Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 4 (24.1.1930)
- Date
- 1930-01-24
- Page
- Seite 51 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4 Das Jüdische Echo 51 mal die Taktik der Verschleppung. Im Laufe der Verhandlung, die sich über drei Stunden hinzog, und der eine große Zuhörermenge beiwohnte, stellte Münchmeyer Widerklage gegen die beiden Privatkläger, weil diese in einer Publikation behauptet hätten, er, Münchmeyer, sei wegen würdelosen Verhaltens als Geistlicher seines Amtes enthoben worden, und es sei schlimm um eine politische Partei bestellt, die sich einen solchen Mann als Führer gefallen lasse. Der Widerklage, die auch dem Willen der Kläger entspricht, wurde stattgegeben. Auf Antrag der Kläger wurde dann zum Zwecke der Beschaffung von weiterem Beweismaterial gegen Münchmeyer die Verhandlung ausgesetzt und auf unbestimmte Zeit vertagt. Der Senat der Münchener Technischen Hochschule setzt den Numerus-clausus-Beschluß des Asta außer Kraft München, 16. Januar. (JTA.) Der Asta (Allgemeiner Studenten-Ausschuß) der Münchener Technischen Hochschule hat im vergangenen Sommer einen Antrag der nationalsozialistischen Studenten auf Einführung des Numerus clausus für jüdische Studierende angenommen, obwohl dieser Beschluß der Würzburger Studentenverfassung widersprach. Der Senat der Technischen Hochschule hat nunmehr den Beschluß des Asta als unzulässig außer Kraft gesetzt. Antisemitische Hetze der Nationalsozialisten an der Berliner Technischen Hochschule Berlin, 16. Januar. (JTA.) Am Freitag früh wurde vor der Technischen Hochschule in Charlottenburg von nationalsozialistischen Studenten ein Flugblatt verteilt, das in übelster antisemitischer Weise gegen einen Dozenten der Technischen Hochschule, Prof. Dr. Ing. Riebersahn, hetzt. Prof. Riebersahn ist vom Senat der Technischen Hochschule das Referat für die Samstag nachmittag stattgefundene offizielle Reichsgründungsfeier übertragen worden. Der Rektor der Technischen Hochschule hat erklärt, daß er das Flugblatt bereits kenne und die Verteiler habe zu sich kommen lassen. 65 jüdische junge Leute in Kowno verhaftet K o w n o , 16. Januar. (JTA.) 65 jüdische Jünglinge und Mädchen wurden in Kowno bei dem Versuch, eine Straßendemonstration für Abschaffung der Todesstrafe bei politischen Verbrechen zu veranstalten, von der Polizei verhaftet. Im Gefängnis wurden die männlichen und weiblichen Häftlinge fürchterlich mißhandelt. Sie sehen einer harten Bestrafung entgegen, da Straßenkundgebungen in Litauen unter das Kriegsgesetz fallen. Aufhören jeder individuellen jüdischen Kolonisation in der Sowjetunion Moskau, 15. Januar. (JTA.) Gemäß einer soeben vom Kommissariat für Landwirtschaft erlassenen Verordnung hört jede Kolonisierung einzelner „Binnenwanderer“ in den Ländern der Sowjetunion auf. In Zukunft wird kein einziger Siedlungswerber mehr auf dem Lande angesiedelt werden. Das gesamte neue Siedlungswesen geschieht in der Form der Kollektiven, und zwar in der Weise, daß ganze Gruppen auf Gemeinschaftsboden angesiedelt werden und auch die Produktionsmittel gemeinschaftlich sind. Somit hört das System der Ansiedlung von Juden als individuelle Kolonisten vollständig auf. Die jüdischen Organisationen, die bis jetzt die Ansiedlung von Juden nach individuellem Prinzip durchgeführt haben, haben sich schon früher in Erwartung dieser Verordnung auf das Kollektivsystem eingestellt. Dem Verlangen der Sowjetregierung der Republik Krim entsprechend, werden sich sämtliche jüdischen Kolonien der Krim in der nächsten Zeit in Kollektiven umwandeln. Moskau, 14. Januar. (JTA.) Bei einer Sitzung des Präsidiums der privaten Gesellschaft für jüdische Kolonisation Ozet wurde beschlossen, allen Ozet-Abteilungen in der Sowjetunion die Weisung zu erteilen, die Regierung in dem Werk der Kollektivierung zu unterstützen und die Möglichkeit zu schaffen, alle antisowjetistisch gesinnten jüdischen Kolonisten aus den Kolonien zu entfernen. Staatsorgane sabotieren die Verordnung über Verbesserung der Wirtschaftslage der Juden Moskau, 14. Januar. (JTA.) Der Beschluß des Rates der Volkskommissare der Sowjetunion, betr. Maßnahmen zur Verbesserung der Lage der Juden in den Städten, kann infolge der Sabotage seitens der Vertreter von vielen staatlichen und kooperativen Organen nicht durchgeführt werden. Die zur Beratung über solche Maßnahmen einberufenen Konferenzen werden von vielen Organisationen nicht beschickt. Die Regierungsgesellschaft Komzet hat Maßregeln getroffen, um die betr. Organisationen zu zwingen, den Beschluß des Rates der Volkskommissare in die Wirklichkeit umzusetzen. 99 Synagogen in den ersten 8 Monaten 1929 in Rußland geschlossen — Smolensk und andere große Städte ohne Synagoge Moskau, 19. Januar. (JTA.) Nach einer offiziellen Feststellung sind in den ersten 8 Monaten des Jahres 1929 in dem Gebiet der Sowjetunion 99 Synagogen beschlagnahmt worden. Im Jahre 1928 wurden insgesamt 59 Synagogen beschlagnahmt. Smolensk und viele andere größere Städte sind ohne eine einzige Synagoge geblieben. Moskau, 17. Januar. (JTA.) „Emeß“ berichtet, daß im Verlaufe des Dezember 1929 21 Synagogen in Arbeiterklubs usw. verwandelt worden sind, davon 5 in Hornel und 3 in Uman. 14 neuen Gesuchen um Beschlagnahme von Synagogen wurde vom Zentralexekutivkomitee der Sowjets im Laufe des gleichen Monats stattgegeben. Schändung des jüdischen Friedhofs in Saloniki — 67 Grabsteine zerstört Saloniki, 19. Januar. (JTA.) Ein Teil des historisch wertvollen jüdischen Friedhofs in Saloniki, und zwar der Teil, der die Begräbnisstätte der berühmten Familie Allatini einschließt, ist in rohester Weise entweiht worden. 67 Grabsteine wurden zertrümmert, die Gräber wurden besudelt. Ein Teil der Umfassungsmauern des Friedhofs ist ebenfalls zerstört worden. Auf Ersuchen der Gemeinde hat die Polizei eine Untersuchung eingeleitet, die bisher ohne Ergebnis geblieben ist, da keiner der Täter gefaßt wurde. Deutsche %euwäsch**rei U.m.b. H. FELIX BRANDNER . MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr-23708 Spezial-Dampfwaschanstalt nur Herren-Stärkwäsche Annahmestelle auch Jägerstr. 16 / Augsburg A. 432 vord. Lech