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Das jüdische Echo · 1930-02-21 · 8 (21.2.1930) · p. Seite 108

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
8 (21.2.1930)
Date
1930-02-21
Page
Seite 108 (sequence 15)
Language
German
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108 Das Jüdische Echo Nr. 8 sehen, die -kraft ihrer Persönlichkeit das Bild der jüdischen Gemeinschaft München in vielem nm- und neugestaltet haben. Jeder, der je mit ihnen zu tun hatte, wird heute Empfindungen des Dankes hegen und Empfindungen der Freude, solche Menschen zu kennen und mit ihnen arbeiten zu dürfen und jeder wird ihnen das Glück wünschen, das sie erstreben und verdienen (es besteht bei diesen unermüdlich Tätigen gewiß nicht in Ruhe und Zufriedenheit). Besonders stark leben solche Empfindungen in den Herzen der Angehörigen der- Münchener ostjüdischen Gemeinschaft, in deren Namen Herr Jakob Reich (siehe unten) ausspricht, was jeder einzelne denkt und fühlt. Auch den poetischen Festgruß eines begeisterten Verehrers wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten: deutlicher und besser jedoch als durch Worte, die hier gesagt werden können, wird das Ansehen, die Liebe und die Verehrung, die sich Elias und Rahel Straus erworben haben, gekennzeichnet durch die Art, in der die Ehrung Beteiligung gefunden hat, die ihnen von der Zionistischen Ortsgruppe anläßlich ihrer Silberhochzeit bereitet wurde. Die Eintragung in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds ist mehr als eine bloße Demonstration: sie ist Ausfluß und Ausdruck eines Dankes, der so tief ist, daß er keine Worte finden kann, der sich kundgibt in einer, wenn auch bescheidenen Leistung für die Sache des Palästinaaufbaus. von der wir wissen, daß sie in der Lebensarbeit von Elias und von Rahel Straus den ersten Platz einnimmt und von der wir mit ihnen wünschen, daß es ihnen gegönnt sei, sich noch näher und inniger mit ihr zu verknüpfen. Die Redaktion des „Jüdischen Echos“. Wenn die Juden Münchens jeder Richtung Eli Straus und Frau Rahel zur Silberhochzeit ihre Glückwünsche darbringen und den Anlaß benützen, den Dank auszusprechen, den die Judenschaft Münchens — und nicht nur diese —- den beiden Jubilaren für ihr Wirken schulden, so ist uns Ostjuden im besonderen Maße die Gelegenheit willkommen, Eli Straus zu sagen, daß die unzähligen Verdienste, die er sich gerade um die ostjüdische Kolonie erworben hat, die stete und mannigfache Hilfe, die er unseren besonderen Nöten zu allen Zeiten gewidmet hat, in unserem Bewußtsein lebendig sind. Unsere Dankesmöglichkeiten sind begrenzt. Unser Dank findet vor allem seinen Ausdruck in der tiefen Verehrung, die jeder von uns für Eli Straus und für Frau Rahel empfindet. Besonders deutlich und hilfreich wurde das Wirken Eli Straus’ für uns in den Gefahren des Herbst 1923, in jenen Wochen, da Leben und Existenz der Ostjuden außerordentlich bedroht waren und Eli Straus auf der einen Seite stete und mutige Intervention bei den Behörden ausübte, auf der anderen Seite die Hilfe der Gemeinde organisierte. Diese schwarzen Tage Münchens und das Wirken Eli Straus’ in ihnen gehören der Geschichte der jüdischen Gemeinde an, und sein Verhalten wird in der ostjüdischen Kolonie, deren Angehörige zu erheblichem Teil damals um ihre Existenz gekommen sind, unvergessen bleiben. Aber dies ist nur ein — wenn auch besonders markantes Beispiel. DasWohlfahrtsamt der jüdischen Gemeinde, das vielen aus unserem Kreise hilft, ist zu erheblichemTeil von Eli Straus geschaffen und entwickelt. Das gegen früher außerordentlich verbesserte Zusammenwirken der Gemeindeverwaltung mit den ostjüdischen Organisationen verdanken wir zum großen Teile Eli Straus und seinem von starkem jüdischem Solidaritätsgefühl getragenen Wirken. Wir können nicht alle Verdienste aufzählen, die sich Eli Straus um uns erworbei* hat, wir wissen, daß wir ihm unendlich viel zu danken haben und wir danken es ihm aus vollem Herzen. Daß Eli und Rahel Straus in unserer Gemeinde in der Folge der Zeit wie bisher wirken mögen, getragen von unserer tiefen Dankbarkeit, das wünschen wir ihnen — und uns. J. R. Zur Silberhochzeit von Justizrat Dr. Elias und Frau Dr. Rahel Straus Wenn Hinz und Kunz wird fünfzig, sechzig, Dann ist’s ein gar erfreulich Ding, Wenn die Familie dann bezecht sich, Wird’s manchmal auch ein gräulich Ding. Doch schließt sich um den Bund der Edlen Der fünfundzwanzig!ähr’ge Ring, Dann braucht man zwar nicht Weihrauch wedeln, Doch wohl ist’s würdig, daß man sing’: Er, aus dem Stamm uralter Zeder Erwächst zu gleicher Höh’ empor. Bei ihm in Zion wurzelt jeder Gedanke, der da bricht hervor. Sein starkes Können, starkes Lieben, Hin gibt er’s für das jüd’sche All, Im Herzen ist ihm eingeschrieben Der ungeheure Drang zum Klal. Und sie, trägt sie umsonst den Namen Der Mutter uns’res Volks? Herum Rankt sich um ihres Wesens Rahmen Das feinste jüd’sche Frauentum. Ausstreuend ihre Gaben, schaltet Sie hier und dort verschwend’risch ganz, Die Geist und Herz so groß gestaltet In dieser selt’nen Menschenpflanz’. Daß einstens sich verbunden hatten Zwei Stämme von solch eig’ner Stärk’, War’s nur ein Glück für die zwei Gatten? War’s nur der Liebe blindes Werk? O nein, der Bund, der Euch einst einte, Hat wahrlich nicht nur Euch beglückt, Nein, selig preist ihn die Gemeinde, Der Ihr den Stempel aufgedrückt. E. F. Gemeinden- und Vereins-Echo München. In der Etatssitzung der gemeindlichen Körperschaften am 19. Februar wurde der Gesamtetat mit einer Endsumme von 646 320 RM. gegen die drei Stimmen der orthodoxen Fraktion angenommen, nachdem sich nur über deren Forderung für die Israelitische Volksschule eine lange und teilweise recht erregte Debatte entsponnen hatte. Wie in den vergangenen Jahren lehnten die Liberalen die Forderungen ab; daß sie als Sprecher der Fraktion ausgerechnet Herrn Justizrat Dr. Heilbronner vorgeschickt hatten, muß als eine besondere Unfreundlichkeit betrachtet werden. Ob und welche Konsequenzen für die Gesamtgemeinde sich aus dieser in höchstem Maße unliberalen Haltung der liberalen Fraktion ergeben werden, kann heute noch nicht gesagt werden; ohne schwerwiegende Folgen kann sie kaum bleiben. Ausführlicher Bericht in der nächsten Nummer. Lehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde München. Das Frühjahrsprogramm 1930 sieht folgende Vorträge und Kurse vor: I. Dr. W. Eliasberg: „Not und Fürsorge.“ Mittwoch, 26. Februar und 5. März, 20.15 Uhr,

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