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Das jüdische Echo · 1930-02-07 · 6 (7.2.1930) · p. Seite 79

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
6 (7.2.1930)
Date
1930-02-07
Page
Seite 79 (sequence 12)
Language
German
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Nr. 6 Das Jüdische Echo 79 Der Vorstand ist einstimmig wiedergewählt worden. Eine Reihe von Persönlichkeiten wurde neu gewählt. Am Sonntag vormittag fand eine öffentliche Versammlung statt. Nach Begrüßungen hielt Rabbiner Dr. Seligmann (Frankfurt a. M.) ein Referat über „Das Judentum als Weltreligion“. Am Abend beendete eine öffentliche Kundgebung, in der Rabbiner Dr. Lazarus (Frankfurt a. M.) über „Untergang oder Erneuerung“ sprach, die gutbesuchte Tagung. Der Sächsische Landtag lehnt mit großer Mehrheit einen Numerus-ciausus-Antrag der Nationalsozialisten ab Dresden, 29. Januar. (JTA.) Der Landtag lehnte nach längerer Aussprache mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der Nationalsozialisten und der Deutschnationalen einen nationalsozialistischen Antrag ab, der eine Vorlage wünscht, die den Numerus clausus für Juden an den sächsischen Hochschulen einführen soll. Sechs Monate Gefängnis wegen Ritualmordhetze Berlin, 31. Januar. (JTA.) Aus Köln wird telegraphiert: Der „Westdeutsche Beobachter“, das schon vielfach wegen Beleidigung verurteilte Kölner nationalsozialistische Blatt, hatte im August vorigen Jahres ein Bild gebracht, das eine menschliche „Schächtung“ darstellte. Die Unterschrift unter diesem Bild lautete: „Trotz der Verschleierungsversuche der jüdischen Journale, das Geheimnis des jüdischen Blutmordes zu bewahren, bringt die Fackel des erwachenden Deutschlands doch Licht in das Dunkel und demaskiert die Lüge von der ethischen Sittenauffassung der Juden.“ Unmittelbar nach der Veröffentlichung dieses Bildes war der Abgeordnete Dr. Levy wegen der gleichen Beleidigung bestraft worden. Diesmal verhängte das Kölner Schöffengericht, vor dem der neue Fall zur Verhandlung stand, gegen den verantwortlichen Redakteur Robert Longerich sechs Wochen Gefängnis wegen Bedrohung des öffentlichen Friedens und groben Unfugs. Das Koburger Stadttheater wird judenrein gemacht Berlin, 2. Februar. (JTA.) Der seit kurzem in Koburg, der Stadt mit nationalsozialistischer Stadtratmehrheit, als Intendant des dortigen Theaters tätige Herr Hans Erdmann von Kutzschenbach hat, wie von dort berichtet wird, die Theateragenturen darauf hingewiesen, sie möchten ihm nur Schauspieler deutscher Staatsangehörigkeit, christlicher Konfession in Vorschlag bringen. Hundert Jahre Württembergische Israelitische Religionsgesellschaft Stuttgart, 27. Januar. (JTA.) Die erste Tagung der am.8. Dezember 1929 gewählten Israelitischen Landesversammlung fand am 26. Januar, 10 Uhr vormittags, im Sitzungssaale des Württembergischen Wirtschaftsministeriums statt. Nach Begrüßung durch den Präsidenten der Landesversammlung hielt der Präsident des Israelitischen Oberrates, Regierungsrat Dr. Nördlinger, eine Ansprache, in der er nach einem geschichtlichen Rückblick auf die jetzt beinahe hundert Jahre bestehende Organisation der Württembergischen Israelitischen Religionsgemeinschaft, besonders ihre Entwicklung während der letzten sechs Jahre nach der Einführung der neuen Verfassung darstellte. Er verpflichtete hierauf die neu gewählten Abgeordneten. An Stelle des zurücktretenden Dr. Nördlinger, dem der Dank der Versammlung ausgesprochen und eine Ehrenurkunde überreicht wurde, wurde Ministerialrat Dr. Hirsch zum Präsidenten des Oberrates gewählt. Der Antrag des Württembergisch-Hohenzollerischen Landesverbandes des Jüdischen Frauenbundes auf Verleihung des passiven Wahlrechtes für die Vorsteherämter an die Frauen wurde auf Antrag Dr. Berlingers zurückgestellt, da die Landesversammlung zur Zeit nicht vollzählig war und eine so wichtige Änderung der Verfassung nur vor vollzähliger Landesversammlung verhandelt werden sollte. Frau Rosenbusch nahm ihren Vorschlag, daß der Antrag einem neu zu wählenden Verfassungsausschuß zur Revision der Verfassung übertragen werden sollte, zurück. Steiner (Laupheim) wies darauf hin, daß die Mitarbeit einer Frau an den Arbeiten des Vorsteheramtes in Laupheim als dankenswert empfunden wurde. Ein Antrag des Oberrates, die Dauer der Wirksamkeit des derzeitigen Oberrates mit dem 3. Februar zu beenden, wurde angenommen. Sitzung des Administrative Committee wahrscheinlich am 18. März in London London, 22. Januar. (JTA.) Wie die JTA. erfährt, wird die Sitzung des Administrative Committee der Jewish Agency wahrscheinlich am 18. März in London stattfinden. Die Verhandlungen zwischen dem Vorsitzenden des Administrative Committee, Herrn Felix M. Warburg, und der Londoner Exekutive über diesen Punkt sind aber noch nicht' endgültig abgeschlossen. Die Amerika-Reise des Präsidenten der Zionistischen Organisation Dr. Chaim Weizmann ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Das Zionistische Aktionskomitee wird noch vor der Sitzung des Administrative Committee zusammentreten. Der genaue Zeitpunkt der Aktionskomitee-Sitzung wird aber erst festgesetzt werden, wenn der der Administrative Committee-Sitzung endgültig feststehen wird. Lady Reading gestorben London, 30. Januar. (JTA.) Am Donnerstag, dem 30. Januar, ist in London Lady Reading, die Gattin des Führers der englischen Liberalen und früheren Vizekönigs von Indien Lord Reading (früher Sir Rufus Isaacs) gestorben. Lady Reading war im jüdischen sozialen Leben Englands hervorragend tätig und genoß als die Gattin eines großen Engländers und Juden wie als eigene ausgeprägte Persönlichkeit in weiten Kreisen große Verehrung. Sie war auch am englischen Hofe sehr angesehen. Das Kownoer Jüdische Kinderhaus abgebrannt Ein Kind tot, zwei lebensgefährlich verletzt K o w n o, 28. Januar. (JTA.) In der Nacht zum 28. Januar brach in dem Kownoer Jüdischen Kinderhaus, der über die Grenzen Litauens hinaus in der gesamten jüdischen Welt populären Waisenerziehungsinstitution, ein Brand aus, der das Gebäude zu einem großen Teil vernichtete. Ein Kind fand dabei den Tod, zwei erhielten schwere Brandwunden, so daß bei ihnen Lebensgefahr besteht. Cafe Wintergarten Franz Schnabel Vollständig renoviert (m. Parkettboden) neu eröffnet Nachmittags-Konzert / Äbend Tanz Kapelle Jos6 Zangelas Zivile Preise / Kein Weinzwang / Kein Eintritt Tassen und Portionen Kaliee werden verabreicht

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