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Das jüdische Echo · 1930-03-21 · 12 (21.3.1930) · p. Seite 169

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
12 (21.3.1930)
Date
1930-03-21
Page
Seite 169 (sequence 18)
Language
German
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Nr. 12 Das Jüdische Echo 169 Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten siegt im Jiu Jitsu gegen Berliner Polizei Berlin, 16. März. (JTA.) Im Jiu-Jitsu-Klubkampf, der in den Spichernsälen stattgefunden hat, siegte die Gruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten mit 6:4 Punkten gegen die Jiu-Jitsu- Gruppe der Berliner Polizei und gewann den Preis des „Berliner Tageblatts“. Die Leistungen der Jiu- Jitsu-Kämpfer des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten werden von den Sportkritikern der Presse besonders anerkannt, da ihre kräftigeren Gegner durchwegs größere Gewichtsvorteile hatten. Von den Kämpfern des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten zeichneten sich aus: Wittenberg, Landsberger, Neumann, Averbuch. Der Badische Landtag lehnt einen nationalsozialistischen Antrag auf Erlaß eines Schächtverbots ab Karlsruhe, 13. März. (JTA.) Der Badische Landtag hat in seiner am 13. März abgehaltenen Sitzung den von der Fraktion der Nationalsozialisten gestellten Antrag auf Erlaß eines Schächtverbots abgelehnt. Dr. Osias Thon 60 Jahre Krakau, 14. März. (JTA.) Am 13. März wurde Oberrabbiner Dr. Osias Thon, Mitglied des polnischen Sejm und Präsident der Zionistischen Organisation für Westgalizien und Schlesien, 60 Jahre alt. Die Zionisten Westgaliziens und Schlesiens begingen diesen Tag durch eine Reihe Festlichkeiten, die zu Werbeaktionen für die Bewegung und die zionistischen Fonds ausgenutzt wurden. Die Krakauer Tageszeitung „Novy Dziennik“ und das in Bielsko (poln. Schlesien) erscheinende „Jüdische Volksblatt“ gaben Festnummern heraus. Geplant wird die Herausgabe sämtlicher Schriften des Jubilars. Er schrieb u. a. eine Studie: „Zur geschichts-. philosophischen Begründung des Zionismus“. Eine Ritualmordaffäre in Griechenland Saloniki, 14. März. (JTA.) In der Stadt Volo wurden zwei jüdische Kaufleute unter der Beschuldigung verhaftet, .ein griechisches Kind zum Zwecke des Ritualmordes entführt zu haben. In Volo und der Umgebung entstand infolge der Hetze antisemitischer Agitatoren starke Erregung gegen die Juden. Die Zeitung „Thessalikos Typos“ protestierte dagegen, daß eine solche Hetze in Verbindung mit der Barbarei einer Ritualmordbeschuldigung von den Behörden geduldet werde. Schließlich erwies sich die Beschuldigung als nichtig und die beiden jüdischen Händler wurden in Freiheit gesetzt. Volo zählt unter einer allgemeinen Bevölkerung von 20 000 Seelen über 1000 Juden. Der Antipessach-Feldzug in der Sowjetunion eingeleitet Moskau, 13. März. (JTA.) Die Liga der Atheisten hat ihre Kampagne unter der jüdischen Bevölkerung gegen die Feier des religiösen Pessachfestes offiziell eingeleitet. Die Leitung der Atheisten-Liga hat an alle ihre Ortsgruppen Instruktionen versandt, in denen darauf hingewiesen wird, daß in diesem Jahre das jüdische Pessachfest mit den christlichen Ostern zusammenfällt und daß sonach die beste Gelegenheit besteht, eine solidarische christlich-jüdische antireligiöse Front gegen die Feier von Pessach und Ostern zu bilden. Die Atheisten in allen Orten werden angewiesen, in der Nacht vom 19. zum 20. April, also am ersten Ssederabend, antireligiöse Straßenkundgebungen mit Fackelzug zu veranstalten, bei denen antireligiöse Losungen ausgegeben werden sollen. Am ersten Pessachtage sollen durch Radio antireligiöse Ansprachen verbreitet werden. Auch soll in Plakaten die Bevölkerung überall zur Nichthaltung des Pessach aufgefordert werden. Die gesamte Antipessach-Kampagne, heißt es in der Instruktion, soll zur Stärkung der Propaganda für Schließung von Synagogen und Kirchen und für entsprechende Aufforderungen an die staatlichen Behörden benutzt werden. — Gleichzeitig versandte das Zentralkomitee der Atheisten-Liga an die Provinzkreise ein Zirkular mit dem Ersuchen, bei der Propaganda für Schließung von Andachtsstätten nicht bis ins Extreme zu gehen. Es heißt darin: Die Schließung von Synagogen und Kirchen soll, wenn sich die Mehrheit der Bevölkerung ihr widersetzt, nicht durch administrative Gewalt vollzogen werden, sondern es soll die Propaganda zur Gewinnung der Mehrheit der Bevölkerung verstärkt werden. Beginn der 6-MilIionen-Dollar-Kampagne für Jewish Agency und Joint Distribution Committee in den Vereinigten Staaten Washington, 11. März. (JTA.) Am Sonnabend, dem 8. März abends, wurde im Hotel Washington zu Washington bei Anwesenheit von etwa 600 Delegierten aus allen Teilen der Vereinigten Staaten die Konferenz der Allied Jewish Campaign eröffnet, deren Ziel es ist, im Verlauf des Jahres 1930 sechs Millionen Dollar in den Vereinigten Staaten aufzubringen, von welcher Summe dreieinhalb Millionen Dollar für das Aufbauwerk des Joint Distribution Committee in Osteuropa und zweieinhalb Millionen Dollar für das Palästinawerk der Jewish Agency zur Verwirklichung ihres auf der Züricher Konferenz beschlossenen Aufbauprogramms verwendet werden sollten. Die Konferenz stand im Zeichen des Andenkens an den verstorbenen Präsidenten der Jewish Agency und Führer der amerikanischen Judenheit, Louis Marshall, dessen Wirkens die meisten Redner gedachten; die Ehrung des Andenkens .Marshalls fand auch in einer einmütig angenommenen Resolution Ausdruck. Die Konferenz nahm einmütig eine Resolution an, in der die Organisierung des Allied Jewish Campaign bestätigt wird und alle amerikanischen Juden aufgefordert werden, sich unter einem Banner zu sammeln und ihre Kräfte zu vereinigen. In der Resolution wird dem Gefühl der Trauer und des Schmerzes der amerikanischen Judenheit über das Ableben Louis Marshalls Ausdruck gegeben. Die Wahl der Beamten des Campaign wird gebilligt. Herr Felix M. Warburg wird gebeten, die Grüße der Konferenz an den Präsidenten der Jewish Agency Professor Chaim Weizmann und an die Mitglieder des Administrative Committee der Jewish Agency, die sich am 23. März in London zu einer Tagung versammeln, zu überbringen. Auf dem Wege zur Tagung des Administrative Committee der Jewish Agency Neuyork, 14. März. (JTA.) Der Präsident des Administrative Committee der Jewish Agency, Herr Felix M. Warburg, und die Mitglieder des Committee Dr. Cyrus Adler, Alexander Kahn, James Becker, Julius Simon, Joseph Hyman haben an Bord der „Bremen“ die Reise nach London angetreten, wo sie an der am 23. März in London beginnenden Tagung des Administrative Committee teilnehmen werden. Der Präsident der amerikanischen Zionistischen Organisation und Mitglied der Exekutive der Jewish Agency Louis Lipsky hat an Bord der „Majestic“ die Reise nach London angetreten.

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