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Das jüdische Echo · 1930-03-14 · 11 (14.3.1930) · p. Seite 145

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
11 (14.3.1930)
Date
1930-03-14
Page
Seite 145 (sequence 5)
Language
German
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Nr. i 1 Das Jüdische Echo 145 Siedler können wechseln, wie in jedem Lande Boden von einer Hand in die andere übergehen kann; wie aber auch der Boden jedes Staates in politischem Sinne nicht veräußert werden kann, so wird durch den KKL. palästinensischer Boden unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes. Cum grano salis verstanden ist der KKL. unser Judenstaat. Ein weiteres Moment, das die Bedeutung des KKL. ausmacht, ist sein Einfluß auf die Bodenpreise. Die feststehenden Preise des in öffentlicher Hand befindlichen Landes beeinflussen den Kurs des anderen, vor allem des angrenzenden Bodens, wie überhaupt durch jede Erweiterung des KKL.-Besitzes neuer Boden der Spekulation entzogen wird. Die Frage, wo der KKL. heute Boden kaufen soll, muß man im allgemeinen dahin beantworten, daß Ziel der Käufe die Abrundung des jüdischen Besitzes sein muß. Doch darf man nicht aus dem Auge verlieren, wie wichtig jüdischer Besitz an den Verkehrszentren und Verkehrslinien wäre, und muß auch Kaufangebote dieser Art ausnutzen. Durch eine besondere Konstellation haben sich gerade in letzter Zeit die Möglichkeiten zum Erwerb großer, wichtiger Ländereien sehr vermehrt. Die arabische Propaganda nämlich für ein Gesetz, das den Bodenverkauf beschränken soll, hat im Augenblick zur Folge, daß viele Araber noch rechtzeitig jetzt ihren Boden losschlagen wollen. Es wäre ein nicht wieder gutzumachender Schaden, wenn der KKL. diese günstigen Gelegenheiten aus Mangel an Mitteln nicht ausnützen könnte. Daher kommt allen Aktionen, die der KKL. gerade jetzt unternimmt, eine besondere, erhöhte Bedeutung zu. (Auskunft über die Durchführung der Purimaktion des Keren Kajemeth Lejisrael erteilen dessen Büros in München, Henzog-Rudolf-Straße 1, Tel. 2 97 4 49, und Nürnberg, Burgstraße 23.) Josef Trumpeldor Zum 10. Todestag Am 11. Adar vor zehn Jahren wurde dem jüdischen Volk ein Held entrissen: Josef Trumpeldor, der mit sieben seiner Freunde auf den Bergen Galiläas der Übermacht der feindlichen Angreifer trotzte und fiel. Er fiel auf dem Boden Palästinas, der durch die Arbeit der jüdischen Arbeiterjugend geheiligt war. Josef Trumpeldor bedeutet eine leuchtende Gestalt in der an Helden nicht armen jüdischen Geschichte. Er war es, der während des Weltkrieges mit seiner jüdischen Legion auf Gallipoli kämpfte, während der blutigen russischen Revolution den .,Hechaluz“ gründete, der sich zum Arbeitsheer für den Aufbau Erez Israels entwickelte und hier das Pflichtbewußtsein in die Herzen der jüdischen Jugend pflanzte. Der Mann, der überall, wohin das Schicksal ihn verschlug, unter den jüdischen Kolonisten in der Krim, unter den Arbeitern im Jordantal, unter den Verteidigern von Tel Chaj, seiner Todesstätte, aufopfernd wirkte, ist ein Beispiel von Edelmut, Tatendrang und Menschenliebe für alle, die sich zu einer für Palästina schaffenden Gemeinschaft geformt haben. Sir Jobn Chancellor im Emek Jerusalem, 9. März. (JTA.) Der Oberkommissar von Palästina, Sir John Chancellor, der mit Lady Chancellor Nordpalästina bereist, empfing in der Kolonie Ejn Charod Vertreter aller Keren- Hajessod-Kolonien im Osten des Tales Jezreel und unterhielt sich mit ihnen über die verschiedenen Siedlungsformen. Es steht Ihnen frei, sagte er, jene kommunale Lebensform zu wählen, die Ihren Wünschen entspricht; aber Sie sollten es nicht für unfreundlich halten, wenn ich bemerke, daß ich für meinen Teil ein solches Leben nicht führen konnte. Das beweist aber nicht, daß Sie Unrecht haben. In Palästina unter britischer Herrschaft darf jeder, ganz wie in England, sich seinen Fähigkeiten entsprechend ausleben, vorausgesetzt, daß er die Nachbarn nicht stört. Der Vertreter von Ejn Charod äußerte, als er sich vom High Commissioner verabschiedete, die Hoffnung, es werde die Zeit kommen, in der alle Menschen nach den Grundlinien einer Kommune leben werden. Ich hoffe dies nicht, erwiderte Sir John lächelnd. Der Oberkommissar erklärte, er sei entzückt über das gesunde Aussehen der Kinder der Kwuzah und sei besonders erfreut über das vorzüglich geleitete zentrale Emek-Hospital. Lady Chancellor äußerte ebenfalls ihre Bewunderung über das Gesehene und bedauerte nur, daß in der Kwuzah keine einzige Frau war, mit der sie sich englisch unterhalten konnte. Sir John Chancellor bedauerte es, daß die Regierung nicht über die notwendigen Mittel verfüge, um alle die Straßen zu bauen, die notwendig sind. Herr Dowbiggin, sagte er, der die palästinensische Polizei neu organisiert, stelle einen Plan der Verteidigung des Emek gegen etwa eindringende transjordanische Beduinen auf. Der Oberkommissar ersuchte die Siedler von Ejn Charod, aus eigenen Kräften den Weg zur Eisenbahnstation zu reparieren, damit der Verkehr und, wenn nötig, auch der Transport von Truppen, erleichtert werde. Jerusalem, 9. März. (JTA.) Sir John Chancellor, der zum ersten Male seit den Unruhen im August 1929 die Stadt S a f e d besuchte, erklärte, er sei entsetzt über die Zerstörung des jüdischen Stadtviertels; es tröste ihn, daß die neu ernannte Stadtverwaltung unter dem Vorsitz des britischen Distriktsbeamten ordnungsmäßig arbeitet. Die arabischen Scheichs aus der Umgegend von Rosch Pinahj unweit Safed, fanden sich zur Begrüßung des Oberkommissars ein und beteuerten, daß sie sich durch die antijüdische Agitation nicht verführen lassen und weiterhin, wie seit 45 Jahren, mit ihren jüdischen Nachbarn in Frieden und Freundschaft leben. Bei seinem Eintreffen in Tiberias beglückwünschte Sir John Chancellor die Juden und die Araber der Stadt, die auch während der Augustunruhen den Frieden zu bewahren wußten. Sir John weihte das Gebäude der Regierungsschule von Tiberias ein und erklärte es als eine Schande, daß dieses das erste Gebäude dieser Art sei, das seit Beginn der britischen Administration errichtet wurde, und daß selbst dieses Gebäude nicht aus den Mitteln des Schatzamtes, sondern aus den Einkünften der heißen Quellen von Tiberias erbaut worden sei.

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