Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 9 (28.2.1930)
- Date
- 1930-02-28
- Page
- Seite 123 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 Das Jüdische Echo 125 In der Diskussion wurden Fragen der Mitgliedschaft und Vorschläge der Eltern über Bundesbeiträge, Fahrtenkosten usw. besprochen. Auf den Vorschlag von Herrn Walter Koschland wurde der Ausschuß mit Dank für seine bisherige Tätigkeit entlastet. Darauf wurde die Frage eines neu zu erwerbenden Landheims behandelt. Nachdem Herr Walter Koschland über Lage (bei Kirchseeon), ideelle und materielle Vorteile des neuen Projekts berichtete, wurde zunächst der Erwerb des Grundstücks von der Versammlung als vorteilhaft bezeichnet. Man beschloß, daß ein Ausschuß, bestehend aus Herrn Justizrat Dr. Fränkel und der Führerschaft, den Ankauf nochmals durchbesprechen und vor allem betreff Bau eines Blockhauses endgültige Beschlüsse fassen solle. Als letzten Punkt der Tagesordnung behandelte man die Frage des „Eufrat“. Man kam zu dem Ergebnis, daß alle Eltern und Freunde des Kadimah, soweit sie nicht ohnehin schon die Beiträge für ihre Kinder zahlen, die moralische Verpflichtung hätten, als Mitglieder dem Bunde anzugehören (Mitgliedsmindestbeitrag pro Jahr RM. 4.—) und sozusagen den Elternbund des Kadimah zu bilden. Der „Eufrat“ selbst ist ein Arbeitsausschuß von fünf Damen und zwei Herren, welcher alle zwei Monate an den Führersitzungen teilnimmt und so mit der Führerschaft in engem Konnex steht. Außerdem soll dieser Arbeitskreis nach Vorschlägen der Führerschaft weitere wirksame Propaganda für den Verein entfalten. Kadimah. Chawerim und Chaweroth; Drei Richtlinien sind es, die unsere nun wieder beginnende Frühjahrsarbeit bestimmen sollen: Haam, haaretz, we hasafah. 1. Dienst am jüdischen Volk durch erhöhte Werbetätigkeit für unseren Bund in den weitesten Kreisen der jüdischen Jugend. 2. Dienst am Land durch stete Bereitwilligkeit, sich mit allen Kräften dem Keren Kajemeth in allen seinen Aktionen zur Verfügung zu stellen. 3. Hebräische Arbeit durch ständigen Besuch der Hebräischen Sprachschule. Anmeldungen bei Fräulein Hohenberger, Herzog-Rudolf-Straße 1, Zionistische Ortsgruppe. Zionistische Ortsgruppe München. Schekelaktion 569 0. Die Schekelaktion hat bereits begonnen. Alle Zionisten sollen für sich und ihre Familienangehörigen den Schekel entrichten, aber zugleich ist es ihre Aufgabe, unserer Bewegung auch neue Anhänger zuzuführen, die durch Entrichtung des Schekels das Bekenntnis zum Baseler Programm ablegen. Jeder Zionist ist dafür verantwortlich, daß das Ergebnis der diesjährigen Aktion von der organisatorischen Größe und der zionistischen Bewegung beredtes Zeugnis ablegt. Jungzionistischer Arbeitskreis. Die Veranstaltung des jungzionistischen Arbeitskreises am 18. Februar leitete Herr Ernst Eisen mit einem Referat über „Idee und Gründungsgeschichte der Agency“, der wichtigstenVertretungskörperschaft der gesamten Judenheit, ein. Der Redner erklärte zunächst den Namen und gab kurz die wichtigsten Daten aus der Vorgeschichte der erweiterten Agency. Zionisten und Nichtzionisten vereinigten sich zu gemeinsamem Werk; eine Zusammenarbeit fand zuerst auf wirtschaftlichem Gebiet statt. Weiterhin wies Herr Eisen auf wichtige Momente des Kampfes im innerzionistischen Lager um die Agency hin und meinte zum Schluß, die Agency werde das sein, was die Zionisten aus ihr machen. Über die Verfassung, die Grundlage der Agency referierte sehr sachlich Herr Hans Oestreicher, Die Fundamente des Zionismus: Balfourdeklaration und Mandat, sind auch die der Verfassung. Die Forderungen des Artikels 4 des Mandats werden dadurch erfüllt, daß die erweiterte Jewish Agency eine Zusammenarbeit aller Juden bei der Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte ermöglicht. Das auf dem 15. Kongreß festgesetzte Palästinaprogamm wurde in der Konstitution beibehalten. Die Funktionsorgane der Agency entsprechen denen der Zionistischen Organisation. Dem Kongreß entspricht der Council, dem Aktionskomitee das Administrative Committee. Finanzinstrument der Agency ist der Keren Hajessod, während der Keren Kajemeth Lejisrael der Zionistischen Organisation untersteht. Der Referent ging sehr genau auf das WahlsysL .. ein, bei dem das demokratische Prinzip möglichst durchgeführt werden soll. Bei einer kurzen Darstellung der Halbjahrgeschichte der Agency zeigte sich, daß sich Schwierigkeiten nur auf organisatorischem Gebiete ergaben. Eine Beeinträchtigung der Arbeit ist auf die Palästinaunruhen und den Tod Marshalls zurückzuführen. — An der Diskussion nahmen die Herren Simann, Dr. Emrich und Franz Prager teil. H. L. Lehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde München Mittwoch, 5. März, 20.15 Uhr, Bibliotheksaal der Gemeinde, Herzog-Max-Straße 7, Vortrag Dr. W. Eliasberg: „Not und Fürsorge.“ 1. Abend. (Da der für Mittwoch, 26. Februar 1930, angesagte Vortragsabend ausgefallen ist, beginnt der Vortrag erst mit dem 5. März.) Das Maskenfest des Bar-Kochba Unter dem Motto: „Vom nahen zum fernen Osten, die Narretei darf nicht viel kosten“, veranstaltete der jüdische Sportverein Bar-Kochba sein diesjähriges Maskenfest. Die von Mich. Oswald herrlich dekorierten Räume des Regina-Palastes, der Schmiß der Kapelle und die sportfreudige, tanzfrohe Jugend erzeugten eine richtige Faschingsstimmung. Türken, Chinesen und anderes buntes Volk boten ein farbenfrohes Bild, ln den Tanzpausen sorgten nette Überraschungen, wie z. B. ein Giraffentanz, eine Karikatur der Alten-Herren-Riege und das reichen Gewinn bringende chinesische Fadenziehen für willkommene Abwechslung. Hoffentlich werden sich auch in Zukunft die sportlichen Veranstaltungen Bar- Kochbas einer ebensolchen Teilnahme erfreuen. H. K. Jüdischer Jugendverein München. I. Unsere Donnerstagabende bringen am 6. März einen Vortrag des Herrn Referendars Franz Prager über die im Mittelpunkt des heutigen Interesses stehende „Affäre Dpeyfus“. Beginn: 20.30 Uhr im Lessingsaal. Am 13. März fällt unsere Veranstaltung wegen des Purimfestes aus. CAFE WINTERGARTEN Inhaber: Franz Schnabel Nachmittags Konzert Äbends ununterbrochen Tanz 2 Kapellen Mäßige Preise Kein Weinzwang Kein Eintritt