Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1930-01-17 · 3 (17.1.1930) · p. Seite 36

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
3 (17.1.1930)
Date
1930-01-17
Page
Seite 36 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9072829-9103085-9229908--10557-9221577
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

56 Das Jüdische Echo Nr. 3 kale Weise herbeizuführen. Dies gelang nicht, und zwar infolge des heftigen Widerstandes anderer Gruppen und Führer. Diesmal und diesbezüglich fällt die Hauptschuld auf den rechten Flügel der „Eth Liwnoth“. Da nun diese Bestrebungen aussichtslos erschienen, arbeitete man auf die Schaffung einer Koalitionsleitung, umfassend sämtliche drei Fraktionen (also Revisionisten inbegriffen), hin. Aber auch diesen Plan brachte man zum Scheitern. Grünbaum erklärte sich für eine Koalition mit beiden anderen Fraktionen, aber mit der Bedingung, daß die Zusammensetzung dieser Leitung nach einem Personenschlüssel und nicht nach einem Parteischlüssel erfolgt. Unter solchen Umständen konnte keine Koalitionsleitung gebildet werden. Also übergab die Konferenz gezwungenerweise und sehr unwillig die Leitung der Organisation in die Hände Grünbaums, welcher den Auftrag übernahm und eine, nur aus Mitgliedern des „Al Hamischmar“ und der sogenannten „Unabhängigen“ zusammengesetzte Leitung bildete. Diese ist nun für die Geschichte und die Zukunft des polnischen Zionismus verantwortlich. Die Vereinigung der Ärbeiterparteien in Palästina vollzogen T e 1 - A w i w, 7. Januar. (JTA.) Tausende von jüdischen Arbeitern aus allen Teilen Palästinas Strömten in Tel-Awiw zusammen, um an der großen Konferenz teilzunehmen, die den Schlußakt in der Vereinigung der beiden palästinensischen jüdischen Arbeiterparteien Achduth Haawodah und Hapoel Hazair bedeutet. In feierlicherWeise wurde die Vereinigte Palästina-Arbeiter-Konferenz am Abend des 5. Januar im Beth Am von Tel-Awiw eröffnet. Für die beiden sich vereinigenden Parteien sprachen Josef Sprinzak, der Führer des Hapoel Hazair und Mitglied der gegenwärtigen Zionistischen Exekutive, und der Führer der Achduth Haawodah Ben Gurion. Für die Zionistische Exekutive begrüßte Dr. Arthur Ruppin die Konferenz. Am Abend vor der feierlichen Eröffnung der Vereinigten Konferenz hielten die beiden Parteien ihre letzten selbständigen Konferenzen ab. In seiner Rede vor der Schlußkonferenz des Hapoel Hazair sagte der bisherige Führer dieser Organisation, Josef Sprinzak: Die Ereignisse von Hebron und Hulda während der Augustunruhen haben die Einheit der Arbeiter in Palästina besiegelt. Diese Geschehnisse haben alle Differenzpunkte verschwinden lassen, die vordem zwischen den beiden Parteien bestanden haben. Die jetzt vollzogene Vereinigung, betonte er, bezeichnet den Beginn einer Entwicklung und nicht einen Abschluß. Von der Mitgliedschaft des Hapoel Hazair stimmten 85% für die Vereinigung, 10% dagegen, 5% enthielten sich der Stimme. Der Führer der Achduth Haawodah Ben Gurion würdigte in seiner Rede vor der Schlußkonferenz seiner Partei das Werk des Hapoel Hazair in der Zeit seiner selbständigen Existenz. Wir vereinigen uns mit einer Partei, sagte er, die ein Vierteljahrundert lang loyal die Interessen der Arbeiterschaft vertreten hat. Sie hat in diesen langen Jahren den Kampf der jüdischen Arbeit gekämpft und bewunderswerte Anstrengungen für die Schaffung einer jüdischen Arbeiterkultur gemacht. Sie hat die erste Arbeiterzeitschrift in Palästina gegründet und sie hat die erste Kwuzah (Deganiah) geschaffen, obgleich sie sich nicht der Terminologie des Klassenkampfes bedient hat. Der Großmufti Führer der arabischen Delegation Die Gegensätze im arabischen Lager ln einer außerordentlichen Sitzung der Arabischen Exekutive am 10. d. M. wurde, wie die JTA. aus Jerusalem meldet, der Großmufti Hadsch Emin el Husseini zum Führer der arabischen Delegation gewählt, die nach London reisen soll. Der Wahl ging eine lebhafte Diskussion voraus, in welcher die Gegensätze im arabischen Lager klar zum Ausdruck kamen. Schon seit längerer Zeit sind zwei verschiedene Meinungen auch aus den Äußerungen der arabischen Presse erkennbar. Die eine Richtung, geführt vom Großmufti, deren Sprachrohr das Organ des Obersten Moslemischen Rates „Dschamea el Arabije“ ist, erklärt als das Ziel der arabischen Nationalbewegung die Unabhängigkeit Palästinas, d. h. also die Beseitigung des britischen Mandates. Demgegenüber steht die Arabische Exekutive auf dem Standpunkt, die Offensive der Araber habe sich gegen den Zionismus und nicht gegen England zu richten. Das Organ der Exekutive „Felestin“ veröffentlicht, besonders in seiner englischen Ausgabe, fortgesetzt Schmeicheleien für England und stellt als das Ziel eine Kooperation Englands mit den Arabern unter Aufrechterhaltung des Mandates, aber unter Bekämpfung aller jüdischen Privilegien hin. In der letzten Zeit ist diese Polemik zwischen den zwei hier genannten arabischen Blättern mit ziemlicher Offenheit geführt worden. In der erwähnten Sitzung ist bei der Wahl der Delegation nach London der Vorsitzende der Arabischen Exekutive, Musa Kazim Pascha, unterlegen, ebenso deren Sekretär, Moghanan Effendi. Dagegen wurden gewählt außer dem zum Führer der Delegation bestimmten Großmufti als Sekretär der bekannte Rechtsanwalt Auni Bey Abdul Hadi, der auch vor der Untersuchungskommission als Hilfsanwalt der Araber fungiert hat, ferner der Jerusalemer Bürgermeister Ragheb Bey Naschaschibi, der bereits in London befindliche Dschemal Husseini und, was eine besondere Pikanterie darstellt, der Deutsche Alfred Roch, der bekanntlich vor der Untersuchungskommission zugunsten der Araber ausgesagt hat. Das Organ des Großmufti beschlagnahmt Jerusalem, 6. Januar. JTA. „Jamea al Arabia“, das offizielle Organ des Moslemitischen Obersten Rates, machte Mitteilungen über eine angebliche jüdische Verschwörung gegen das CONTINENTAL Schreibmaschinen das Fabrikat der Wanderer*Werke A.G Hauptvertrieb für Südbayern: Joh.Winklhofer&Söhne München 50 Telephon 73844 :: Forstenrieder Str. 53 Reparaturen aller Systeme

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.