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Das jüdische Echo · 1921-12-23 · 51 (23.12.1921) · p. Seite 661

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
51 (23.12.1921)
Date
1921-12-23
Page
Seite 661 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 51 Das Jüdische Echo 66 f Ludendorff im Cabarett. In einem Berliner Rauchtheater, der „Wilden Bühne“, weiche die politische Satire mit Glück pflegt, telephoniert allabendlich Wilhelm Bendow mit Klante und dabei sagt er: „Ja, in München war ich auch. — Ja. — Gewiß. — Mit Ludendorff habe ich auch gesprochen. — Sogar sehr lange. — Ja. — Er war sehr nett zu mir. Wissen Sie. was er zu mir gesagt hat? Er hat gesagt: ,Die Juden sind schuld, daß wir den Krieg verloren haben/ — Ja. — Da habe ich gesagt: ,Herr Ludendorff, ich wußte gar nicht, daß Sie Jude sind...!“ Die ständige Hetze. In der Sitzung der Parteivertreter der Deutschnationalen Volkspartei, die in den letzten Tagen in Berlin stattfand, hat man nach einem Bericht der offiziellen Parteikorrespondenz auch die sogenannte völkische Frage erörtert. Es wurde folgender Beschluß gefaßt: „Unter Abstandnahme von Änderungen der Satzungen und der Grundsätze der Partei ist der Vertretertag überzeugt, daß sowohl die Parteileitung wie die Fraktionen und Landesverbände in der praktischen Arbeit klar und mit aller Entschiedenheit auf dem Boden des deutsch-völkischen Bekenntnisses stehen und wie bisher so auch ferner die Partei von jedem jüdischen Einfluß freih halten werden.“ —■ Der antisemitische Charakter der Deutschnationalen Volkspartei ist damit also aufs neue festgelegt. — Daran werden alle Versuche des Herrn Dr. Naumann, sich an gemäßigte Deutschnationale, wie Herr v. Oppeln-Bronikowski anzuschmeißen, nichts ändern. Nürnberger Antisemiten verurteilt. In Nürnberg fand vor dem Schöffengericht Verhandlung einer Privatklagesache des Justizrates Dr. Erlanger und des Assessors Herz gegen den Redakteur der „Volksstimme“, Schulze, statt. Dieser hatte sich in einem Artikel mit der Überschrift „Das gepfändete Hakenkreuz“ in der in der „Volksstimme“ üblichen Tonart darüber aufgehalten, daß genannte Privatkläger den bekannten Antisemiten Stromsdörfer im Gerichtsgebäude haben pfänden lassen, weil dieser seinem Hauswirt die schuldige Miete und die Kosten für die Reinigung des Zimmers nicht bezahlt hatte. In dem Artikel wurden die Privatkläger in ihrer Eigenschaft als Juden gröblich beschimpft. Das Gericht, das in scharfen Worten das Verhalten des Redakteurs geißelte, verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 600 Mk. und zur Tragung der Kosten. Den Privatklägern wurde das Recht zugesprochen, das Urteil in der hiesigen Presse öffentlich bekannt zu machen. Frankreich Von der Jca. Unter dein Vorsitz von Herrn Er. Philippsohn tagte hier die jährliche Generalversammlung der „Jewish Colonisation Association“ (Jca), der ein Bericht vorgelegt wurde, dem wir folgende markante Stellen entnehmen: Die argentinischen Kolonien, in denen heute mehr als 27 000 Juden angesiedelt sind, wurden während des 30jährigen Zeitraumes ihres Bestehens zu jüdischen Zentren ausgestaltet, wo die Neuankommenden Asyl, Arbeit und Existenz finden konnten. Der Wohlstand, in dem die meisten leben, bekundet eine bemerkenswerte Entwicklung der geleisteten Arbeit. Sogar in den Landstrichen, wo die Kolonisten noch manches Mißgeschick empfinden, ist eine familiäre Tradition geschaffen worden, ohne die keine ländliche Gemeinschaft existieren kann. Überall bemerkt man die Gründung kommunaler Institutionen, die aus eigener Initiative der Kolonisten entstanden sind. Die Ernte fiel fast überall gut aus. Der Verkauf der landwirtschaftlichen Produkte und die Milchwirtschaft hat reichen Profit abgeworfen. Nur die Züchtung verursachte noch gewisse Enttäuschungen. Das Werk der religiösen Erziehung nahm einen bemerkenswerten Aufschwung nicht nur in den Kolonien, sondern auch in Buenos Aires und in den Städten des Inlandes. Dieser Aufschwung sichert überall den Kindern die religiöse und moralische Erziehung. In Brasilien sind Philippsohn und Quatro-Jrmaos die jüngsten großen Kolonien der „Jca“. Hier wie in Argentinien werden die jüdischen Siedlungen zu echten Anziehungszentren für die jüdischen Immigranten. Die Kolonien kultivieren Mais, Weizen, Manioc und Tabak. Die Ernten von 1920 waren nicht schlecht, was den Kolonisten ermöglichte, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Die Werke der „Jca“ in Amerika haben einen neuen Fortschritt erzielt. Die Baron Hirsch-Stiftung „Trade-School“ in New York, die in wenigen Monaten junge jüdische Schüler in Stand setzt, durch Ausübung eines Handwerks ihren Lebensunterhalt zu verdienen, zählt heute 7 Werkstätten für Typographen. Metallarbeiter, Maschinisten, Bleiarbeiter, Elektriker, Chauffeur-Mechaniker und Optiker. Die Wirksamkeit der „Jca“ in Kanada ist dank der engen Zusammenarbeit der Pariser Zentraldirektion und der in Montreal Ende 1906 gegründeten Gesellschaft bis zur Höhe der Vorkriegszeit wiederhergestellt. Dort bestehen gegenwärtig ungefähr 600 jüdische landwirtschaftliche Betriebe. Indien Juden-Exzesse. In einem Leitartikel der „Times“ über die letzten Unruhen in Indien ist hervorge 3*OK3K=>K3*o«o«a»a*a»o*a*a( r~ L. Kielleuthner kgl. bayer. Hoflieferant 43 Maximilianstrasse 43 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass

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