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Das jüdische Echo · 1930-01-31 · 5 (31.1.1930) · p. Seite 63

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
5 (31.1.1930)
Date
1930-01-31
Page
Seite 63 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 5 Das Jüdische Echo 63 Bernhard Kahn, vertrauliche Besprechungen mit der Zionistischen Exekutive, um auf Wunsch des Vorsitzenden des Administrative Committee der Jewish Agency, Felix M. Warburg, einige Schwierigkeiten zu klären, die sich aus einigen Meinungsverschiedenheiten zwischen Dr. Weizmann und Felix M. Warburg ergeben haben. Die Meinungsverschiedenheiten betrafen hauptsächlich die Kompetenzen des Vorsitzenden des Administrative Committee. Die Beziehungen zwischen Warburg und Weizmann sollen jetzt wieder ganz ungetrübte sein. Bekanntlich hat Herr Felix M. Warburg in seiner Ansprache auf dem zu Ehren von General Smuts in Neuyork gegebenen Abschiedsbankett General Smuts gebeten, bei seinem Eintreffen in London „dem verehrten Führer Dr. Weizmann die Liebe und Ergebenheit der Anwesenden zu verdolmetschen“. Berlin, 26. Januar. (JTA.) Professor Chaim Weizmann, Präsident der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, hat seine Amerikareise, die er am 23. d. M. hätte antreten sollen, bis auf weiteres verschoben. Die „Jüdische Rundschau“ erfährt, daß Dr. Weizmann sich zur Erholung in die Schweiz begibt und Anfang Februar Gelegenheit nehmen wird, mit repräsentativen Kreisen der Jewish Agency in Europa die schwebenden Fragen zu besprechen. Aus der jüdischen Welt Neue Friedhofsschändung in Bayern München, 28. Januar. Die „München-Augsburger Abendzeitung“ berichtet aus Roth b. Nürnberg: Vergangene Woche wurden im israelitischen Friedhof in Georgensgmünd durch unbekannte Täter mehrere Grabsteine umgeworfen, beschädigt und beschmutzt. Die Ortsgruppe Georgensgmünd der Nationalsozialistischen Partei hat für die Ergreifung der Täter eine Belohnung von 100 Reichsmark ausgesetzt. (Wird den Nationalsozialisten vielleicht selbst bange vor ihren „Erfolgen“ oder ist das nur die Taktik „Haltet den Dieb!“ zu rufen, wenn man den wohlbegründeten Verdacht von sich selbst ablenken will?) Fast zwölf Millionen Etat der Berliner jüdischen Gemeinde für 1930 Berlin, 23. Januar. (JTA.) Der Voranschlag der jüdischen Gemeinde Berlin für das Jahr 1930 ist vom Gemeindevorstand der Repräsentantenversammlung zur Beschlußfassung zugegangen, die ihn voraussichtlich in ihrer nächsten Sitzung, am 27. Januar, in Behandlung ziehen wird. Die Gesamtausgaben für 1930 betragen Reichsmark 11 684 754.— (Voranschlag für 1929: Reichsmark 11 026 432.—). Die Steigerung gegenüber dem Vorjahre beträgt RM. 658 322.—, d. h. 6%. Für das Wohlfahrtswesen sind Ausgaben in Höhe von RM. 3 606 398.—■ (Steigerung RM. 289 000.—) vorgesehen. Die Verwaltung der Synagogen erfordert einen Mehraufwand von RM. 70 400.—. Jüdische Mittelpartei für Nieder- und Oberschlesien Breslau, 21. Januar. (JTA.) Am 20. Januar wurde in einer Versammlung in Breslau die „Jüdische Mittelpartei für die Synagogengemeinde Breslau und die Provinz Nieder- und Oberschlesien“ gegründet. Ein sorgfältig ausgearbeitetes Programm wurde angenommen. Zum Vorsitzenden wurde Rechtsanwalt Foerder, zum stellvertretenden Vorsitzenden Rechtsanwalt Wolff, zum Schriftführer Arthur Wiener, zum Schatzmeister Eugen Perle gewählt. Dem Vorstande gehören noch folgende Herren an: Generaldirektor Leo Lewin, Rechtsanwalt Guttmann, Sanitätsrat Dr. Groß, Regierungsrat Dr. Halpert, Emil Weill, Dr. Dienstfertig. Aufhebung der Immunität des Religionsschänders Feder Berlin, 21. Januar. (JTA.) Der Geschäftsordnungsausschuß des Reichstags beschloß, die Genehmigung zur Strafverfolgung des nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten Feder (Sachsen) unter Aufhebung seiner Immunität zu erteilen, weil in dem von ihm verantwortlich gezeichneten Blatte die jüdische Religion beschimpft worden war und unter Verantwortung des Abgeordneten Feder Einrichtungen der katholischen Religion verhöhnt worden waren. Sechs Monate Gefängnis für den Antisemiten Straßer Berlin, 26. Januar. (JTA.) Nach mehrstündiger Beratung wurde am Freitag abend vom Vorsitzenden der Strafkammer des Landgerichts III das Urteil in der Berufungsverhandlung gegen den wegen mehrfacher Beleidigung und anderer Vergehen angeklagten nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten Straßer verlesen. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft hin wurde das erste Urteil dahin abgeändert, daß der Angeklagte wegen Beleidigung in fünf Fällen, davon in zwei Fällen, gleichzeitig wegen übler Nachrede, und wegen Beschimpfung der Republik in vier Fällen zu einer Gesamtstrafe von sechs Monaten Gefängnis und 600 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Staatsanwalt hatte ein Jahr und sechs Monate Gefängnis beantragt. Unter den Klägern befanden sich der Preußische Ministerpräsident Bräun, der Preußische Wohlfahrtsminister Hirtsiefer, der Berliner Polizeipräsident Dr. Weiß und eine Reihe Berliner und Essener jüdischer Rechtsanwälte. Der Führer der Nationalsozialistischen Studentenschaft Frankfurts relegiert Frankfurt a. M„ 21. Januar. (JTA.) Rektor und Senat der Universität Frankfurt a. M. haben den Führer der Nationalsozialistischen Studentenschaft von der Universität verwiesen. Bei der Wahl zu der sogenannten allgemeinen Frankfurter Studentenschaft hatte der jetzt Gemaßregelte ein nationalsozialistisches Flugblatt unterzeichnet, in dem die Universität Frankfurt a. M. eine „Hochburg jüdischer Frechheit und marxistischer Unverschämtheit“ genannt wurde. Friede in der Zionistischen Organisation Österreichs Wien, 24. Januar. (JTA.) In die Zionistische Organisation Österreichs ist nach mehrjährigen inneren Kämpfen, insbesondere zwischen den Ra- Cafe Wintergarten Franz Schnabel Vollständig renoviert (m. Parkettboden) neu eröffnet Nachmittags-Konzert / Äbend Tanz Kapelle Josd Zangelas Zivile Preise / Kein Weinzwang / Kein Eintritt Tassen und Portionen Kaffee werden verabreicht

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