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Das jüdische Echo · 1930-01-10 · 2 (10.1.1930) · p. Seite 21

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
2 (10.1.1930)
Date
1930-01-10
Page
Seite 21 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2 Das Jüdische Echo 21 die den Organisatoren des Blutvergießens als Prämie dienen werden. gez. Ismoszik, Mossinson, Supraski.“ Außerdem kamen Kundgebungen von den Zionisten Litauens, Kongreßpolens, Westgaliziens, Ostgaliziens, Österreichs, der Tschechoslowakischen Republik, Rumäniens und der Schweiz. Tagung der Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände Deutschlands in Berlin Berlin, 6. Januar. (JTA.) (Amtlich.) Am 5. Januar 1930 trat vormittags um 9.30 Uhr in den Geschäftsräumen des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden unter dem Vorsitz von dessen Präsidenten, Kammergerichtsrat Leo Wolff, die Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände des Deutschen Reiches zu einer Tagung zusammen, bei der fast alle angeschlossenen Verbände vertreten waren. Der Vorsitzende wies in seiner Begrüßung darauf hin, daß die Arbeitsgemeinschaft, deren letzte Sitzung um ein Jahr zurückliegt, dazu berufen sei, die gemeinsamen Interessen der deutschen Judenheit wahrzunehmen, solange es zur Gründung eines Reichsverbandes nicht gekommen sei. Dem verstorbenen Ratsmitgliede des Preußischen Landesverbandes, Prof. Dr. Türk, widmete der Präsident des Bayerischen Landesverbandes, Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, einen warmen Nachruf. In der bis abends 7 Uhr ausgedehnten Sitzung wurde die gesamte sehr reichhaltige Tagesordnung erledigt. Aus.ihr seien als besonders bemerkenswert die folgenden Punkte hervorgehoben: Es fand eine Aussprache darüber statt, auf welche Weise bei der Zuführung rabbinischer Kräfte zu den in Einzelfällen für sie in Betracht kommenden Wirkungsstätten die Rücksicht auf die Höhe der ihnen zu gewährenden Besoldung ausgeschaltet werden kann. Die Frage soll, da es sich hierbei um Mißstände handelt, die hauptsächlich bei der Besetzung großstädtischer Rabbinerstellen hervorgetreten sind, der Konferenzgemeinschaft der Großgemeinden zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Sehr bemerkenswerte Mitteilungen konnten über die Verhandlungen gemacht werden, die seitens des Preußischen Landesverbandes mit den zuständigen Behörden über die Sonntagsarbeit von Beamten und Angestellten der jüdischen Gemeinden und Organisationen sowie derjenigen Betriebe, in denen am Sabbat nicht gearbeitet wird, geführt worden sind. Auch über den Stand der Reichssteuergesetzgebung, soweit sie für die jüdischen Gemeinden in Betracht kommt, sowie über die Bestrebungen zur Abwehr der Angriffe gegen das Schächten wurde Bericht erstattet. Einen breiten Raum nahm in den Erörterungen wieder die Lage der Rabbinerbildungsstätten ein. Im Hinblick auf die ungemein große Bedeutung dieser Institute für die Erhaltung des Judentums wurde von allen Seiten die Notwendigkeit betont, die zu ihrem Fortbestand sowie zur Sicherung der Pensions- und Reliktenversorgung ihrer Dozenten erforderlichen Mittel durch die Landesverbände aufzubringen. Soweit das mit Rücksicht auf deren sonstige Belastung nicht möglich ist, soll versucht werden, private Organisationen zu schaffen, damit die Rabbinerbildungsanstalten selbst in jedem Falle von der Sorge um ihr Bestehen befreit werden. Zur Beratung über die inneren Fragen des Religionsunterrichtes, insbesondere die Schaffung von geeigneten Lehrbüchern, ferner über die Frage der Fortbildung der schulentlassenen Jugend wurde ein kleiner Ausschuß gebildet, der sich nötigenfalls durch Zuwahl von weiteren geeigneten Personen ergänzen soll. Von Vertretern der kleinen Landesverbände wurde die in ihnen herrschende Notlage geschildert. Es wurde eine engere Verbindung unter den kleinen Landesverbänden angeregt, damit diese wenigstens moralisch sich gegenseitig einen Rückhalt verschaffen. Die weiter zur Erörterung gelangenden Gegenstände betrafen mehr innere Angelegenheiten der Verbände sowie Fragen der Organisation. Es hat sich dabei herausgestellt, daß eingehende Aussprachen über alle diese Dinge notwendig und behufs Annäherung der einzelnen Landesverbände untereinander und einheitlicher Behandlung der sie in gleicher Weise interessierenden Angelegenheiten höchst förderlich sind. Die baldige Einberufung einer neuen Tagung der Reichsarbeitsgemeinschaft wurde deshalb in Aussicht genommen. Geburtstage repräsentativer Juden Eduard Bernstein 80 Jahre Berlin, 2. Januar. (JTA.) Eduard Bernstein, der älteste unter den gegenwärtigen Führern der deutschen Sozialdemokratie, Kritiker des marxistischen Sozialismus und Vater des „Revisionismus“, vollendete am 6. Januar 1930 sein 80. Lebensjahr. Er wurde in Berlin als Sohn eines Lokomotivführers geboren und kam 1872 zur Sozialdemokratie. Bernsteins Interesse für das Judentum erwachte spät. Über sein Verhältnis zum Judentum und die jüdische Atmosphäre seines Elternhauses berichtet er in seinen Kindheitserinnerungen, die er aus Anlaß seines 75. Geburtstages schrieb und die damals durch die JTA verbreitet wurden. 1877 war er aus sozialistischer Überzeugung aus dem Judentum ausgetreten. Aber der Weltkrieg machte auch bei ihm den Blick für die Judenfrage frei. 1916 schrieb er einen größeren Aufsatz: „Von den Aufgaben des Judentums im Weltkriege“, in dem er den Gedanken der jüdischen Mission in dem Sinne entwickelt, daß die Juden infolge ihrer Geschichte und ihrer Stellung unter den Nationen die völkerpolitische Aufgabe haben, für die Verständigung zwischen den Völkern zu wirken. Seit 1919 steht Bernstein der Poale-Zion-Bewegung nahe. 1924 trat er dem ^Komitee für das arbeitende Palästina“ bei und hielt Propagandavorträge zugunsten der palästinensischen Arbeiterschaft. Er ist Mitglied des Deutschen Komitees Pro Palästina. Simon Bernfeld 70 Jahre Berlin, 2. Januar. (JTA.) Am 5. Januar 1930 vollendete der hervorragende jüdische Gelehrte und Publizist, Dr. Simon Bernfeld, sein 70. Lebensjahr. Bernfeld wurde zu Stanislau in Galizien geboren, war 1879 Redakteur der hebräischen Zeitschrift „Hakol“ in Königsberg, 1881 wurde er Mitredakteur des „Hamaggid“ in Lyck, besuchte dann in Berlin die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, promovierte 1885 und wurde 1886 als Großrabbiner der sephardischen Gemeinde nach Belgrad berufen. Seit 1894 lebt er in Berlin. Bernfeld hat die hebräische Geschichtsliteratur um vielbeachtete Monographien bereichert. Er schrieb u. a. „Köre hadorot“, eine

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