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Das jüdische Echo · 1930-02-14 · 7 (14.2.1930) · p. Seite 90

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
7 (14.2.1930)
Date
1930-02-14
Page
Seite 90 (sequence 6)
Language
German
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90 Das Jüdische Echo Nr. 7 Hebräisch, kurz macht seine Leute mit allen jüdischen Kulturgütern vertraut. Doch das rein Wissensmäßige kann nicht genügen. Der Kadimah hat viele Menschen, die ein sehr inhaltsloses Verhältnis zum Judentum haben. Das Wichtigste, was er zu wecken hat, ist die Liebe zum Judentum. Und das ist nicht leicht. Doch sind immerhin auch auf diesem Gebiet schon manche Erfolge zu verzeichnen. Leben und Aufbau eines Ortsbundes: Der Schwerpunkt der Erziehung liegt in der Kwuzah (Gemeinschaft) einer Guppe von acht bis zehn Jungens. Drei bis vier Kwuzoth sind in der Plugah, dem Zug zusammengefaßt. Der Rosch haplugah (Zugführer) untersteht direkt dem Waad-Hassniph (Ortbundesführer). Der Bund zerfällt in drei Generationen: in die der Kfirim (Wölflinge) bis zwölf, Zophim (eigentliche Pfadfinder) zwölf bis siebzehn und der Bogrim (älteren) über achtzehn Jahre. In jeder Kwuzah sind nur Jungens (bzw. Mädels) der gleichen Altersstufe zusammen. Bei den jüngeren wird nach der Montessori- Erziehungsmethode gearbeitet. Viel Spiel steht im Vordergrund. Gelesen soll wenig, möglichst überhaupt nicht werden. Vielmehr ist es Aufgabe des Führers, Geschichten zu erzählen, weil das viel besser und auch wirkungsvoller ist. Das Erwerben jüdischer Kenntnisse, das Erlernen von praktischen technischen Dingen und von Handfertigkeiten erfolgt gleichfalls im Spiel, so daß die Jungens gar nicht merken, daß sie lernen. Am Ende jeder dieser Entwicklungsstufen müssen die Jungens eine Prüfung ablegen, in der sie Kenntnisse aller Art, die sie auf die oben geschilderte Weise erworben haben, nachzuweisen haben. Diese Prüfung unterscheidet sich von den sonstigen Prüfungen dadurch, daß der Prüfling nicht nach wochenlangem Büffeln schulmäßig nach dem auswendig gelernten Stoff ausgefragt wird. Es werden in Heimabenden nach großen Gesichtspunkten Überblicke über den Wissensstoff gegeben. Nach einer gewissen Zeit merkt der Führer in einem Gespräch oder in einer Heimabenddiskussion, daß der Stoff verarbeitet ist. Auf diese Weise ist die Prüfung das Ergebnis einer kontinuierlichen Arbeit, nicht ein Examen über einen Stoff, den man nachher wieder vergessen darf. Die zweite Stufe ist die der Zophim. Hier wird schon systematischer gearbeitet. Aus dem spielerischen Erwerben von Kenntnissen entwikkelt sich reguläre Arbeit. In größeren Bünden ist diese Generation wieder in drei Altersstufen geteilt. ln der mittleren Altersstufe beginnt schon die Unterhaltung über menschliche, ethische, soziale Fragen usw. So wurde in einer Kwuzah von fünfzehn bis sechzehnjährigen im letzten Jahr über nachstehende Themata gesprochen: Was ist Wahrheit?, Jugendbewegung oder Jugendpflege, Volk und Staat, Pazifismus usw. Daß dabei die jüdische Arbeit nicht zu kurz kommt, braucht wohl nicht erwähnt zu werden. Ebenso ist es mit der körperlichen Erziehung, die keineswegs vernachlässigt wird. Hier spielen sonntägliche und große Fahrt, sowie gemeinsame Lager des Bundes eine große Rolle. Die Generation der Bogrim umfaßt die älteren Mitglieder über achtzehn Jahre. Zu Diskussionen, die der Vertiefung des Wissens dienen, kommt praktische jüdische und soziale Arbeit. Weitere Aufgaben der Bogrim sind: Keilen von neuen Mitgliedern, Vorbereitung von Prüfungen, Heimabende geben, jüngeren Leuten bei Schularbeiten helfen usf. Zum Schlüsse sei eines noch betont: Der Kadimah denkt nicht daran, gegen Schule und Elternhaus zu kämpfen, wie es die frühere Jugend getan hat, weil er weiß, daß dort wichtige Erziehungsarbeit geleistet werden muß. Vielmehr legt er größten Wert darauf, mit den Eltern seiner Jungens und Mädchen eng zusammenzuarbeiten. Dieser gemeinsamen Arbeit dient die Institution des Eltern- und Freundesrates (kurz „Eufrat“ genannt). Auch in München wird ein solcher Kreis ins Leben gerufen. Er wird seine Arbeit in aller Kürze aufnehmen. Der Gesamtbund hat seine Spitze in der Bundesleitung, die verschiedene Ressorts hat, in denen Erziehungs-, Berufs- und Führerfragen usw. von Spezialisten bearbeitet werden. Andere Ressorts dienen mehr organisatorischen Fragen (Zusamsammenarbeit mit ausländischen befreundeten Bünden, mit den einzelnen Ortsbünden, Finanzen usw.). Zurzeit gibt es Bünde des „Kadimah“ in Berlin, Leipzig, Königsberg, München, Chemnitz, Danzig, Karlsruhe, Frankfurt, Mainz, Essen, Köln, Stettin, Landsberg a. W. und Basel. Kleinere Gruppen und wichtige Mitarbeiter der Bundesleitung sind in Görlitz, Hamburg, Tilsit, Nürnberg, Georgsthal, Rotterdam usw. Der Gesamtbund zählt zurzeit 1600 bis 1800 jugendliche Mitglieder. Einen Wagen kaufen, ohne Mercedes-Benz zu prüfen, heiljt wählen ohne Mafjstab Daimler * Benz A.*G. Verkaufsstelle München Personenwagenverkauf: Lenbachplatz 4, Tel. 50672, 59390 Lastwagenverkauf und Reparaturwerk: Dachauer Str. 112, Tel. 63237/38/ 39 Leiter: D i r e k t o r J a k o b We r I i n

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