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Das jüdische Echo · 1930-02-07 · 6 (7.2.1930) · p. Seite 78

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
6 (7.2.1930)
Date
1930-02-07
Page
Seite 78 (sequence 8)
Language
German
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78 Das Jüdische Echo Nr. 6 Angesichts der neuen Publizierung solcher Behauptungen ist man. geneigt, an deren Aufrichtigkeit zu zweifeln und sogar zu vermuten, daß sie nur in Kenntnis ihres unvermeidlichen Ergebnisses verbreitet werden — des Ergebnisses nämlich: die durch ähnliche tendenziöse und bösartige Agitation fanatisierten Massen zu neuen Unruhen aufzustacheln, diese Massen von neuem zu Manifestationen und zu tadelnswerten Akten zu treiben und so die Befriedung des Landes und die Schaffung gutnachbarlicher Beziehungen und einer Zusammenarbeit zwischen den beiden ethnischen Elementen des Landes zu erschweren. 4. Die Zionistische Organisation hat wiederholt feierlich kundgetan, daß die Errichtung von gutnachbarlichen Beziehungen und die Schaffung einer Zusammenarbeit, die die Wohlfahrt des Landes in seiner Gesamtheit und aller Teile seiner Bevölkerung zum Ziele hat, die Basis der jüdischen Aspirationen in Palästina bildet; Aspirationen, die geteilt werden von allen zionistischen und nichtzionistischen Gruppierungen, die an dem Werke des Wiederaufbaus des jüdischen Nationalheims teilnehmen. Die Juden haben niemals die Unterjochung der arabischen Bevölkerung betrieben. Sie verabscheuen jede ,,Politik der Eliminierung“, die von den anderen gepredigt und kürzlich in Palästina geübt wurde. Ich weise also mit Entrüstung die zweite Behauptung des Emirs Arslan und des Herrn Ihsan Es Djabri zurück, die den Juden die Absicht unterschiebt, in Palästina das Ziel „der Eliminierung des arabischen und muselmanischen Elementes“ zu verfolgen. Ich nehme mir die Freiheit, hier den Beschluß des im September 1921 abgehaltenen XII. Zionistenkongresses zu reproduzieren, der in der folgenden authentischen Form die Ziele des Zionismus formuliert; „Die Entschlossenheit des jüdischen Volkes, mit dem arabischen Volke in Einigkeit und gegenseitiger Achtung zu leben und zusammen mit ihm die gemeinsame Heimat zu einer blühenden Gemeinschaft zu machen, deren Aufbau allen ihren Bevölkerungsteilen eine ungestörte nationale Entwicklung sichert.“ Diese Entschließung wurde in dem Weißbuch zitiert, das die britische Regierung im Juni 1922 dem Parlament vorlegte. 5. Gerade unsere feste Überzeugung von der Notwendigkeit und der Möglichkeit eines harmonischen Zusammenklanges der Interessen der Araber und der Juden, dieser beiden ethnischen Elemente, die dazu bestimmt sind, nebeneinander in dem vielgeliebten beiderseitigen VaterJande Palästina zu leben, veranlaßt uns, mit Genugtuung den Beschluß des Rates zu begrüßen, der von den Delegierten des Syrisch-Palästinensischen Komitees angegriffen wird. 6. Im Namen der hohen Prinzipien des Friedens und der Gerechtigkeit, von denen doch jede Aktion des Völkerbundes inspiriert ist, von denen ja auch der Beschluß des Rates über die Ernennung einer Kommission zur Regelung der Klagemauer-Angelegenheit inspiriert wurde, protestiere ich mit aller Entschiedenheit gegen die Drohungen , mit denen Emir Chekib Arslan und Herr Ishan El Djabrik diesem Beschluß in ihrer Erklärung entgegentreten. Deutsche Neuwäscherei G. m.b. H. FELIX BRAXDNER MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt nur Herren-Stärkwäsche Annahmestelle auch Jägerstr. 16 / Augsburg A. 432 vord. Lech Ich protestiere gegen eine Politik der Gewalt und Einschüchterung, deren sie sich gleich den Förderern und Initiatoren der palästinensischen Unruhen bedienen zu wollen scheinen, dieser unseligen Politik, die von Herrn Mac Donald mit Worten gebührend gebrandmarkt wurde,, die durch einmütige Billigung der Versammlung sanktioniert worden sind. Aus der jüdischen Welt Neue Friedhofsschändung Berlin, 30. Januar. (JTA.) In Preußisch- Holland, einem kleinen Städtchen Ostpreußens, wurde aus der Leichenhalle des jüdischen Friedhofes ein Leichentuch entwendet und verbrannt. Acht Tage später wurden dort fünf Grabsteine umgestürzt und ein Teil von ihnen mit dem Hammer zerschlagen. Die Polizei nahm als Täter den siebzehnjährigen arbeitsscheuen Walter Werner fest, der der ganzen Stadt als Unhold bekannt ist. Der Bursche behauptet, von keiner Seite zu dieser Tat aufgestachelt worden zu sein. Der Preußische Landesverband schafft ein konservatives Bezirksrabbinat in Westfalen Borken, 29. Januar. (JTA.) Seitens des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden ist in Westfalen ein konservatives Bezirksrabbinat mit dem Sitz in Borken eingerichtet worden. Dem Rabbinat sind außer Borken selbst die folgenden Gemeinden angegliedert: Ahaus, Epe, Gemen, Gescher, Groß-Reken, Raesfeld, Stadtlohn und Vreden. Zum Bezirksrabbiner ist Herr Dr. Köhler, der bisher in Frankfurt a. M. als Religionslehrer tätig war, gewählt worden. Ein Synagogenkonzert der Berliner Jüdischen Gemeinde Berlin, 30. Januar. (JTA.) Das vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin am Mittwoch, dem 29. Januar, abends, in der Neuen Synagoge, Oranienburger Straße 29, zugunsten des Wohlfahrts- und Jugendamtes der Gemeinde veranstaltete Synagogenkonzert gestaltete sich zu einem großen gesellschaftlichen Ereignis für die Berliner Judenheit. Die Synagoge, die ungefähr 2200 Plätze hat, war überfüllt, viele standen in den Gängen, so daß man eine Anwesenheit von mehr als 2500 Personen feststellen konnte, trotzdem mußten Hunderte unverrichteter Dinge zurückkehren. Die Veranstaltung erhielt ihren Glanz durch die Mitwirkung von Professor Albert Einstein, der schon einmal bei einer intimeren Veranstaltung der Jüdischen Altershilfe als Geiger aufgetreten war und der sich nun auch einem großen jüdischen Publikum öffentlich von einer anderen Seite seines Wesens, als Geiger von hoher Begabung, zeigte. Tagung der Vereinigung für das liberale Judentum Berlin, 3. Februar. (JTA.) Die diesjährige Hauptversammlung der Vereinigung für das liberale Judentum wurde am Sonnabend in Breslau eröffnet. Der Vorsitzende erstattete in einer geschäftlichen Sitzung einen ausführlichen Bericht über die politische Tätigkeit der Vereinigung, daran schloß sich ein Referat des Generalsekretärs Goetz über die organisatorischen, insbesondere die finanziellen Fragen.

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