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Das jüdische Echo · 1930-01-17 · 3 (17.1.1930) · p. Seite 37

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
3 (17.1.1930)
Date
1930-01-17
Page
Seite 37 (sequence 14)
Language
German
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Nr. 3 Das Jüdische Echo 37 Leben des Großmufti Hadsch Emin el Husseini. Die Zeitung erzählt eine erfundene Geschichte, derzufolge die Juden für viele Tausende Pfund zahlreiche Araber gedungen haben, damit sie auf den Großmufti ein Attentat verüben. Wenige Stunden nach Veröffentlichung dieser Mitteilung wurde das Blatt nach einer Unterredung, die der Vorsitzende der zionistischen Palästina-Exekutive, Harry Sacher, mit dem High Commissioner Sir John Chancellor hatte, unverzüglich beschlagnahmt. Aus der jüdischen Welt Große Kundgebung des jüdischen Friedensbundes Berlin, 13. Januar. (JTA.) Nachdem vor wenigen Monaten die „Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen für den Frieden“ sich konstituiert hat und mit ihrem Arbeitsprogramm vor die Öffentlichkeit getreten ist, hatte der ihr angeschlossene „Jüdische Friedensbund“ für Sonntag, den 12. Januar, mittags, zu einer Massenkundgebung im großen Festsaal der Staatlichen Hochschule für Musik aufgerufen. Lange vor Beginn der Kundgebung waren der große Saal und die Galerien überfüllt. Menschen aus allen sozialen und Gesinnungskreisen waren anwesend. Neben den Vertretern aller maßgeblichen jüdischen Organisationen und Institutionen (Jüdische Gemeinde,. Zionistische Vereinigung, Liberale Vereinigung, Centralverein, Rabbinerverband, Rabbinerseminare, Logen, Akademieverbände u. a. m.) sah man die markantesten Köpfe aus dem jüdischen Leben Berlins, so fast alle Berliner Rabbiner. Besonders viel junge Menschen waren zugegen und auch eine Anzahl nichtjüdischer Persönlichkeiten. Direktor Oskar Wassermann, der Vorsitzende des Jüdischen Friedensbundes, leitete die Kundgebung mit einem Appell zu praktischer Mitarbeit aller Juden an dem von religiösen Motiven und Impulsen geleiteten Friedenswerk der Religionen ein. Weiter sprachen Lion Feuchtwanger, Dr. Alfred Nossig, Rabbiner Dr. J. Prinz. Von Prof. Albert Einstein wurde ein Brief verlesen, in dem er zum Schluß eine jüdische Friedenskopfsteuer verlangt. Frau Rabbiner Dr. Eschelbucher wandte sich insbesondere an die Mütter, Hauri Borchhardt an die jungen Menschen. In seinem Schlußwort faßte Direktor Oskar Wassermann die Ausführungen der Redner noch einmal zusammen. Führertagung des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände Seesen (Harz), 3. Januar. (JTA.) In der Zeit vom 25. bis 31. Dezember 1929 fand in dem vom Reichsausschuß der Jüdischen Jugendverbände unterhaltenen Jacobsonheim in Seesen am Harz eine von den im Reichsausschuß vereinigten Jugendbünden beschickte Führertagung statt. Die diesjährige Tagung konnte teilweise an die Ergebnisse der vor einem Jahre am selben Orte stattgehabten sozialen Woche anknüpfen. Der Geist der Jugendbewegung, vorbildliche Toleranz gegenüber abweichenden Meinungen, schufen eine Stimmung, in der es gelang, auch über Fragen umstrittener Art in Freundschaft und Ruhe zu sprechen. Die Tagung wurde mit dankbarem Hinweis auf die Unterstützung durch den Herrn Reichsminister des Innern eröffnet. Die Vertreter der Orts¬ und Landesausschüsse des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände gaben kurze Berichte über den Stand der Arbeit in ihren Orten. Im Verlauf der Tagung wurden in einer Sonderarbeitsgemeinschaft die Aufgaben der jüdischen Jugendbünde, soweit sie geeignet sind, proletarische Menschen jüdisch bewußt zu machen, diskutiert. Der Erfolg der Tagung ist über das sachliche Ergebnis hinaus, vor allem die Interessierung und Heranziehung eines Kreises junger Menschen für wichtige gemeinsame Aufgaben der jüdischen Jugend. Geheimrat Kastl scheidet aus der Mandatskommission aus Berlin, 9. Januar. (JTA.) Geheimrat Kastl, das deutsche Mitglied der Mandatskommission des Völkerbundes, hat unter Hinweis auf seine vielen Pflichten in Deutschland beim Generalsekretär des Völkerbundes um seine Entlassung von diesem Amte nachgesucht. Er wird noch bis zum März, wo die Palästinafrage zur Erörterung kommt, sein Amt behalten. Zu seinem Nachfolger wird, wie verlautet, wiederum ein Deutscher in Aussicht genommen. Das Reichsgericht setzt die aus dem Alpenverein ausgeschlossenen jüdischen Mitglieder in ihre Rechte wieder ein Berlin, 9. Januar. (JTA.) Das Reichsgericht hat gestern in einem Verkündigungstermin das Urteil des Kammergerichts in Sachen der aus der Sektion des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins ausgeschlossenen Mitglieder gegen den Vorstand der Sektion aufgehoben und zu anderweitiger Entscheidung an das Kammergericht zurückverwiesen. Das Amtsgericht Berlin hatte als erste Instanz den Klägern, die wegen der antisemitischen Strömung in der Sektion Berlin und wegen Einführung einer Art numerus clausus bei Aufnahme von Juden eine eigene Organisation, den Alpenverein Berlin E. V., begründet hatten und deshalb aus dem Deutschen und Österreichischen Alpenverein ausgeschlossen worden waren, Recht gegeben, und den Ausschluß schon aus formellen Gründen für unzulässig erklärt. Das Kammergerichti als zweite Instanz hatte die Klage abgewiesen. Jetzt hat das Reichsgericht, das als höchste Instanz von den Klägern angerufen war, die Entscheidung des Kammergerichts als rechtsirrtümlich aufgehoben. Erste Sitzung der Palästina-Untersuchungskommission nach ihrem Wiedereintreffen in London London, 10. Januar. (JTA.) Nach ihrer Rückkehr aus Palästina hat die Palästina-Untersuchungskommission ihre erste Sitzung in London am 9. Januar abgehalten. Die Sitzung war geheim. Die Mitglieder der Kommission sind hinsichtlich der Beurteilung der Situation, wie die JTA. erfährt, vollständig einer Meinung, und es besteht Grund zu der Annahme, daß die Arbeit nun sehr schnell fortschreiten wird. Verzögernd wirkt noch der Umstand, daß in London vor Veröffentlichung des Berichts noch einige Zeugen einzuvernehmen sind. Der Bericht wird nicht vor Ende Januar der Regierung vorgeigt werden können. . MÜNCHENER PLISSE-BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÜNCHEN Holsaum, Knöpfe, Endeln Kanten,Kostümstickereien Burgstraße 16/3 Knopflöcher Telephon 22 9 75

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