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Das jüdische Echo · 1930-02-21 · 8 (21.2.1930) · p. Seite 103

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
8 (21.2.1930)
Date
1930-02-21
Page
Seite 103 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 8 Das Jüdische Echo 103 Seligkeit verstärkt sich in dem jüdischen Konsumenten das Bewußtsein, daß er in erster Linie den Konnationalen im Wirtschaftskampf unterstützen müsse und so kommt es, daß das jüdische Publikum mehr als zuvor Gewicht darauf legt, beim jüdischen Zwischenhändler einzukaufen, den jüdischen Handwerker, Chauffeur, Lastträger zu beschäftigen, Waren, die jüdisch-palästinensisches Produkt sind, anzuschaffen. Die arabischen Boykotthetzer haben auf diese Weise bereits einen Erfolg erzielt, den sie vermutlich nicht beabsichtigt hatten. Nimmt man noch hinzu, daß der Einkauf in arabischen Stadteilen dem Juden nicht rätlich, zumindest nicht erfreulich erscheint, so versteht man, warum sich gerade nach den Unruhen in den jüdischen Vierteln ein viel regeres Geschäftsleben fühlbar macht als früher. Die jüdischen Zeitungen haben ja bereits berichtet, welchen Aufschwung das Handelsviertel von Tel-Awiw in den letzten Monaten genommen hat. Tel-Awiw als Ganzes macht heute mehr denn je zuvor den Eindruck eines wirtschaftlichen Zentrums, das keinesfalls von einer wirtschaftlichen Krise bedroht ist. Und ebenso wandert das geschäftliche Leben auch in Jerusalem und Haifa mehr in die westlichen, von den Juden bewohnten Viertel ab. Dem arabischen Bevölkerungsteile brachte der Boykott alles eher als Vorteile. Es gibt gewisse Handelszweige, in denen die Juden geradezu Monopolstellung hatten. Ihre arabischen Konkurrenten, soferne es solche gibt, können keine so reich und billig assortierten Lager aufweisen. Der arabische Käufer hat so oftmals nicht einmal die Wahl, ob er einen Gebrauchsgegenstand dort teuer oder überhaupt nicht kaufen soll, sondern, da er ihn eben bei dem jüdischen Händler nicht kaufen kann, muß er darauf verzichten. Die Folge ist eine allgemeine Stagnation des Handels, unter der auch der arabische Zwischenhändler leidet. Eine interessante Erscheinung wird in dem Süddistrikt beobachtet. Die Fellachen aus der ganzen Gegend, die früher meistens nach Jaffa kamen, um ihre Einkäufe zu besorgen, vermeiden jetzt diese Stadt und ziehen es vor, um nicht den Agenten der Boykottarrangeure in die Hände zu fallen, die Kaufläden in den jüdischen Kolonien aufzusuchen. Vorteile hatten bisher nur die christlichen Geschäfte, die es auch sehr gut verstanden, die nationale Leidenschaft in ihrem Interesse zu ver- Antonius-Wäscherei ■ Sommerstraße 60 Lindwurmstraße gj Telefon 444 werten. Es ist interessant, daß sich auch im Kommissionshandel eine ähnliche Tendenz geltend macht. Christliche — darunter auch europäische Firmen — versuchen, unter dem Vorwände, daß ihre jüdischen Konkurrenten die Interessen der vertretenen Häuser nicht wahrnehmen könnten, jahrelange Verbindungen zu zerreißen und an sich zu ziehen. Gegen dieses unlautere Konkurrenzmanöver haben sich die jüdischen Agenten zu einem Schutzverbande zusammengeschlossen. Den Grundsatz, keinen Boden weiter an Juden zu verkaufen, haben die einflußreichsten Araber selbst nicht ernst genommen. Abgesehen von dem bereits bekannten Ankauf wertvollsten städtischen Terrains in Haifa durch ein jüdisches Konsortium, werden auch weitere Bodenkäufe getätigt, die verständlicherweise nicht an die große Glocke gehängt werden dürfen. Jene Erzeugnisse der jüdischen Industrien, die durch ihre Qualität und Preislage sich bereits durchgesetzt haben, können durch einen Machtspruch der arabischen Führung nicht mehr vom Markte verdrängt werden. Der Stadtrat von Jaffa hat zwar seinen Vertrag mit dem Ruthenbergwerk gekündigt und ist vom elektrischen Licht zur Luxlampe zurückgekehrt, die mit Petroleum gespeist wird, aber in zahlreichen arabischen Haushaltungen, die in der ersten Aufwallung das elektrische Licht boykottiert hatten, hat der fortschrittliche elektrische Funke doch schon wieder gesiegt. Langsam wagt sich hier und da ein arabischer Käufer in einen jüdischen Laden. Die vorstehenden Betrachtungen sind die Zusammenfassung von Eindrücken, die sich bei einer Reise durch die wichtigsten Wirtschaftszentren auf drängten. Der jüdische Jischuw hat sich gegen den arabischen bewaffneten Volksaufstand gehalten; die arabischen Politiker werden lernen müssen, daß es auch mit der Methode einer wirtschaftlichen Aushungerung nicht geht. Einen Wagen kaufen, ohne Mercedes-Benz zu prüfen, heiljf wählen ohne Maljsfab Daimler «Benz A.*G. Verkaufsstelle München Personenwagenverkauf: Lenbachplatz 4, Tel. 50672, 59390 Lastwagenverkauf und Reparaturwerk: Dachauer Str. 112, Tel. 63237 / 38 j 39 Leiter: D i r e k t o r J a k o b We r I i n j|l

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