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Das jüdische Echo · 1921-12-23 · 51 (23.12.1921) · p. Seite 658

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
51 (23.12.1921)
Date
1921-12-23
Page
Seite 658 (sequence 5)
Language
German
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658 Das Jüdische Echo Nr. heiten eines noch nicht sanierten Landes, sie sterben wie jener Tempeldor im Kampf für jüdisches Haus, jüdische Saat. Sie sind wie jene, die iin den Syrertagen in die Wüste und die kahlen Berge gingen, um die Scharen der Makkabäer zu stärken. Sie machen Fehler, gewiß. Wollt ihr sie darum tadeln? Sie sind der Arbeit manchmal nicht gewachsen. Wer wollte sie darum schmähen! Sie sind und bleiben doch die Besten unseres Volkes, Chaluzim, Pioniere. Könnt ihr Chanukah feiern und die echten Enkel der Makkabäer im Stich lassen? Man wird für Palästina Geld, viel Geld verlangen. Aber jene geben ihr Leben. Man wird Liebe und Interesse von euch verlangen. Aber jene geben Jugend und tausend euch selbstverständliche Freuden und Erleichterungen willig dahin. Wir feiiern Chanukah. Und spüren, daß ein ewiges Band die Großen unseres Volkes verbindet, die Großen, die gemeinsames Schicksal trugen, von Juda bis Theodor Herzl. Sie starben für jüdische Zukunft. Aber jüdische Menschen gehen ihren jüdischen Weg. Wir dürfen Chanukah feiern ohne zu erröten, wenn wir, bescheidene Diener am Werk, ihnen den Weg bereiten helfen. Die Schicksalsfrage ist gestellt. Möge uns das Gedenken an die Makkabäertage die Antwort leicht machen. Denn auch für uns gilt das Wort: Ihr müßt steigen und gewinnen Oder sinken und verlieren, Stürzen oder triumphieren, Hammer oder Ambos sein. G—. Ein Herzl-Brief Der „Israelit“ druckt das folgende Schreiben Theodor Herzls, das an den Gerer Rebben gerichtet war, aus der „Hazefirah“ ab. — Das orthodoxe Blatt freut sich, daß der Empfänger den Brief unbeantwortet ließ. — Das Schreiben ist m. E. ein deutlicher Beweis, daß der Schöpfer der zionistischen Organisation ehrlich bereit war, mit jedem zusammenzuarbeiten, dem es um die Besserung der jüdischen Lage ehrlich zu tun war. Die Schuld an der Zersplitterung im jüdischen Lager liegt auf der anderen Seite. „Ich setze voraus, daß der Rabbi von mein Namen Kenntnis hat, bezweifle aber, ob er m inneres Wesen kennt, darum sei mir gestattet betonen, daß ich von Liebe zu meinem Vo durchdrungen bin und daß dessen Wehen i Schmerzen meine Seele mehr bedrücken, als me eigenen Leiden. Und da es doch einmal Tatsa< ist, daß jeder unserer Volksgenossen, unbescha seines tiefen Glaubens an die göttliche Vorsehu es nicht unterläßt, selbst zur Besserung sei] Lage beizutragen und im Notfall sich zu dies Zwecke sogar mit solchen Helfern zu verbind die in Leben und Gesinnung andere Wege geh so bleibt es mir unverständlich, warum es i Freigesinnten verwehrt bleiben sollte, zur Bes rung und zur Hebung der Volkslage beizutrag umsomehr als die Lage des Einzelnen von i Besserung der Gesamtlage abhängt und in An tracht des Umstandes, daß der Kampf der Voll gegen uns nicht privater Natur ist, sondern Kampf gegen uns alle in unserer Eigenschaft Juden. Diese meine Auffassung, die meines Erachti nicht im Gegensatz zu den Ideen der Th< stehen kann, veranlaßte mich, die jüdische W in Bewegung zu setzen, Kongresse einzuberu in Basel und den Zionismus zu gründen, des: Ziele bekannt sind und die darauf hinausgeh mit Hilfe der Regierungen für unser Volk etv zu erreichen. Wohl stehen in unseren Reihen verschied< Arten von Juden, für diie wir nicht immer die V antwortung übernehmen können, es gibt de: welche, die den Chassidim nicht genehm si aber auch Rabbiner, die in Amt und Stelle wirk Orthodoxe und Chassidim. Unser Ziel ist einhi lieh! Wir wollen wie ein Mann zum Bes unseres Volkes arbeiten und Gott möge uns d: helfen! Allein zu unserem großen Bedauern ist die Z unserer Gegner sehr groß. Und auch unter ihj unterscheiden sich verschiedene Arten, solche, ihrem Volke vollkommen fremd gegenüberstel und am liebsten den Namen Israel ausgerol sehen möchten, aber auch solche, die treu : Thora halten, die aber glauben oder glaul machen, daß die Sorge um das Volk eine sehw Sünde und Auflehnung gegen Gott bedeute. I zu unserem Schmerze machen es die Gegner ( Feinden von außen darin nach, daß sie uns her würdigen in den Augen des \)olkes, dessen W wir aus ganzem Herzen zu fördern suchen. Mit diesen wollen wir nicht rechten, da 1 nicht, wissen, ob sie in Wahrheit das Wohl < Volkes vor Augen haben. Zuletzt aber wurde < Gerücht verbreitet, daß auch euer Ehrwürden, dessen Ausspruch Tausende bauen, uns angebl als Abgekehrte, als einen Bund von Abtrünnig bezeichnet hätten. Im Namen der Zehntausende von Israel, de Lage unter dem Haß der Umwelt immer haltlo wird, im Namen der Massen, die verhungern i daher ihre Hand nach allerhand Geschäften a strecken, um ihren Hunger zu stillen, im Nan der Zehntausende der Auswanderer, die aus R land, Rumänien, Galizien, nach Amerika, Afri und Australien geflüchtet sind, um dort unter < Völkern unterzugehen, im Namen der Tho gesetze, denen bei der schwierigen Lage Boden entzogen wird und im Interesse des Gott namens, der unter diesen Umständen entwt wird, flehe ich Eure Ehrwürden an, uns uns Verbrechen, die wir mit dem Zionismus begam /Ve uh ci us ersfr. 15, gegenüber der alten Jlkodemie Jferren/chneiderei ■ SrsfAt Stoffe.'

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