schlußfolgerungen und Empfehlungen in dem Bericht der Shaw-Kommission Jerusalem, 8. April. (JTA.) In einer soeben in Jerusalem abgehaltenen außerordentlichen Sitzung faßte der Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat und exekutive Körperschaft der in der palästinensischen Gesetzgebung anerkannten jüdischen Nationalversammlung) eine Resolution, in der gegen die vonder Palästina-Untersuchungskommission in ihrem Bericht niedergelegten Schlußfolgerungen und gegebenen Empfehlungen protestiert wird. In der gleichen Resolution richtet der Waad Leumi an die Jewish Agency die dringende Bitte, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Wirkungen der im Bericht gemachten Schlußfolgerungen und Empfehlungen, die von der palästinensischen Judenheit als ungerecht und falsch empfunden werden, zu paralysieren. Zusammenarbeit mitteleuropäischer jüdischer Ge« meinden in der Wanderfürsorge Wohlfahrtstagung der österreichischen Gemeinden Wien, 4. April. (JTA.) Auf Anregung der Wiener Kultusgemeinde fand im Hauptversammlungsgebäude eine Tagung aller österreichischen Gemeinden statt, die das Problem der Wanderfürsorge für Österreich zum Gegenstand hatte. Die Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge in Berlin war durch Dr. Max Kreuzberger, der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden durch Justizrat Dr. Elias Straus vertreten. Ferner waren anwesend Vertreter der tschechischen Gemeinden Prag, Brünn und Lundenberg. Die Tagung wurde eröffnet durch eine Begrüßungsansprache des Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Generaloberstabsarzt Dr. Pick. Für das Präsidium der Kultusgemeinde waren ferner erschienen der Vizepräsident Dr. Orenstein, Herr Dr. Löwenherz und Dr. Klaber. Justizrat Dr. Straus überbrachte die Grüße der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge und des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Dr. Kreutzberger hielt daraufhin ein Referat über „Stand und Aufgaben der Organisation der Wanderfürsorge in Deutschland“. Er zeigte, welche Notwendigkeit sich für eine Organisation der Wanderfürsorge in Deutschland ergeben hat, und welche organisatorischen und fürsorgerischen Erfolge in Deutschland nach vierjähriger Arbeit zu erzielen waren. Er wies auf die internationale Verpflichtung der jüdischen Wanderfürsorge hin, die eine enge Zusammenarbeit aller an der Wanderfürsorge interessierten Länder Europas dringend notwendig erscheinen läßt. Justizrat Straus ergänzte diese Ausführungen durch den Hinweis auf die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Österreich, da die beiderseitigen Grenzgemeinden nicht in der Lage sind, von sich aus die Frage der Wanderfürsorge zu regeln. In der Diskussion kamen beinahe alle österreichischen Gemeinden zu Wort. Es wurde einstimmig die Meinung kundgetan, daß eine, organisatorische Regelung der Wanderfürsorge in Österreich unerläßlich sei, und daß alle Maßnahmen ergriffen werden müssen, um nunmehr endgültig eine zentrale Wanderfürsorgestelle in Wien zu begründen, die im engen Konnex mit der deutschen Schwesterorganisation zu arbeiten hätte. Die Vertreter der tschechischen Gemeinden berichteten von den bisherigen Ergebnissen ihrer Zusammenarbeit mit der deutschen Zentralorganisation, die sich sehr gut bewährt habe. Sie forderten dringend die Organisation der österreichischen Gemeinden und gegenseitige Unterstützung. Die Vertreter der Wiener Kultusgemeinde gaben auf Grund der Berichterstattung des Herrn Engel, des stellvertretenden Fürsorgedezernenten der Kultusgemeinde, die Erklärung abgab, daß sie die Dringlichkeit der Aufgaben seit Jahren sehen, und daß sie nunmehr mit Energie daran gehen wollen, eine der deutschen ähnliche Organisation auch für Österreich zu schaffen. Es wurde eine Resolution angenommen, der gemäß sich die Wiener Kultusgemeinde bereit erklärt, der deutschen Organisation in Form einer Landeskasse beizutreten, indem sie die Erwartung ausspricht, daß die Tschechoslowakei sowie Polen, Ungarn und Jugoslawien sich ebenfalls der Zentralorganisation anschließen werden. Träger der Organisation soll die Gesamtheit der österreichischen Gemeinden sein. Die Geschäfte wird die Fürsorgezentrale der österreichischen Kultusgemeinde Wien besorgen. Außerdem sind Fürsorgestellen in Aussicht genommen in den an der Grenze liegenden Gemeinden. Die Tätigkeit der neuen zentralen Wanderfürsorge erstreckt sich auf die Befürsorgung von durch Österreich durchreisenden Wanderern; eine produktive Wanderfürsorge

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