Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 4 (24.1.1930)
- Date
- 1930-01-24
- Page
- Seite 50 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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50 Das Jüdische Echo Nr. 4 kutive lebt. Und um schließlich noch eine dritte Episode zu erwähnen, die erregend gewirkt hat, sei darauf hingewiesen, daß die Affäre Magnes, die in der zionistischen Öffentlichkeit besonders Amerikas stark aufgebauscht wurde und in der Zionistischen Exekutive in London großen Unwillen hervorrief, ihre Schärfe dadurch erhalten hat, daß Dr. Magnes sogar in politischen Fragen das Präsidium des Administrative Committee als kompetente Stelle angesehen zu haben scheint, worin die politische Exekutive eine Brüskierung erblikken mußte. Dies sind nur Beispiele, welche die Verwirklichung des organisatorischen Verhältnisses illustrieren sollen.“ Der Artikel der „Jüdischen Rundschau“ schließt: „Eines muß mit großem Nachdruck betont werden: Wenn auch Meinungsverschiedenheiten sich herausgebildet haben, so beziehen sie sich nicht auf grundsätzliche Fragen der Palästinapolitik oder des Palästinaaufbaus. An dem fundamentalen Programm der Agency hat sich nichts geändert, ebenso wenig an der Bereitschaft unserer nichtzionistischen Partner, mit vollem Herzen mitzuarbeiten. Es ist erfreulich, daß Warburg in seinem Brief gerade die positive Arbeit der letzten Zeit unterstreicht. Die Schwierigkeiten ergeben sieh lediglich aus dem Zusammen Schluß organisatorisch einander fremder Bestandteile zu einem neuen GeUlde, für das es keine Ertahrungen und keinen Präzedenzfall gibt. Solche Fragen aber, so sehr sie auch die Stimmung der Alltagsarbeit beeinflussen, sind letzten Endes sekundärer Natur. Aber es sind Fragen des gegenseitigen Vertrauensverhältnisses, vor allem der energischen Bekämpfung aller etwa vorhandenen dunklen Kräfte, die Mißtrauen zu säen versuchen. Wir sind überzeugt, daß es Dr. Weizmann gelingen wird, bei seiner Anwesenheit in Amerika die bestehenden Mißverständnisse restlos zu beseitigen und dort wieder anzuknüpfen, wo — nach Zürich — die Entwicklung unterbrochen wurde. Die Jewish Agency bedarf gerade jetzt der Konzentration aller Kräfte, der Notstand ist noch nicht vorbei, und die gesamte zionistische Welt, deren Wünsche Dr. Weizmann auf seiner Reise begleiten, erwartet, daß eine den Interessen des seine Nationale Heimstätte aufbauenden jüdischen Volkes entsprechende Lösung gefunden wird.“ Gemeinsame Kampagne von Joint Distribution Committee und Jewish ügency Ziel-Aufbringung von sechs Millionen Dollar im Jahre 1930, davon gehen 2XU Millionen für Palästina ab N e u y o r k , 19. Januar. (JTA.) In einer gemeinsamen Konferenz von Vertretern des Joint Distribution Committee und Vertretern der Jewish Agency wurde ein Abkommen getroffen, demzufolge im Jahre 1930 in einer gemeinschaftlichen Kampagne 6 Millionen Dollar aufgebracht werden sollen. Dieses Abkommen unterliegt, wie der JTA. vom Vorsitzenden der Joint Distribution Committee und des Administrative Committee der Jewish Agency, Herrn Felix M. Warburg, mitgeteilt wird, noch der formalen Bestätigung durch das Executive Committee des Joint, das in kürzester Zeit hierüber Entscheidung zu treffen haben wird. Von den aufzubringenden 6 Millionen Dollar sollen 3V2 Millionen dem Joint für die durch ihn laufend zu leistende Wiederaufbauarbeit zur Verfügung stehen; 21/2 Millionen sollen der Jewish Agency zur Verwendung im Rahmen ihres im vergangenen Sommer in Zürich angenommenen Aktionsprogramms übergeben werden. Auf Grund dieser Vereinbarung werden sich zum erstenmal diejenigen Kreise, die bisher zu dem Hilfswerk des Joint beigetragen haben, und die Kreise, die innerhalb und außerhalb des Rahmens der zionistischen Organisation für Palästina tätig gewesen sind, in der Organisation einer großen einheitlichen Sammel-Kampagne für beide Zwecke vereinigen. Die gesamte Überwachung und Leitung der 6-Millionen-Dollar-Kampagne soll in die Hände eines Komitees, das sich aus den Herren Paul Baerwald, David Breßler, Richter William M. Lewis und Morris Rothenberg zusammensetzt, gelegt werden. Diesem engeren Komitee wird ein breiteres Advisary Committee zur Seite stehen, dem prominente Führer des amerikanischen Judentums angehören werden. In kurzer Zeit werden von Herrn Felix M. Warburg die Namen der Ehrenpräsidenten und die der anderen Ehrenbeamten der Kampagne bekannt gemacht werden. * Die Abmachung ist nach vorangegangenen Beratungen mit der Zionistischen Organisation von Amerika, Hadassah und Misrachi getroffen worden, die ihre volle Mitwirkung an der Kampagne zugesichert haben. Aus der jüdischen Welt Neukonstituierung des Vorstandes der jüdischen Gemeinde Berlin Berlin, 16. Januar. (JTA.) Nachdem in der letzten Sitzung der Repräsentantenversammlung der Berliner jüdischen Gemeinde die nach dem Turnus Ende 1929 ausgeschiedenen und wiedergewählten Mitglieder des Vorstandes. Kammergerichtsrat Leo Wolff, Kommerzienrat Gerson Simon, Rechtsanwalt Dr. Max Kollenscher, Prof. Dr. Seligmann und James Goldschmidt, durch den Vorsitzenden, Geheimrat Dr. Julius Stern, wiedereingeführt und verpflichtet wurden, hat sich der Vorstand in seiner am 14. Januar abgehaltenen Sitzung neu konstituiert. Zum Vorsitzenden wurde Direktor Georg Kareski, zu steiivertretenden Vorsitzenden Kammergerichtsrat Leo Wolff und Kommerzienrat Gerson Simon wiedergewählt. Prozeß Centralverein gegen Münchmeyer Berlin, 16. Januar. (JTA.) Vor dem Amtsgericht Amberg (Oberpfalz) war am 13. Januar Termin zur Verhandlung der Beleidigungsklage angesetzt, die die beiden Vorstände der Ortsgruppe Amberg des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Kaufmann Bloch und Studienassessor Godlewski, gegen den früheren Pfarrer Münchmeyer auf Borkum erhoben hatten. Nachdem Münchmeyer drei Verhandlungsterminen ausgewichen war, erschien er zum vierten Termin selbst, befolgte aber auch dies- Cafe Wintergarten Franz Schnabel Vollständig renoviert (m. Parkettboden) neu eröffnet Nachmittags-Konzert / Äbend Tanz Kapelle Jos£ Zangelas Zivile Preise / Kein Weinzwang / Kein Eintritt Tassen und Portionen Kaffee werden verabreicht