Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1930-02-28 · 9 (28.2.1930) · p. Seite 119

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
9 (28.2.1930)
Date
1930-02-28
Page
Seite 119 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9072829-9103085-9229976--10658-9222737
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 9 Das Jüdische Echo 119 über das betäubungslose Schächten sofort aufgehoben und das Referat beauftragt werde, Vorkehrungen zur Durchführung des Landtagsbeschlusses über den Betäubungszwang für Schlachttiere zu treffen. Im städtischen Hauptausschuß machte R.R. Schmidt geltend, daß das vom Landtag verabschiedete Gesetz im Gesetz- und Verordnungsblatt noch nicht veröffentlicht wurde und daß die Ausführungsbestimmungen auch noch nicht erschienen seien. Ob das Gesetz mit dem 1. Oktober 1930 in Kraft treten könne, steht noch dahin, weil verschiedentlich die Meinung vertreten werde, daß das vom Landtag verabschiedete Gesetz gegen die Reichsverfassung verstoße und unter Umständen ein Vorgehen der Reichsregierung beim Staatsgerichtshof in Betracht komme. Der Hauptausschuß beschloß mit Rücksicht darauf, die Beratung des nationalsozialistischen Antrages bis auf weiteres zurückzustellen. Aus der jüdischen Welt Sitzung des Landesvorstandes der Z. V. f. D. in Berlin Berlin, 24. Februar. (JTA.) Am 23. Februar fand in Berlin in den Räumen der Loge Kleiststraße 10 die erste Sitzung des auf dem Delegiertentag in Jena neugewählten Landesvorstandes der Zionistischen Vereinigung für Deutschland statt. An der Sitzung nahmen 54 Mitglieder des Geschäftsführenden Ausschusses und des Landesvorstandes, ferner stellvertretende Mitglieder des Landesvorstandes, Mitglieder der Kommissionen und Beamte teil. Der Vorsitzende der Z. V. f, D., Herr Kurt Blumenfeld, erstattete einen Bericht über die Lage im Weltzionismus, an den sich eine Diskussion anschloß, in der Vertreter der verschiedenen Parteigruppen das Wort nahmen. Dr. Martin Rosenblüth legte namens des Geschäftsführenden Ausschusses den Etat der Z. V. f. D. für das Jahr 1930 vor, und beantwortete eine Reihe von Anfragen, die zum Etat gestellt wurden. Der Etat, der mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 160 000 RM. balanciert, wurde einstimmig angenommen, sodann wurden die Wahlen für die Gemeindekommission, die Oberste Vertrauenskommission, die Keren-Hajessod-Komission, die K.K.L.-Kommision für Deutschland vollzogen. Dr. Alfred Landsberg aus Wiesbaden erstattete ein Referat über „Unsere Haltung und unsere Maßnahmen gegenüber der antisemitischen Bewegung in Deutschland“, an das sich eine längere Diskussion schloß. Die Aussprache soll auf der nächsten Sitzung des Landesvorstandes fortgesetzt werden. Eine Kommission, bestehend aus den Herren Blumenfeld, Berger, Epstein,, Gerson, Kreutzberger, Landsberg, Siegfried Moses, Naphtali, Schocken, Waldmann soll sich in der Zwischenzeit mit diesen Fragen eingehend befassen und der nächsten Sitzung des Landesvorstandes Vorschläge unterbreiten. Dr. Kanowitz erstattete ein Referat über die Bodenfrage in Palästina und die Purim-Aktion des K.K.L. in Deutschland. Es wurde einstimmig beschlossen, diese Aktion mit allen Kräften zu unterstützen. Nach einem Bericht von Dr. Landauer erteilte der Landesvorstand seine Zustimmung zu einer neuen Form des Projektes der Ansiedlung deutscher Chaluzim in Palästina. Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses des Hilfsvereins Berlin, 21. Februar. (JTA.) Am 13. Februar 1930 fand eine Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses des Hilfsvereins der Deutschen Juden statt. Es wurde über die Verhältnisse in Rumänien und über die weitere Ausgestaltung des dort eingeleiteten sozialen und kulturellen Hilfswerks beraten. — Ferner wurde der Beschluß gefaßt, eine besondere Hilfsaktion für das notleidende jüdische Kind in Litauen zu unternehmen, die bereits seit längerer Zeit ins Auge gefaßt worden ist. Den unmittelbaren Anlaß zu dem Beginn der Aktion gab die Zerstörung des jüdischen Kinderhauses in Kowno durch Feuer. Das Kinderhaus in Kowno ist eine Zentrale für die gesamte jüdische Kinderfürsorge in Litauen. Der Geschäftsführende Ausschuß genehmigte die Vorschläge zur Durchführung der Aktion, für die ein Damenkomitee gebildet wurde. Geheimrat Kastl aus der Mandatskommission ausgeschieden — Solf sein Nachfolger? Berlin, 24. Februar. (JTA.) Der Generalsekretär des Völkerbunds gab, wie aus Genf telegraphiert wird, den Mitgliedern des Völkerbundrates den bereits früher angekündigt gewesenen Rücktritt des deutschen Vertreters in der Mandatskommission, Geheimrat Kastl, bekannt. Für den Posten eines deutschen Mitgliedes der Mandatskommission wird in Berliner politischen Kreisen an erster Stelle der frühere langjährige Staatssekretär des Reichskolonialamtes und spätere deutsche Botschafter in Tokio, Dr. Solf, genannt. Palästina-Kundgebung in Hamburg Hamburg, 20. Februar. (JTA.) Am 17. Februar fand in Hamburg im Hotel Atlantik unter dem Vorsitz von Graf Bernstorff eine Kundgebung des Deutschen Komitees Pro Palästina statt. Es waren etwa 1300 Personen anwesend, darunter viele Nichtjuden, Persönlichkeiten aus akademischen Kreisen usw., sowie Vertreter aller Zeitungen. Die Reden wurden durch Lautsprecher in den Nebensälen verbreitet. Nach einer längeren Begrüßungsansprache des Vorsitzenden, Graf Bernstorff, in deren Verlauf er auch die Briefe von Max Warburg und Prof. Einstein verlas, hielt, von begeistertem Beifall begrüßt, Bürgermeister Wäscherei der Münchener Hausfrau Landwehrstraße 57/59 Rgb. Telephon 596858 Zweigstellen: 1 Haushaltwäscherei ■ „Apollo“ Dachauer Straße 19 Rgb. Telephon 52553 2 Baaderstraße 13 ■ Telephon 25702 3 Gabelsbergerstraße 103 ■ Telephon 596491

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.