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Das jüdische Echo · 1930-03-07 · 10 (7.3.1930) · p. Seite 132

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
10 (7.3.1930)
Date
1930-03-07
Page
Seite 132 (sequence 6)
Language
German
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132 Das Jüdische Echo Nr. 10 es als eine Stammesgemeinschaft ansieht. Wie könnte Palästina aus unserem Gesichtkreis entschwinden, das Land, in dem sich dieser Stamm konsolidiert. Und wenn man es als eine Schicksalsgemeinschaft ansieht, was bedeutet stärker Schicksal als das, was in Palästina geschieht? Denn täuschen wir uns nicht, da gilt auch für uns: tua res agitur. Schicksalsgemeinschaft ist es, die auch uns deutsche Juden berufen muß, Hand mitanzulegen, wo es gilt, nicht bloß das jüdische Werk in Palästina zu sichern; damit ist nicht genug getan, sondern es auszubauen für alle Zukunft. Es ist nicht genug getan, sage ich, wenn man sich auf den Standpunkt stellen sollte, das, was bisher geleistet wurde, nicht zugrunde gehen lassen zu wollen. Mein Vorredner hat gesagt, die Fähigkeit der Juden zur Kolonisation stehe nicht in Frage und das mag gewiß richtig sein, aber es kommt daraufan, nicht daß wir an diese Fähigkeit glauben, sondern sie durch eine sichtbare Leistung unbestreitbar erweisen. Auch für diejenigen, die mit dem Beginn des Werkes nicht einverstanden waren, handelt es sich nicht bloß darum, daß es nicht zugrunde gehen soll. Es ist das eines derjenigen Momente, in denen das Judentum als eine Einheit erscheint und in denen das Judentum seine Zukunft sichert, eine bedeutsame Tatsache vielleicht nicht bloß der jüdischen Geschichte. Als in den Augusttagen in Zürich Juden aus aller Herren Länder nicht nur, sondern auch aller religiösen und politischen jüdischen Anschauungen sich zu gemeinsamem Werk zusammengefunden haben, da spürte man in dieser Vielfalt eine beglückende Einheit und in der Einheit eine beglückende Vielfalt. Dieses Erlebnis von der Einheit des Judentums unter der Fahne Palästinas muß verbreitet und deutlich gemacht werden auch jenen, die glauben, eine örtlichen Teil des Judentums aus dem Gesamtjudentum herausschälen zu können, denn auch sie müssen lernen, daß ihre Sonderexistenz nur möglich ist, solange die Einheit des Judentums besteht. Man muß erkennen, daß das, was in Palästina geschieht, ein Mittel ist, diese Erhaltung und Entfaltung herbeizuführen. Wer freilich diese Voraussetzung nicht macht, für den kann Palästina nichts bedeuten. Es ist eines der Ergebnisse des Anstoßes von außen, daß wir uns auf unser Judentum wieder besonnen haben und es als der Erhaltung würdig erfahren haben. Müssen wir aber immer _ Herr Dr. Goldmann hat bereits darauf hingewiesen — auf den Angriff warten, bis wir uns einigen? Es ist schon so, daß das, was Palästina in den letzten Monaten erlebt hat, für manchen ein Warnungssignal war, daß mancher glaubt, nun darauf hinweisen zu können, ich habe es immer schon gesagt, daß auch Palästina keine Heimstätte für die Juden ist. Die so denken, sind jedoch in der Minderzahl und diejenigen, die in diesen Ereignissen nur einen Ansporn sehen, dieses Werk zu unterstützen, in der Mehrzahl; sie haben erkannt, daß man heute erst recht dieses Werk nicht verlassen darf. Ist es notwendig, solche Ereignisse abzuwarten? Wäre es nicht richtiger, an Palästina zu denken als an die große Ghance zur Erhaltung des Judentums, ob Schwierigkeiten kommen oder nicht. Wem die Erhaltung des Judentums am Herzen liegt, der muß bei aller Verschiedenheit der politischen Anschauungen dieses Werk begrüßen, als etwas, wo er sein Judentum wirklich bewahren, wirklich erleben kann. Ich bin nicht der Meinung, die mein Vorredner ausgesprochen hat, als ob unser Judentum nicht auch im Werktag für uns gelte, daß es nur in der Sabbatstunde oder in der Vereinsbetätigung sich äußere, ich glaube, daß unser Judesein unser ganzes Wesen und Dasein ergreifen muß, nicht äls Ornament unseres Lebens schätze ich das Judentum ein, sondern als etwas, was es in all seinen Formen und Betätigungen durchdringt. Daß der jüdischen Substanz dieses Lebens neue Elemente hinzugefügt werden können, das glaube freilich auch ich und deshalb erscheint mir auch für uns deutsche Juden vom Gesichtspunkt der Schicksalsgemeinschaft die Mitarbeit am Palästinawerk wichtig und wesentlich zu sein. Wir deutschen Juden haben noch eine andere Schicksalsgemeinschaft, die mit unseren deutschen Mitbürgern. Nicht nur Schicksalgemeinschaft.Wenn wir dort von Stammes-, von religiöser Gemeinschaft reden, so fühlen wir hier die Gemeinschaft des Lebens, die Gemeinschaft der Kultur und mit dem Jasagen zu der Einheit des Judentums wollen wir nicht Nein sagen zu der Einheit des Deutschtums. Vielleicht zeigt sich hier eine erste Unterscheidung und Begrenzung. Wir erwarten für unsere Kinder ihr Schicksal nicht außerhalb Deutschlands, nicht von außen her bestimmt, von innen her ge- Einen Wagen kaufen, ohne Daimler*Benz A.*G. Verkaufsstelle München P ersonenwagenverkauf: Lenbachplatz 4, Tel. 50672, 59390 Lastwagenverkauf und Reparaturwerk: Dachauer Str. 112, Tel. 63 2 37 / 38/ 39 Leiter: Direktor Jakob Werlin Mercedes-Benz zu prüfen, heifjt wählen ohne Mafjsfab

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