Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 5 (31.1.1930)
- Date
- 1930-01-31
- Page
- Seite 64 (sequence 8)
- Language
- German
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64 Das Jüdische Echo Nr. 5 dikalen und dem offiziellen zionistischen Landeskomitee der Friede wieder eingekehrt. Die radikalen Zionisten haben ihren Wiedereintritt in den zionistischen Landesverband Österreichs angemeldet, nachdem der erweiterte zionistische Parteirat die Anerkennung der Radikalen als Sonderverband ausgesprochen hatte. Einsetzung der Klagemauerkommission durch die Flottenkonferenz verzögert London, 21. Januar. (JTA.) Wie die JTA. erfährt, wird die Nominierung der Kandidaten für die in der letzten Sitzung des Yölkerbundsrates beschlossene Dreierkommission zur Regelung der Klagemauerfrage in den nächsten Tagen nicht erfolgen können, da der Premierminister und das Foreign Office durch die Flottenkonferenz voll in Anspruch genommen sind. Jabotinsky vor der Shaw-Kommission London, 26. Januar. (JTA.) Freitag nachmittag wurde Jabotinsky von der Palästina-Untersuchungskommission in London vernommen. Er dürfte der letzte von der Kommission einzuvernehmende Zeuge sein. Der bekannte englische Orientpolitiker John Philby wird nicht mehr einvernommen werden. Der erste Teil des Kommissions-Berichtes, der die Ursachen derlegt, ist fertiggestellt, und der ganze Bericht wird in ungefähr drei Wochen abgeschlossen sein. Die Vernehmung Jabotinskys durch die Shaw- Kommission währte volle vier Stunden. Jabotinsky erklärte Pressevertretern, die Vernehmung habe einen freundschaftlichen Charakter getragen, er wurde nur selten durch ein Mitglied der Kommission unterbrochen. Jabotinsky teilte weiter mit, daß er am 7. oder 14. Februar eine Reise nach Südafrika antritt. „Ozet“ fordert die Ausweisung des JTA.-Korrespondenten aus Rußland Moskau, 19. Januar. (JTA.) Die Zentralverwaltung von Ozet (private Gesellschaft für jüdische Kolonisation) schließt sich der von „Emess“ und anderen jiddischen kommunistischen Zeitungen gegen den Korrespondenten der Jüdischen Telegraphen-Agentur, Herrn Smolar, eingeleiteten Hetze an und fordert die Ausweisung des Herrn Smolar aus Sowjetrußland. Die Hauptbeschwerde, die gegen ihn vorgebracht wird, ist die, daß er an das Ausland gemeldet hat, daß Ozet für das Siedlungswerk in Biro Bidschan zwei und eine halbe Million Rubel ausgegeben, aber kaum 200 jüdische Familien in diesem Rayon anzusiedeln vermocht hat. Diese Tatsachen wurden zwar von der kommunistischen Presse verschwiegen, aber sie sind in einer Sitzung der Zentralverwaltung von Ozet, der der JTA.-Korrespondent persönlich beigewohnt hat, offiziell mitgeteilt worden. Freispruch der Angeklagten in dem Prozeß um die Morde von Mozah Jerusalem, 23. Januar. (JTA.) In dem Prozesse gegen eine Anzahl von Bewohnern des arabischen Dorfes Kolonieh, die beschuldigt waren, zur Zeit .der Unruhen die Kolonieh benachbarte kleine jüdische Kolonie Mozah überfallen und das furchtbare Gemetzel unter der Familie Makleff und ihren Gästen veranstaltet zu haben, sind nach langwieriger Verhandlung, in denen die beiden überlebenden Kinder der Familie Makleff als Belastungszeugen auftraten, jetzt sämtliche Angeklagten wegen Mangels an Beweisen freigesprochen worden. (Der gesamte Jischuw befindet sich in ungeheurer Erregung, daß das bestialische Verbrechen ungesühnt bleiben soll.) Revision des Todesurteils gegen Joseph Urphali Jerusalem, 26. Januar. (JTA.) Vor dem Appellationsgericht in Jerusalem, unter Vorsitz des britischen Richters Corrie mit den Richtern Baker und Copeland als Beisitzern, wurde am Sonnabend, dem 25. d. M., in der Berufungsverhandlung wegen des gegen den Jaffaer Juden Joseph Urphali im Herbst vorigen Jahres gefällten Todesurteils die Entscheidung getroffen. Das Todesurteil ist aufgehoben und der Prozeß an die erste Instanz zwecks Einvernahme neuer Zeugen zurückverwiesen worden. Das gegen Joseph Urphali ausgesprochene Todesurteil ist das erste und einzige gegen einen Juden in Palästina gefällte Todesurteil. Er ist beschuldigt, während der Augustunruhen einen Araber erschossen zu haben. Der Beschuldigte ist ein wohlhabender sephardischer Jude aus Jaffa. Wieder Schwierigkeiten an der Klagemauer Jerusalem, 23. Januar. (JTA.) An der Klagemauer ist es am 20. Januar wieder zu einem Zwischenfall gekommen, der in seinen Ausmaßen zwar unbedeutend, aber für die Lage charakteristisch ist. Als jüdische Andächtige beim Abendgebet an der Mauer Lichter entzündeten, kam ein Trupp von zwanzig jungen Arabern unter Führung eines ehemaligen Scheichs heran und entfernte die Lichter. Einer Meldung des „Doar Hayom“ zufolge weigerte sich ein arabischer Polizist, an den sich die Betenden um Hilfe wandten, einzuschreiten, mit dem Hinweis, daß das Anbringen von Lichtern an der Klagemauer nicht gestattet sei. Tatsächlich war auch während des diesjährigen Rosch-Haschanah- und Jom-Kippur-Gottesdienstes die Passage vor der Klagemauer nur von einer Azetylen-Lampe beleuchtet, die in einer Höhe von 50 Fuß angebracht war und erst unmittelbar vor Beginn des Gottesdienstes angezündet wurde. Die endgültige Zusammensetzung der arabischen Delegation — Musa Kazim Pascha ihr Führer Jerusalem, 24. Januar. (JTA.) Die jetzt abgeschlossene Session der palästinensisch-arabischen Exekutive, die sich mit der Beilegung des zwischen den beiden Flügeln der arabischen Führerschicht entstandenen Konfliktes und mit der Neuwahl der nach London zu entsendenden arabischen Delegation zu beschäftigen hatte, wählte Wäscherei der Münchener Hausfrau Landwehrstraße 57/59 Rgb. 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