Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 51 (23.12.1921)
- Date
- 1921-12-23
- Page
- Seite 665 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9072829-9103024-9216230--04539-9196149- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 51 Das Jüdische Echo 665 Selbst für den der Gemeindearbeit Nahestehenden brachte der Bericht viel Neues. Die Gemeindemitglieder haben ein Recht darauf, zu erfahren, was in den Gemeindestuben vorgeht, wie sie ein Recht haben, ihren Vertretern Richtlinien für die Arbeit zu geben; nicht zuletzt unterrichtet zu sein über die Stimmung und die Haltung der Münchner Judenheiit. Es trägt nicht gerade zur Arbeitsfreudigkeit bei, wenn man erfährt, daß es Juden gibt denen ihr Judesein keine zwanzig Mark im Jahr wert ist: ein reiches Gemeindemitglied drohte mit dem Austritt aus der Kultusgemeinde, wenn seine jährlichen Kultusbeiträge zwanzig Mark übersteigen sollten! — In wertvollen Ergänzungen bereicherten die Herren Dr. Eli1 Strauß, Jakob Reich u. a. den Abend durch ihre prinzipielle Stellungnahme zu gemeindepolitischen Fragen. — Für den „gemütlichen Teil“ blieb keine Zeit mehr; man mochte ihn umso leichter vermissen, als die warm gehaltenen Ausführungen der Anwesenden das starke Zusammengehörigkeitsgefühl in jeder Weise verspüren ließen. — Wir werden die Besprechungen über die prinzipielle Stellung zur Gemeindepolitik am nächsten Abend, 10. Januar, fortsetzen. — Die Veranstaltungen für das kommende Jahr, wofür bereits Vorträge und Referate von den Herren Arnold Marie, Dr. Jul. Adler, Dr. B. Weiß, Dr. R. Strauß, Harburger, Dr. Gutmann u. a. vorgesehen sind, werden im „Echo“ jeweils bekannt gegeben. Nächste Zusammenkunft Dienstag, den 10. Januar 1922. G. Der Verband der jüdischen Jugendorganisationen München macht auf den ab 13. Januar 1922 jeweils am Freitag Abend 6.30 Uhr im Betsaal, Herzog Maxstr. 3, stattfindenden Gottesdienst aufmerksam. Die Israelitische Religionßgesellschaft Ohel Jakob hat in seiner zahlreich besuchten Mitgliederversammlung den einstimmigen Beschluß gefaßt, das Nachbaranwesen ihrer Synagoge in der Herzog Rudolfstraße anzukaufen. Durch diesen Erwerb wird es ermöglicht, die Synagoge beträchtlich zu vergrößern und so einem lange gefühlten Bedürfnis Rechnung zu tragen. Die Coßmann Werner-Bibliothek, Herzog Maxstraße 7/II und der mit ihr verbundene Lesesaal sind bestimmt, das geistige Leben unserer Gemeinde fördernd zu beeinflußen. Der große helle Lesesaal, der täglich geöffnet ilst, enthält eine größere Anzahl von Zeitungen und wissenschaftlichen Zeitschriften aus den verschiedensten politischen und religiösen Richtungen des Judentums. Die Blätter stehen zur freien Verfügung des Publikums. Eine reichhaltige Handbibliothek soll auch den wissenschaftliche Belehrung Suchenden Anregung bieten. Die Bibliotheksverwaltung ist bestrebt, allen Wünschen der Besucher entgegenzukommen. Es ist dringend zu hoffen, daß die Besucherzahl eine immer größere werden wird und so die Absicht der Gemeindeverwaltung, mit der Errichtung der Bibliothek und des Lesesaales einen geistigen Mittelpunkt zu schaffen, in Erfüllung geht. Jüd. Turn- und Sport-Verein Bar Kochba. Ani Donnerstag, den 22. Dez. und Montag, den 26. Dez. 1021 fällt das Damen- und Mädchentumen wegen anderweitiger Besetzung der Halle aus. Dafür findet für die Mädchenabteilung am Mittwoch, den 28. Dez. nachmittags 3 Uhr bei Orljansky, Rosental 9/II, ein Heimnachmittag statt. T urnplan : Halle in der Schwind-Schule, Scliellingstraße. Damen-Abteilung: Montag und Donnerstag von 7.30—9 Uhr, Mädchen-Abteilung: Donnerstag von 6—7.30 Uhr. — Halle des T.-V. Sendling, Plinganserstraße 84: Herren-Abteilung: Mittwoch von 8—10 Uhr. — Halle im neuen Realgymnasium, Klenzestraße: Zöglinge von 6 * bis 8 Uhr. S p or t p 1 an. Halle des Turnvereins Sendling, Plinganserstraße 84. Sämtliche Abteilungen: Mittwoch 7.30—10 Uhr Hallentraining. Sämtliche Abteilungen: Donnerstag ab 8Uhr Waldlauf. Start ab Halle Sendling. Am 15. Dez. 1921 feierte der Jüdische Sportverein Bar Kochba hier sein lOjähriges Stiftungsfest in dem Konzertsaal des Bayerischen Hofes. Die Begrüßungsansprache, die das Programm einleitete, hielt in Abwesenheit des erkrankten 1. Vorsitzenden Herr Masur. Darauf folgten Stabübungen von 6 Damen der Damenabteilung, die starken Beifall fanden. Von turnerischem Können zeugte das Barrenturnen der 5 Vorturner des Vereines, der Herren Kuhn, Riesenfeld, Meyerstein, Werner und Düring. Mit lebhaftem Interesse wurden die Übungen der Jugendabteilung aufgenommen, die unter der Leitung des Herrn Meyerstein 5 Pyramiden stellten. Den Höhepunkt erreichte die Veranstaltung durch die Ehrung der Gründungs- und verdienstvollen Mitglieder. Nachdem Herr Masur eine Vereinsgeschichte in kurzen Zügen gegeben hatte, ehrte er die Gründungsmitglieder, denen eine Urkunde übermittelt wird. Es sind dies die Damen: Frau M. Feuer, Frl. Camilla Hohenberger, die Herren: Gerson, Leop. Bogopolsky, Max Brym, Adolf Misch, Jak. Misch, Jakob Reich, Albert Kupfer, Max Bohrer. Mit der silbernen Nadel für verdienstvolle Mitarbeit wurden ausgezeichnet die Damen: Frau Reich, Frl. Camilla Hohenberger, Fridl und Martha Goldfarb, die Herren: Jakob Reich, Adolf Misch, Albert Kupfer, Josef Orljansky, Ernst Heumann, Max Gröger, Ernst Simon und David Masur. — Nachdem Redner noch allen denen gedankt hatte, die sich durch ihre aktive Arbeit um den Verein augenblicklich verdient machen, kam Herr Dr. M. Guttmann zu KRELL-UCKO DAS HAU SlintH W%lm^#THEATINERSTR.16 TELEFON 27831 — 32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNG MÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN-GARDINEN-DECKEN