Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 6 (7.2.1930)
- Date
- 1930-02-07
- Page
- Seite 81 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 Das Jüdische Echo 81 Wieder ein Mordversuch in Palästina Jerusalem, .2. Februar. (JTA.) Eine Belohnung von 100 Pfund wird ausgesetzt für Information, die zur Verhaftung jener Personen führt, die am frühen Morgen des 31. Januar durch das Fenster des Schlafzimmers des Herrn Steward, britischen Leiters der Athlit-Steinbruch-Werke, drei Schüsse abgaben. Polizeiinspektor Lamont hat bei Durchsuchung eines Dorfes in der Nähe von Hebron dreizehn Gewehre beschlagnahmt. Ausnahmezustand für drei Monate in Akko Jerusalem, 31. Januar. (JTA.) Über Akko ist für die nächsten drei Monate der Ausnahmezustand verhängt worden. Diese Maßnahme dürfte in Zusammenhang stehen mit dem Entschlüsse, in radikaler Weise mit dem in Nordpalästina in der Zeit nach den Unruhen sich breitmachenden Bandenunwesen aufzuräumen. Die Reorganisation der palästinensischen Polizei Jerusalem, 31. Januar. (JTA.) Der vom Colonial Office mit dem Auftrag, die palästinensische Polizei zu organisieren, nach Palästina gekommene Generalinspektor der Polizei in Ceylon, Dowbiggin, inspiziert alle Polizeistationen des Landes und prüft eingehend die Personalverhältnisse in der Polizei. Seine Untersuchungen erstrecken sich ebensosehr auf die Offiziere wie auf die Mannschaften. Verhaftung Ittamar Ben Avis in Jerusalem — Freilassung gegen Bürgschaft Jerusalem, 27. Januar. (JTA.) Nach seiner Rückkehr aus Europa ist Ittamar Ben Avi, der Sohn des verstorbenen berühmten hebräischen Philologen Eliezer Ben Jehuda, verhaftet worden. Ben Avi war bekanntlich Herausgeber der Jerusalemer hebräischen Tageszeitung „Doar Hayom“ und der englischen Wochenschrift „Palestine Weekly“. Die Verhaftung erfolgte wegen des „offenen Briefes“, den Ben Avi kurz nach den August-Unruhen in Palästina wegen des Verbotes des „Doar Hayom“ an den High Commissioner Sir John Chancellor gerichtet hatte. Ittamar Ben Avi ist schon vor längerer Zeit von der Leitung der beiden von ihm begründeten Zeitungen zurückgetreten. Die Tageszeitung „Doar Hayom“ erscheint jetzt unter der Chefredaktion Wladimir Jabotinskys als revisionistische Zeitung, während „Palestine Weekly“ von der zionistischen Palästina-Exekutive erworben worden ist. Ittamar Ben Avi ist gegen Stellung einer Celdbürgschaft aus der Haft entlassen worden. 30 000 Pfund für Munizipalitäten im Budget Palästinas für 1930 Jerusalem, 26. Januar. (JTA.) Das Budget der Palästinaregierung für das Jahr 1930, das jetzt veröffentlicht wird, enthält einen Posten von 30 000 Pfund für Zuschüsse an verschiedene Gemeindeverwaltungen, darunter auch einen Posten von 8000 Pfund für öffentliche Arbeiten der Stadt Jaffa. Ein Zuschuß für Tel-Awiw ist nicht vorgesehen, wobei die Bewilligung für die Aufrechterhaltung des Poiizeidienstes in Tel-Awiw als Regierungshilfe angesehen wird. Der Budget-Posten für Zuwendung an Munizipalitäten betrug im vergangenen Jahre 60 000 Pfund. Wichtige archäologische Entdeckungen am Skopusberg in Jerusalem Jerusalem, 26. Januar. (JTA.) Bei Bauarbeiten auf dem Skopusberg in der Nähe des Universitätsgebäudes stießen arabische Arbeiter auf mehrere Steinsärge aus der herodianischen Periode mit hebräischen und griechischen Inschriften. Ferner wurden zahlreiche Keramiken aus der Zeit vor der zweiten Tempelzerstörung gefunden. Eine der Inschriften erwähnt Chananjah Ben Teradjon, stammt also aus wesentlich späterer Zeit. Das Antiquitätendepartement der Regierung überließ die weiteren Ausgrabungsarbeiten der Hebräischen Universität. Die Entdeckungen wurden in der Nähe einer Höhle gemacht, in der erst vor kurzem Gräber freigelegt worden sind. Die römische Kirche kauft weiterhin Boden in Palästina Jerusalem, 17. Januar. (JTA.) Das lateinische Patriarchat von Jerusalem hat von Emin Abdul Hadi, einem Mitglied des Obersten Moslemitischen Rates-, den gesamten Boden des nordöstlich von Nablus gelegenen arabischen Dorfes Rameh käuflich erworben. Es ist dies die dritte große Bodenerwerbung des Patriarchats innerhalb weniger Wochen. Vor vierzehn Tagen erwarb es bekanntlich 14 000 Dunam Boden in der Nachbarschaft der jüdischen Siedlung Beth Alpha im Emek. Jerusalem, 29. Januar. (JTA.) Das lateinische Patriarchat in Jerusalem verhandelt, wie hier verlautet, neuerdings über den Ankauf eines palästinensischen Dorfes. Es handelt sich um ein Dorf in der Nähe von Jenin, dessen Bodenareal ungefähr 5000 Dunam groß ist. Das lateinische Patriarchat, das in Palästina die Interessen des Vatikans vertritt, hat in der letzten Zeit kurz hintereinander drei Dörfer mit einem Bodenarel von insgesamt mehr als 30 000 Dunam käuflich erworben. Gemeinden- und Vereins-Echo Das Einschreibergebnis an der Israelitischen Volksschule Wie uns mitgeteilt wird, wurden für die erste Klasse 37 Kinder angemeldet, so daß die Schule im ganzen von 140 Kindern besucht wird. Die Zahlen können sich vielleicht noch ändern. Nähere Angaben folgen in der nächsten Nummer. Zionistische Ortsgruppe München. Schekela k t i o n 5 6 9 0. Die Schekelaktion hat bereits begonnen. Alle Zionisten sollen für sich und ihre Familienangehörigen den Schekel entrichten, aber zugleich ist es ihre Aufgabe, unserer Bewegung auch neue Anhänger zuzuführen, die durch Entrichtung des Schekels das Bekenntnis zum Baseler Programm ablegen. Jeder Zionist ist dafür verantwortlich, daß das Ergebnis der diesjährigen Aktion von der organisatorischen Größe und der Kraft der zionistischen Bewegung beredtes Zeugnis ablegt. Wochenprogramm der V.J.St. „Jordania“. Dienstag, 11. Februar, 8.30 Uhr: Burschenkurs. Mittwoch, 12. Februar, 8 Uhr, Turnen. Freitag, 14. Februar, 8.30 Uhr, Beisammensein im Heim. Samstag, 15. Februar, Mittagessen bei Weiß. Der Ratskeller das Lokal jedes Einheimischen und Fremden. Neuer Pächter HANS FÜRST