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Das jüdische Echo · 1930-02-21 · 8 (21.2.1930) · p. Seite 107

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
8 (21.2.1930)
Date
1930-02-21
Page
Seite 107 (sequence 12)
Language
German
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Nr. 8 Das Jüdische Echo 107 lonie Beth Alpha, offenbar um das Vieh zu rauben. Die jüdischen Wächter wurden rechtzeitig auf den Anschlag aufmerksam und eröffneten das Feuer gegen die Banditen. Sie ergriffen panikartig die Flucht, wobei sie von Zeit zu Zeit, um die Verfolger zurückzuhalten, Schüsse abgaben. Den Kolonisten gelang es nicht, der Marodeure habhaft zu werden. Palästinaregierung wegen der erneuten moslemitischen Umtriebe an der Klagemauer beunruhigt Jerusalem, 13. Februar. (JTA.) Aus maßgebender Quelle wird der Jüdischen Telegraphen- Agentur mitgeteilt, daß die Regierung Palästinas entschlossen ist, den erneuten Umtrieben der Moslemiten an der Klagemauer, die auf die Störung der jüdischen Andacht hinausgehen, Einhalt zu gebieten. Die Moslemiten gebieten den betenden Juden, die Stimmen zu dämpfen, sie löschen die an der Klagemauer angezündeten Kerzen aus und erneuern das Spielen auf geräuschvollen Instrumenten nahe der Mauer. Weitere Safedaraber zum Tode verurteilt Jerusalem, 11. Februar. (JTA.) Das Gericht in Haifa hat am Samstag gegen neun Araber aus Safed verhandelt, die angeklagt waren, während des Judenmassakers in Safed am 29. August den Direktor der Safeder Misrachi-Schule Efriat und seine Gattin ermordet zu haben. Das Gericht fand die Angeklagten für überführt und verurteilte sie zum Tode. Am Montag, dem 10. Februar, trat in Jerusalem das Berufungsgericht zusammen, das sich aus den Richtern Mac Donnel, Baker und Copeland zusammensetzte, um in der von den Verurteilten eingelegten Berufung eine Entscheidung zu treffen. Nach einem zweistündigen Plädoyer des arabischen Anwalts verzichtete das Gericht auf die Anhörung der Erwiderung des Staatsanwalts und bestätigte das neunfache Todesurteil des Erstgerichts. Des Mordes angeklagte Juden freigesprochen Jerusalem, 14. Februar. (JTA.) Vor dem Jerusalemer Kreisgericht begann am 13. Februar der Prozeß gegen Benzion Kahn, Abraham Goldstein, Abadiah Jedidjah und David Jecheskiel, die beschuldigt waren, am 1. September 1929, in der Unruhe-Epoche, in Jerusalem einen Araber ermordet zu haben. Nach kurzen Verhandlungen hat das Gericht unter Verzicht auf Anhörung der Verteidiger alle vier Angeklagte freigesprochen. Das Gericht stellte ihre vollkommene Unschuld fest. Das freisprechende Urteil gegen die vier Juden hat in der Jerusalemer jüdischen Öffentlichkeit, in der man an der Unschuld der Angeklagten nicht zweifelte, große Befriedigung hervorgerufen. Heuschreckenplage in Jerusalem Jerusalem, 14. Februar. (JTA.) In den Distrikten Jerusalem, Beer Scheba, Gaza, Ramleh und Nablus sind Heuschreckenschwärme aufgetaucht. Es wurden Maßnahmen getroffen, die Schwärme zu vertilgen, die von den Heuschrecken gelegten Eier werden durch Umpflügen vertilgt. Elias und Rahel Straus Zu ihrer Silberhochzeit. Unsere Zeit ist gekennzeichnet durch die Vorherrschaft der Organisation. In immer weiterem Maße verschwindet die Einzelpersönlichkeit hinter ihrer Gruppe, ihrer Organisation, ihrer Partei, benutzt sie Gruppe, Organisation und Partei zur Durchsetzung ihrer Bestrebungen; desto stärker sind aber Eindruck und Wirkungen dort, wo wahre menschliche und politische Führerschaft das Schema sprengt, die Persönlichkeit ihre Gruppe sich erst schafft, wo Entwicklungen sich vollziehen, neue Tatsachen geistigen und sozialen Lebens gestaltet werden, die ganz auf Leistung und Bedeutung eines Einzelnen und seiner Erfassung der Aufgaben seiner Zeit beruhen. Und gar erst, wenn sich zwei in diesem Sinne hervorragende Persönlichkeiten zu gemeinsamem Wirken verbunden haben, wie Justizrat Dr. Elias Straus und Frau Dr. Rahel Straus, die am 21. Februar ihre silberne Hochzeit feiern können —"ein Fest, das nicht nur ihre Angehörigen und ihre Familie und nicht einmal nur die zionistischen Organisationen und die Israelitische Kultusgemeinde in München berührt. In ganz Deutschland und auch allerorten in Palästina kennt man diese beiden außerordentlichen Menschen und weiß man, was alles sie getan haben — oder vielmehr man kennt sie zwar und weiß auch von ihrem Wirken, weil man selbst in vielen Fällen Nutzen davon oder Freude daran gehabt hat, aber man kann gar nicht alles wissen, weil niemand heute in der Lage ist, Umfang und Ausmaß ihrer Leistungen zu übersehen und darzustellen. Bescheidenheit, sie ist geradezu sprichwörtlich für dieses Paar geworden, das zwar gewohnt ist in der Öffentlichkeit aufzutreten und zu arbeiten, das indessen mindestens ebensosehr, wenn nicht noch intensiver eine weiteren Kreisen unbekannte Wirksamkeit auf allen Gebieten jüdischer Betätigung entfaltet. Es gibt nicht eine Aufgabe jüdischer Politik, Wohlfahrtsarbeit, jüdisch-kultureller und sozialer Bestrebungen, die im Hause Straus nicht erkannt —■ und erfüllt worden wäre, in diesem Hause, das denn auch ein Zentrum echten jüdischen Lebens geworden ist, von dem Kräfte ausstrahlen in alle Winkel der jüdischen Gemeinde und in viele jüdische Seelen. Alle Leistungen, die hier zu nennen wären, aufzählen zu wollen, hieße die Geschichte der Zionistischen Ortsgruppe, der V. J. St. „Jordania“, des Palästinaamts, der hebräischen Sprachschule, der Israelitischen Kultusgemeinde und im besonderen der Wandlungen ihrer Verfassung, ihrer Finanzen, ihres Wohlfahrtswesens und ihrer kulturellen Bestrebungen erzählen, hieße über den Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden und seine Entwicklung berichten, die schrecklichen Szenen der bayerischen Judenverfolgung der Jahre 1919 und 1923 aus ihrer Vergangenheit hervorziehen, wo Dr. Straus es war, der mit höchstem Mut und Einsatz Unsägliches und Unvergeßliches für die Bedrohten tat, hieße das Wachsen und Gedeihen der jüdischen Frauen- und Jugendbewegung verfolgen und es hieße, was hier besonders hervorgehoben werden muß, auch vom Werden und Sein dieser Zeitschrift erzählen, an deren Gründung Dr. Straus beteiligt war und zu deren treuesten und besten Mitarbeitern er und seine Frau gehören; all dies müßte man darstellen — aber um es richtig darstellen zu können, müßte man sich wiederum an Elias und Rahel Straus wenden, weil nur sie es genau zu sagen vermögen, diese beiden Men-

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