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Das jüdische Echo · 1930-02-21 · 8 (21.2.1930) · p. Seite 105

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
8 (21.2.1930)
Date
1930-02-21
Page
Seite 105 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 8 Das Jüdische Echo 105 Damit wurde die Debatte geschlossen. Die Abstimmung erfolgt Dienstag. Die zweite Lesung des Entwurfs zum Strafgesetzbuch wird im Ausschuß erst nach geraumer Zeit erfolgen. Völkische schänden eine Berliner Synagoge Berlin, 18. Februar. (JTA.) In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wurde die Synagoge Kottbuser Tor von bisher unbekannten Tätern in einer Weise besudelt, wie es bisher weder in Berlin, noch irgendwo im ganzen Reiche der Fall war. Zwanzig Hakenkreuze in Höhe von einem Meter und mehr bedeckten die ganze Front des Hauses und seine Türen. Über die ganze Breite der Fassade erstreckten sich die Worte: „Juda verrecke! Judas den Tod! Die Rache naht!“ Der Sozialdemokratische „Vorwärts“ berichtet,! daß die „Empörung über das Bubenstück“ eine allgemeine ist; keiner geht vorüber, ohne seiner Entrüstung über die Tat laut Ausdruck zu geben. Auch die um die Synagoge herum liegenden Baulichkeiten sind in dieser Weise beschmutzt worden. Die Polizei hat die Nachforschungen nach den Tätern aufgenommen, Abwehr der nationalsozialistischen Hetze an Universitäten Berlin, 14. Februar. (JTA.) Der Rektor der Technischen Hochschule in Berlin, Prof. Dr.-Ing. Drawe, hat dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund das Anschlagrecht am Schwarzen Brett entzogen, weil wiederholt Anschläge hetzerischen Inhalts angebracht worden waren. In Köln haben Rektor und Senat der Universität die Kölner Hochschulgruppe des Nationalsozialistischen Studentenbundes bis auf weiteres verboten. Weitere Bestrafung von Ritualniordhetzern Köln, 16. Februar. (JTA.) Von dem erweiterten Schöffengericht in Köln wurden der Redakteur des Ködner nationalsozialistischen „Westdeutschen Beobachters“, Hubert Longericht und der Redakteur Fritz Machcnbach vom „Oberbergischeu Boten“ an Stelle einer Gefängnisstrafe von einem Monat zu je 500 RM. Geldstrafe verurteilt. Die beiden Redakteure hatten in den genannten Blättern einen Kindesmord in Bayern als einen Ritualmord hingestellt. Grünbaum nicht mehr Präsident des jüdischen Klubs in Polen Warschau, 13. Februar. (JTA.) ln der Sitzung des jüdischen Parlamentsklubs stellte der Präsident des Klubs, Abg. J. Grünbaum, den Antrag, der Regierung das Mißtrauen des jüdischen Klubs wegen ihrer antijüdischen Wirtschaftspolitik dadurch auszustellen, daß der Klub im Sejm geschlossen gegen das Budget stimmt. Die Mehrheit des Klubs nahm aber einen anderen Antrag an, der lautet, daß sich der Klub bei der Abstimmung des Budgets der Stimme enthalte. Daraufhin erklärte Grünbaum, daß er die Würde eines Präsidenten des Klubs niederlege. Eine judenfreundliche Rede Klebelsbergs — und ihre Folgen Budapest, 7. Februar. (JTA.) Die Konferenz der zur Regierungsmehrheit gehörenden Christlichsozialen Wirtschaftspartei hat einen Beschluß gefaßt, in dem nicht nur die am letzten Sonntag in einer Festversammlung der Pester Israelitischen Religionsgemeinde gesprochene Rede des Kultusministers Grafen Klebeisberg (dieser hatte sich gegen den Numerus clausus ausgesprochen) mißbilligt, sondern auch noch erklärt wird, daß die Partei die politischen Konsequenzen ziehen werde, wenn Graf Klebeisberg in jener Rede eine neue politische Orientierung der Regierung gekennzeichnet haben sollte. Budapest, 13. Februar. (JTA.) Der Konflikt der der Regierungsmehrheit angehörenden Christlichsozialen Wirtschaftspartei mit dem Kultusminister Grafen Klebelsberg, der wegen der vom Kultusminister in der Festversammlung der Budapester Jüdischen Gemeinde gehaltenen Rede gegen den Numerus clausus und für Schaffung einer nationalen und konfessionellen Einheitsfront ausgebrochen war, ist heute in friedlicher Weise beigelegt worden. Die Partei hat in den Abendstunden eine Konferenz abgehalten, in der sie mit „Genugtuung zur Kenntnis nahm“, daß die anläßlich des Jubiläums der Zeitschrift „Egyenlöseg“ gehaltene Rede des Kultusministers „keinen Richtungswrechsel in der christlichen Politik der Regierung bedeutet“. Neue antisemitische Ausschreitungen in Rumänien Bukarest, 12. Februar. (JTA.) Die antisemitische Studentenschaft in Bukarest traf Anstalten zur Organisierung von Exzessen gegen die jüdische Bevölkerung und die jüdischen öffentlichen Institutionen. Die Polizei griff ein und verhinderte die beabsichtigten Ausschreitungen. Alle Synagogen, das Haus der jüdischen Gemeinde, das Haus des Vorsitzenden der Gemeinde, Herrn Eli Bercovici, und die Gebäude anderer jüdischer öffentlicher Institutionen werden durch Polizeiposten bewacht. Bukarest, 12. Februar. (JTA.) In Kischinew, dem Schauplatz der großen Judenpogrome von 1903 und 1905, kamen am 11. Februar abends antisemitische Ausschreitungen vor, die von etwa 150 Hörern der theologischen Fakultät in Kischinew und ihrem Anhang organisiert worden waren. Ein von Juden besuchtes Kaffeehaus wurde demoliert, Fensterscheiben, Büfett, Tische und Stühle wurden zerbrochen, ln mehreren jüdischen Geschäften wurden die Schaufenster eingeworfen. Ein Gendarmeriekordon umringte die Exzedenten, um sie zur Polizei zu bringen. Den Studenten gelang es aber, den Kordon zu durchbrechen und in das Hochschulgebäude zu flüchten. Bukarest, 16. Februar. (JTA.) Die Regierung hat über Auftrag des Innenministeriums den Polizeipräfekten von Kischinew Evitzchi seines Amtes enthoben, weil er gelegentlich der Manifestationen der Cuzistischen Studentenschaft, bei SCHRAMM ZMünchen Rosenstraße'ß

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