Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 6 (7.2.1930)
- Date
- 1930-02-07
- Page
- Seite 82 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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82 Das Jüdische Echo Nr. 6 Kadimah ,München. Am Montag, dem 17. Februar, findet im Bibliotheksaal der Gemeinde unsere ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Berichterstattung. 2. Entlastung des Ausschusses. 3. Erwerb eines Landheimes. 4. Arbeiten des Eufrat (Eltern- und Freundesrat). Die Vorstandschaft: Justizrat E. F r ä n k e 1. Der gemeinsame Heimabend für die älteren Jungens und Mädels wird zum erstenmal wieder am Dienstag, dem 11., um 8 Uhr, sein. (Herzog- Max-Straße 5, Rückgebäude, I. Stock). Er ist in Form einer Arbeitsgemeinschaft über die Hagadah gedacht. Hagadah ist mitzubringen. Maskenfest des Bar-Kochba am Sonntag, dem 16. Februar. Wir bitten unsere Freunde um Spenden für unsere Tombola. Annahmestelle bei Friedländer, Maffeistraße 14/11. Die Vorstandschaft. „Vom nahen zum fernen Osten, Die Narretei darf nicht viel kosten.“ Unter diesem Motto veranstaltet der Bar- Kochba in den von Michael Oswald wunderbar schön dekorierten Festsälen des Hotels Regina Palast sein diesjähriges Maskenfest. Das Motto läßt vor allem orientalische und chinesische Kostüme zu, jedoch sind alle Masken erwünscht, die in den Rahmen passen, um ein möglichst buntes Bild zu gewinnen. Es findet wieder eine Prämiierung der besten Masken statt, worüber das Publikum selbst entscheiden wird. Es findet weiter Grotesktanzkonkurrenz statt (getanzt wird Fox- Trott) mit wertvollen Preisen für die Preisträger. Anstatt der Tombola bereitet die Festleitung eine ganz neue Überraschung vor, die ganz bestimmt großen Anklang finden wird. Die Sektbude wird sicher zur Stimmung beitragen und mit dem rituellen Büfett, das diesmal vom Restaurant Schwarz (unter besonderer Aufsicht) vorbereitet wird, ist auch für das leibliche Wohl der Festteilnehmer bestens gesorgt. Die Vorbereitungen für einige ganz neue und besonders lustige Überraschungen sind im vollen Gange. Man sieht, daß der Bar-Kochba auch für dieses Fest keine Opfer und keine Mühe gescheut hat, um seinen vielen Freunden auch in diesem Jahre ein Fest zu bereiten, das noch prachtvoller und noch lustiger werden soll als je ein von Bar- Kochba veranstaltetes Fest. Darum heißt die Parole am Sonntag, dem 16. Februar: Auf „Vom nahen zum fernen Osten, Die Narretei darf nicht viel kosten!“ Jüdischer Jugendverein I. Donnerstagabende: Am Donnerstag, dem 13. Februar, findet ein „Bunter Abend“ unter dem Motto statt: „Die jüdische Jugend für den Frieden.“ Masken aller Völker, vereinigt euch! Wo? Natürlich wieder im Lessingsaal. Beginn diesmal unpünktlich um 20.30 Uhr! II. Arbeitsgemeinschaften: Bibliotheksaal. Beginn: 20.30 Uhr. 1. Bibelkurs: Leiter Präparandenlehrer Hirnh e i m e r : „Der Prophet Hosea.“ Alle 14 Tage. (18. Februar.) 2. Diskussionsabende: Leiter Dr. S. Keßler: „Das Judentum und seine Umwelt.“ (Am 11. Februar.) Jüdisches Kammerorchester, München. In der mit der Probe am 29. Januar verbundenen Generalversammlung wurden, nachdem dem Vorstand Entlastung erteilt worden war, die folgenden Herren (teilweise durch Wiederwahl) in den neuen Vorstand gewählt: Moritz Goldberg. Oskar Gröbel, Heinrich Lamm, Hermann Renka, Sigmund Schapira. Bei einer Veranstaltung der jüdischen Jugendvereinigungen in der zweiten Märzwoche werden, wie schon mitgeteilt, einige Kanons für Singstimmen und Instrumente von H i n d e m i t h gespielt werden. Hierbei können Sängerinnen und Sänger aller Stimmlagen mitwirken. Eine Vorbesprechung der Singproben (vielleicht schon eine kleine Probe) wird am Mittwoch, 12. Februar, Punkt 19.30 Uhr im Lessingsaal, Herzog-Rudolf- Straße 1, Erdgeschoß, Rkgb. sein. Hierzu sind stimmbegabte und halbwegs des Notensingens kundige Musikfreunde und -freundinnen eingeladen. Wer zu kommen verhindert ist, wolle sich schriftlich an Heinrich Lamm, Bruderstraße 12/0 links, wenden. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez, München. Samstag, den 8. Februar 1930, abends 8.30 Uhr, spricht im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, Herr Rabbiner Dr. Jos. Prys über „Das jüdische Gebet und seine Entwicklun g“. Gäste sind herzlich willkommen. Eintritt frei. V o r a n z e i g el Samstag, den 15. Februar, spricht Herr Josef Löwy über seine Reise nach Polen. Samstag, den 22. Februar: Rezitationsabend Fräulein Manja Sufrin. Die Vorstandschaft. Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth und Zionistischer Jugendkreis. Am Donnerstag, dem 23. Januar, hatte der Zionistische Jugendkreis zusammen mit der Zionistischen Ortsgruppe einen Vortragsabend veranstaltet, zu dem Herr Dr. Werner Bloch (Berlin) als Redner gewonnen war. Das Thema des Abends lautete: „Zielsetzung und W e g b e r e i t u n g.“ Herr Dr. Bloch führte aus: Der Zionismus sei, als begreifliche Folge der Unruhen in Palästina, heute zu sehr mit politischen Auseinandersetzungen über das zionistische Endziel beschäftigt. Die Zionisten müßten sich wieder auf den richtigen Weg besinnen. Es gelte, von neuem die Grundlagen unseres Zionismus aufzuzeigen, die tiefe innere Berechtigung unserer Sache immer und immer wieder der Welt und den Juden vor Augen zu führen. Nicht politische Diskussion um Qualität oder Quantität, um lezte Ziele* schaffe das Werk, sondern die tägliche Bereitschaft, die Kleinarbeit jeder Stunde, die Sammlung für den Keren Hajessod und den Keren Kajemeth und die Arbeit für Chaluziuth, die nach wie vor von entscheidender Wichtigkeit für den Aufbau seien. Zielsetzung der zionistischen Politik bedeute eine Siedlung in Palästina zu schaffen, die als Massensiedlung bedeutsam genug ist, um ihr jüdisches Sein entscheidend zu erweisen. Ob das noch ein oder drei oder fünf Jahre dauern wird, vermögen wir nicht zu sagen, wir müssen vor allem dafür besorgt ein, daß wir kein neues Ghetto in Palästina errichten. Die zionistische Bewegung hat sich nach drei Fronten hin zu verteidigen, in Jerusalem, London und Genf. Die Front in Jerusalem ist heute in ganz besonderem Maße zu verstärken. Jede neue