Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 11 (14.3.1930)
- Date
- 1930-03-14
- Page
- Seite 149 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 11 149 Das Jüdische Echo Gründung arabisch-jüdischer Vereinigungen zur Förderung der Landwirtschaft Im „Haaretz“ vom 3. März wird ein Bericht aus Benjamina über die Gründung einer landwirtschaftlich-bäuerlichen Gesellschaft, an der sich Vertreter verschiedener arabischer Dörfer aus der Umgebung von Haifa, Tul Kerem, Djenin und Beth Schaan beteiligen, veröffentlicht. Von jüdischer Seite entsandten die Siedlungen Chederah, Sichron Jacob, Benjamina, Givath Adah, Sohfejah und Bath Schlomoh Delegierte. Die arabischen Redner betonten in der Gründungsversammlung die Gemeinsamkeit der Interessen der arabischen und jüdischen Landwirte Nur durch Zusammenarbeit könne das Ziel, das sich die neue Vereinigung gestellt habe, nämlich die Förderung der Landwirtschaft in den Dörfern des ganzen Landes, erreicht werden. In den Ausschuß der Vereinigung wurden sechs arabische und zwei jüdische Vertreter gewählt. Nach der Wahl einer Leitung und Diskussion über verschiedene Vorschläge der Delegierten Unterzeichneten sämtliche Teilnehmer das Protokoll der Gründungsversammlung. Der Vorsitzende der Versammlung, Emin Effendi al Mahmud, schloß die Zusammenkunft mit einer Ansprache, in der er auf den Nutzen hinwies, den die Vereinigung für die Verbesserung der Beziehungen unter den Einwohnern des Landes bringen werde, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß man auch in andern Bezirken dieses Vorgehen befolgen und landwirtschaftliche Vereinigungen gründen werde, die sich abseits jeder politischen Betätigung nur mit der Förderung der Landwirte und Verbesserung der dörflichen Verhältnisse beschäftigen sollen. (Ziko) Feuilleton Purim in Gailingen Von Georg Gidalewitsch Die Purimbräuche des Ostens und Westens unterscheiden sich nicht sehr voneinander. Man schickt „Schlackmones“, es gibt „Lekach“, wunderbare „Homontaschen“ und „Krepplach“ und es wird bis spät in die Nacht getrenderlt. Einmal im Jahr zeigen sich da auch die „gesetzten Alten“ ausgelassen. Während aber im Osten zur Purimzeit noch heute sich die Jungen in fantastischen Verkleidungen in den Straßen herumtreiben, spielt sich im Westen alles in der „Schul“ ab. Eine Ausnahme macht Gailingen. Gailingen in Baden, in der Nähe des Untersees gelegen, ist ein Städtchen, das noch vor 30 Jahren fast nur von Juden bewohnt war. Damals stellten die Juden auch den Bürgermeister; doch ist bis heute ihre Anzahl sehr zurückgegangen. Aber sie haben noch ihre Synagoge, ihre Schule und ihren Rabbiner und was besonders bis auf die Gegenwart nachwirkt, ist die alte Purimtradition. Die Purimfeier der Gailinger Juden, „die Judenfastnacht zu Gailingen“, wie sie in nichtjüdischen Kreisen genannt wurde, ist in der ganzen Bodenseegegend bekannt und berühmt geworden und von weither kommen dazu die Gäste. Nicht nur die Juden der umliegenden Gemeinden, auch die Nichtjuden feiern mit und nehmen teil an den Vergnügungen. Die „Judenfastnacht“ trat in dieser allgemeinen Form zum erstenmal im Jahre 1865 auf, während vorher Purim nur im engsten Kreis gefeiert wurde und auf den Straßen nur vereinzelt Masken ihre Späße trieben. Weil aber die Bevölkerung vorwiegend jüdisch war, wurde die „Gailinger Judenfastnacht“ vom Bezirksamt immer genehmigt. Sie ist nun zur Volkssitte geworden und schon dadurch erleichtert, daß die Umgangssprache der Gailinger christlichen Bevölkerung mit jüdischen Wörtern sehr durchsetzt ist. Aus dem Purimfest, das wir sonst nur im eigenen Kreis feiern, ist hier in Gailingen ein Maskenfest geworden, mit einem großen öffentlichen Umzug und dem üblichen „Mummenschanz“. Wochen vorher wird das bevorstehende Purimfest zum Tagesgespräch der. Gailinger Juden und der gesamten Bevölkerung am Untersee. In den Küchen wird gebacken und geschmort; in der Schule wird wahrscheinlich nichts mehr gelernt Einen Wagen kaufen, ohne Mercedes-Benz zu prüfen, heifjt wählen ohne Mafjstab Daimler * Benz A.*G. Verkaufsstelle München Personenwagenverlcauf: Lenbachpiatz 4, Tel. 50672, 59390 Lasfwagenverlcauf und Reparaturwerlc: Dachauer Str. 112, Tel. 63237/ 38/ 39 Leiter: D i r e Ic t o r J a Ic o b We r I i n BlWü (twpi MDI