Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 9 (28.2.1930)
- Date
- 1930-02-28
- Page
- Seite 120 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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120 Das Jüdische Echo Nr. 9 Dr. Petersen, das staatliche Oberhaupt der Stadt Hamburg, eine Ansprache, in welcher er sich sehr eindrucksvoll zu den jüdischen Palästina-Bestrebungen bekannte. Hierauf sprach namens der deutsch-israelitischen Gemeinde Herr Hermann Philipp (Hamburg) und namens der Hamburger Zionistischen Vereinigung Dr. Heppner. Es folgte eine Ansprache von Oberbürgermeister Brauer (Altona), die die jüdische Palästinabewegung würdigte. Dann sprach Kurt Blumenfeld, Vorsitzender der Z. V. f. D. Mit einem kurzen Schlußwort des Vorsitzenden, Graf Bernstorff, wurde der denkwürdige Abend abgeschlossen. V. Reichskonferenz des Verbandes Ostjüdischer Organisationen Magdeburg, 24. Februar. (JTA.) Im Gesellschaftshaus „Freundschaft“ zu Magdeburg wurde am Sonntag, dem 23. Februar, die V. Reichskonferenz des Verbandes Ostjüdischer Organisationen in Deutschland abgehalten. Aufhebung der Immunität eines Ritualmordhetzers München. 24. Februar. (JTA.) Die badische Oberstaatsanwaltschaft hat den Fandtag um Aufhebung der Immunität des nationalsozialistischen Abgeordneten Dr. Hellmuth ersucht, der in einer Reihe von Versammlungen in Baden durch Ritualmordmärchen die Bevölkerung aufzureizen suchte. Die Münchener Staatsanwaltschaft hat den Bayerischen Landtag um erneute Aufhebung der Immunität des nationalsozialistischen Landtagsabgeordneten Julius Streicher ersucht, weil gegen ihn Anklage wegen Betruges und versuchten Betruges, begangen innerhalb der Nürnberger Parteigruppe durch Ausstellung von falschen Schuldscheinen, erhoben worden ist. Bekanntlich ist Streicher vor kurzem wegen Beleidigung der jüdischen Religionsgemeinschaft durch Verbreitung von Ritualmordmärchen zu Gefängnis verurteilt worden. Jüdische Studenten Bayerns gezwungen, zur Alimentierung der antisemitischen österreichischen Studentenschaft beizutragen München, 21. Februar. Wie in den Tagesblättern berichtet wurde, hat das bayerische Kultusministerium eine Verfügung erlassen, wonach die sogenannte „Deutsche Studentenschaft,“ erneut ermächtig wird, von sämtlichen in Bayern jmmatrikulierten Studenten Zwangsbeiträge für ihre höchst zweifelhaften Zwecke einzuziehen, und zwar mit Hilfe des staatlichen Kassenapparates. Die Verfügung ist zweifellos unter dem unablässigen Druck der zumeist völkisch oder deutschnational beeinflußten Korporationen und ihrer alten Herren zustande gekommen. Ein direkter Beitrag von 20 Rpf. wird für den (österreichischen) Kreis VIII der Deutschen Studentenschaft erhoben. Damit sind sämtliche Studierende an den bayerischen Hochschulen, auch die jüdischen, gezwungen, zur Alimentierung der extrem antisemitisch eingestellten sog. „Deutschen Studentenschaft“ in Österreich beizutragen, die freilich trotz ihres Antisemitismus nichts dagegen hat, auch von Geldern zu leben, die in Bayern zwangsweise von jüdischen Studenten erhoben werden. Ein famoser „Rechts“zustand! Kejne außerordentliche Palästina-Session der Mandatskommission im April Genf, 20. Februar. (JTA.) Wie der Vertreter der Jüdischen Telegraphen - Agentur erfährt, hat der Vorsitzende der Permanenten Mandatskommission des Völkerbundes, Marquis Teodoli, dem Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, mitgeteilt, daß die für den 2. April vorgesehene gewesene außerordentliche Session der Mandatskommission, die ausschließlich der Erörterung der Palästinalage gewidmet sein sollte, ausfällt, da die britische Regierung nicht in der Lage ist, ihren Bericht über die Palästinaereignisse rechtzeitig herzustellen. Die Palästinafrage, teilt Marquis Teodoli weiter mit, werde darum erst in der normalen Juni-Session der Mandatskommission zur Behandlung gelangen, die, statt wie in früheren Jahren Mitte Juni, in diesem Jahre schon am 4. Juni beginnen wird. Die Rabbinerverhaftungen in Minsk Moskau, 23. Februar. (JTA.) Dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur in Moskau ist cs gelungen, mit einer angesehenen und zuverlässigen Persönlichkeit in Minsk telephonisch in Verbindung zu treten und von derselben Auskünfte über die Lage der verhafteten Rabbiner und Gemeindeführer zu erlangen. Die Minsker Persönlichkeit gab der Verwunderung Ausdruck, daß im Auslande Gerüchte über bevorstehende oder bereits ausgesprochene Todesurteile gegen die verhafteten Rabbiner entstehen konnten, wo doch in Minsk selbst niemand mit einer tsolchen Eventualität rechnet. Richtig ist, daß die Behandlung der Gefangenen in den letzten Tagen eine mildere geworden ist, den Verwandten der Gefangenen wird erlaubt, sie im Gefängnis zu besuchen und mit ihnen zu sprechen. Es wird mit Bestimmtheit erwartet, daß mindestens Oberrabbiner Gluskin und Rabbiner Kopelowitsch noch in dieser Woche aus der Haft entlassen werden würden. Verschärfung des südafrikanischen Einwanderungsgesetzes Kapstadt, 18. Februar. (JTA.) Das südafrikanische Parlament hat bekanntlich beschlossen, die Einwanderung aus osteuropäischen Ländern auf ein Minimum zu beschränken und nur 50 Personen aus jedem dieser Länder die Einwanderung zu gestatten. Nun haben die Nationalisten im Parlament ein Amendement zu diesem Quotengesetz beantragt, demgemäß das Quotengesetz statt am 1. Juli schon am 1. Mai d. J. in Kraft treten solle, und daß nur 33 Personen aus jedem von dem Gesetz betroffenen Ländern für den Rest dieses Jahres einwandern dürfen. Das Amendement wurde mit 55 gegen 47 Stimmen angenommen. Revision im Prozeß Hinkis Jerusalem, 21. Februar. (JTA.) Am 27. Februar beginnt vor dem Obersten Gericht in Jerusalem die Revisionsverhandlung in dem Prozeß des jüdischen Polizeibeamten aus Tel-Awiw, Simcha Hinkis, der von dem Jaffaer Gericht unter der Beschuldigung, eine fünfköpfige arabische Familie getötet zu haben, zum Tode verurteilt worden war. Hinkis, der seine Unschuld beteuert, wurde auf Grund einseitiger Aussagen arabischer Zeugen verurteilt. Alle Todesurteile in Palästina in fünfzehnjährige Gefängnisstrafe umgewandelt? Jerusalem, 18. Februar. (JTA.) Die hebräische Tageszeitung „Haarez“ will erfahren haben,