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Das jüdische Echo · 1921-12-23 · 51 (23.12.1921) · p. Seite 660

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
51 (23.12.1921)
Date
1921-12-23
Page
Seite 660 (sequence 8)
Language
German
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660 Das Jüdische Echo Nr, wörtlichen jüdischen Behörden — der Zionistischen Exekutive und dem Waad Leumi — die Massen zu beruhigen, die nach einem Jahre grenzenlosen Vertrauens zum High Commissioner, durch die Ereignisse des Mai, duirch den Bericht der Untersuchungskommission über diese Ereignisse, durch die blutigen Vorfälle vom 2. Dezember und durch das letzte Urteil, grenzenlos erregt und beunruhigt sind. („Wiener Morgenzeitung“.) Aus der jüdischen Welt Palästina Juden und Araber. „Weekly Guardian“ läßt sich aus Palästina schreiben: Hunderte von Juden haben sich im Lande niedergelassen und dort ungeheure Summen in landwirtschaftlichen und anderen Unternehmungen investiert. Seit 1918 haben in Palästina die Juden allein über 2 Millionen Pfund Sterling ausgegeben. Die jüdischen Kolonien — es gibt gegenwärtig 72 mit insgesamt 130 000 Dunam Land — sind zum größten Teil landwirtschaftliche Siedlungen. Sie punktieren die Landschaft von B e r s e b a im Süden bis Dan im Norden. Zuerst hatten die Kolonien einen harten Kampf zu bestehen, aber durch Ankauf von Maschinen und Beobachtung moderner Siledlungsmethoden sind sie schließlich zu guten Erfolgen gekommen, die man am ehesten ermessen kann, wenn man die Erträgnisse ihrer Ernten mit denen ihrer arabischen Nachbarn vergleicht. Bei den Arabern. bringen die Getreide (Weizen und Gerste) einen Überschuß von 1 Pfund Sterling pro Dunam; in den besseren jüdischen Kolonien bringen die Felder 2 und 3 Pfund Sterling pro Dunam Mehrertrag. In arabischen Orangengärten werden 350 Kisten Orangen pro Dunam als sehr gute Ernte betrachtet, während die Ernte jüdischer Orangenplantagen 40—60% höher ist. Die jüdischen Weinbauern erzielen den doppelten Ertrag gegen den der eingeborenen Weinpflanzer. Praktische Illustrationen des fortschrittlichen und wirtschaftlichen Geistes der jüdischen Kolonisten trifft man auf Schritt und Tritt. Anstelle der primitiven arabischen Kettenpumpe, die von einem Kamel oder Maultier mit verbundenen Augen gezogen wird, haben die Juden moderne Pumpen mit Benzin- oder Gasmotoren eingeführt, um ihre Orangen- und Zitronenplantagen zu bewässern. In der Ebene Scharon haben sie eine moderne landwirtschaftliche Versuchsstation, ähnlich den amerikanischen, errichtet. Diese Station hat Wunder im Verbessern von Weinen, Früchten und Getreide erzielt. Ägypten führt jährlich für 30 000 £ Tafeltrauben aus Syrien und Cypern ein. Der jüdischen Versuchsstation ist es gelungen, eine Art Tafeltraube zu ziehen, die drei Wochen früher reift als jene Sorten, die Ägypten einführt; in ähnlicher Weise ist die Olive verbessert worden. Eine neue Methode hat die Belaubung des Maulbeerbaums erheblich beschleunigt. Aber nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in der Entwicklung der Industrie sind die Juden weit voraus. Sie haben seit dem Kriege moderne Ölwerke und Pflanzungen zur Destillierung von Parfüms, besonders von Geranium und Thymian, angelegt. Seidenfabriken, Ziegeleien, Glasbläsereien und andere Industrieunternehmungen wurden begründet. Der palästinensische Bau markt wird jetzt von den Juden wirksam beherrscht, und die Herstellung von Zementst ist ganz in ihren Händen. Denselben Unternehmungsgeist finden wir, w< wir uns den Orts- und Heimindustrien zuwend In und um Jerusalem sind Werkstätten eröffr in denen Teppiche gewebt, Silberfiligranwaren h gestellt, Elfenbeinartiikel geschnitzt und P< mutterknöpfe produziert werden. Der Export i Stadt Jaffa beträgt fast 3 Millionen Pfund Sterl pro Jahr und umfaßt vorwiegend Erzeugnisse < jüdischen Kolonien. Tatsache ist, daß die Juden mehr als alle deren Rassen geleistet haben, um den Bo< dieses heiligen Landes zu entwickeln und gee nete Industrien zu gründen. Sie haben wahrha Millionen Pfunde im Lande angelegt und sind v ständig darauf vorbereitet, noch viele weit Millionen zu investieren. Sie sollten nicht nur glückliches, blühendes Palästina schaffen, sond auch ein neues Land, dessen wirtschaftlicher E fluß über die ganze Welt reicht. Wir müssen also zuigeben, daß Palästina seinem künftigen Gedeihen und Wohlstand gr tenteils von der Tätigkeit der Juden abhän ist. Die arabische Forderung, daß wir uns Deklaration über die Zukunft des jüdischen Vol in Palästina zurückziehen sollen, kann einer parteiischen Prüfung nicht standhalten.“ (Zil Das zionistische Erziehungswesen. Jerusah 5. Dez. Das Erziehungsdepartement der Zioi Palestine Exekutive teilt mit, daß in jüdischen Ziehungsinstituten gegenwärtig folgende Jahi Schulgelder erhoben werden: In Kinder gär 6 Pfund Sterling, in Elementarschulen 9 Pfi Sterling und in Sekundärschulen 11 Pfund Sterli Wo die Eltern außerstande sind, diese Beträge zahlen, wird der Unterricht auch umsonst erti — Einem offiziellen Communique zufolge betr die Summe, die für das Jahr 1921/22 zur Aufrec erhaltung der Regierungsschulen bewilligt wui etwa 72 400 ägyptische Pfund, während zur Uni Stützung von Privatschulen 6125 ägyptische Pfi bewilligt wurden. Gegenwärtig befinden s schätzungsweise 15 350 Kinder in Regierun schulen, von denen 13 500 Kinder mohamedanisc und 1630 Kinder christlicher Eltern sind; von ji sehen Kindern werden diese Schulen nicht besu< Deutschland Die ostpreußische jüdische Lehrerschaft z Keren Hajessod. Der Verein jüdischer Religio lehrer Ostpreußens hat in seiner Jahresversan lung am 16. November d. J. in Königsberg n einem eingehenden Referat des Herrn Kar Wollheim-Königsberg folgende Resolution z Keren Hajessod angenommen: „Der Verein jüdischer Religionslebrer C Preußens sieht in der Errichtung einer jüdisc Heimstätte in Palästina und in der Schaffung ei großen jüdischen Gemeinwesens im heiligen Lar in. dem die jüdische Religion und die jüdis Kultur zur vollen, ungehemmten Auswirkung langen können, Tatsachen und Aufgaben von ermeßlichem Werte für die gesamte Juden! und das Judentum aller Richtungen, die alle von starke belebende religiöse und geistige . regungen empfangen dürften. Der Verein eracl es darum als Pflicht jedes Juden, zum Aufbau jüdischen Palästina beizutragen und fordert ostpreußischen jüdischen Lehrer und Kuli beamten auf, bei den Sammlungen für die Zweck in ihrer Gemeinde tatkräftig mitzuhelb

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