Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 1 (3.1.1930)
- Date
- 1930-01-03
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9072829-9103085-9229903--10524-9221544- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 1 Das Jüdische Echo 7 stand spontan in Jerusalem und breitete sich von da über das ganze Land aus. War er verabredet, so hätte die Regierung über ihn unterrichtet sein müssen und hätte vorher Maßnahmen zu dessen Unterdrückung treffen müssen. War es ein zunächst auf Jerusalem beschränkter spontaner Ausbruch, so hätte die Regierung sofort jene Kraft und Entschlossenheit zeigen müssen, die den Ausbruch in Jerusalem unterdrückt und seine Ausbreitung verhindert hätte. Nichts von alledem tat die Regierung. Vom Araber-Anwalt Stoker einem, wenig scharfen, Kreuzverhör unterzogen, führte Sacher aus, zahlreiche britische Beamte seien nur deshalb bei den Arabern beliebt, weil sie mit dem Zionismus nicht sympathisieren; in Wirklichkeit aber richtet sich die arabische Bewegung ebensosehr gegen die Engländer wie gegen die Juden. Die Zionisten sind eigentlich der Blitzableiter für den gegen die britische Herrschaft rebellierenden Geist. Sacher erzählte, Araber hätten ihm gesagt, der beste Weg, die Engländer los zu werden, sei der, daß sich Juden wie Araber gemeinsam gegen sie erheben. Stoker fragte: Glaubten Sie diesen Arabern? Sacher erwiderte: Es ist überhaupt sehr schwer, dem Glauben zu schenken, was irgendein Araber sagt. Stoker: Nennen Sie einen Araber, der sich zu Ihnen so geäußert hat. Sacher: Einer von ihnen war Auni Bey Abdul Hadi. Die Antwort erregte Sensation. Auni Bey, der als arabischer Anwalt fungiert, sprang auf, fuchtelte mit den Armen und schrie: Ich stelle dies entschieden in Abrede. Stoker fragte Sacher: Auf welcher Basis wurde Ihnen eine solche Allianz vorgeschlagen? Sacher: Gewiß nicht auf der Basis des Jüdischen Nationalheims. Aber die Araber wissen sehr wohl, daß es ihnen zur Verwirklichung des Traumes vom arabischen Reiche an Geld und Männern fehlt; sie wollen sich der Hilfe der Juden versichern. Von Verhandlungen war, was Juden betrifft, keine Rede; verhandeln kann man ja nur, wenn auf beiden Seiten Verhandlungsbereitschaft besteht. Jerusalem, 22. Dezember. (JTA.) In der Fortführung der Vernehmung des Leiters der Zionistischen Palästina-Exekutive, Harry Sacher, durch die britische Untersuchungskommission richtete Sir Henry Betterton, das konservative Mitglied der Kommission, an den Zeugen die folgende Frage: Gesetzt den Fall, daß in Palästina nicht mehr Boden verfügbar ist als gerade nur soviel, wie zur Befriedigung der Bedürfnisse der arabischen Bevölkerung notwendig ist; würden Sie es dann für eine der Regierung aus dem Mandate erwachsende Pflicht halten, jeden weiteren Verkauf von Boden an Juden zu verbieten? Sacher erwiderte: Ein solches Verbot würde eine einseitige Entscheidung zuungunsten der Juden sein und würde somit das Mandat verletzen. Das liberale Kommissionsmitglied Hopkins Morris, Sir Henry Betterton und der Vorsitzende der Kommission, Sir Walter Shaw, hielten Sachers Antwort für nicht erschöpfend und wünschten eine strikte Beantwortung der an ihn gestellten Frage. Sacher erklärte, er könne eine solche Antwort nicht erteilen. Der arabische Anwalt Stoker wandte sich daraufhin an Sacher mit der folgenden Frage: Ist es sonst Ihre Meinung, daß die Bestimmungen des Mandates nicht vollkommen schlüssig sind und daß deshalb das Mandat als undurchführbar aufgehoben oder verbessert werden sollte? Sacher erwiderte: Sie gehen zu weit; hier wurde ja nur eine juristische Auslegungsfrage berührt. Stoker verlas einen Teil der vom letzten Zionistenkongreß in Zürich angenommenen Resolutionen, in denen geklagt wird, daß die Juden nicht entsprechend in den Regierungsämtern beschäftigt sind und daß die von der Regierung mit den Unterneh- Unser nventu ^Ausverkauf beginnt am Dienstag, dem 7. Januar 1930. Wir bringen in allen Abteil ungen vorteilhafte Angebote! Auf sämtliche nicht ermäßigte Waren gewähren wir 10°/o Rabatt Oft Sonderhaus für Weif} waren, Wäsche, Babyausstattungen, Kinderwagen und Kindermöbel München, Sendlingerstraffe 86