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Das jüdische Echo · 1921-12-16 · 50 (16.12.1921) · p. Seite 647

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
50 (16.12.1921)
Date
1921-12-16
Page
Seite 647 (sequence 12)
Language
German
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Nr. 50 Das Jüdische Echo 647 Formel im Mandat ausgedrückt sind, nämlich die Wiederherstellung des jüdisch-nationalen Heims. Es mag einer Anzahl von Arabern mißfallen, es mag auch einer Anzahl von antisemitischen Beamten mißfallen; darum aber werden wir unser Ideal nicht aufgeben. Die Denkweise der Leute, welche berufen sind, gemäß Artikel 2 des Mandats Palästina unter solche politische, administrative und ökonomische Bedingungen zu stellen, welche zur Wiederherstellung des jüdisch - nationalen Heims führen, — die Denkweise dieser Leute wird sich ändern müssen oder die Leute selbst werden wechseln müssen. Ich komme nun zu einem Vorwurf, welcher in demselben Bericht gegen die Exekutive der Zionistischen Organisation erhoben worden ist, daß sie nicht versucht, in Kontakt mit der arabischen Bevölkerung zu kommen, oder nicht versucht hat, die Araber zum Verständnis zu bringen, was mit einem jüdisch-nationalen Heim gemeint ist. Ich stelle in Abrede, daß diese Feststellung zutrifft. Seit dem ersten Tage, an dem unser Fuß palästinensischen Boden betreten hat, gingen unsere Bemühungen ständig dahin, mit den Arabern in Berührung zu kommen. Wir taten dies manchmal erfolgreich, manchmal nicht Wenn wir keinen Erfolg hatten, mag dies manchmal unser Fehler gewesen sein, meistens war es der Fehler derjenigen Leute, welche die Balfour- Deklaration lächerlich machten, welche sagten, daJß die britische Regierung nicht an ihre Durchführung denke, und dadurch eine unmögliche Situation zwischen uns und den Arabern schufen. Ich kann für dieses Vorhaben eines Teiles der verantwortlichen Männer in Palästina keinen anderen Ausdruck finden, als eine systematische Sabotage der Balfour-Deklar a t i o n , deren Folge die Zerstörung der guten Beziehungen zwischen uns und den Arabern war. 40 Jahre lebten wir in Freundschaft mit den Arabern, sowie wir es in Zukunft tun werden, wenn wir allein gelassen werden und nicht finstere Mächte sich zwischen uns stellen. Wir werden diese Mächte unschädlich zu machen haben. Das ist eine außerordentlich schwierige Aufgabe, aber ich glaube, wir werden sie erfüllen. Diese Mächte waren auch tätig während des Besuches der arabischen Delegation in London. Ich will nicht die Frage aufwerfen, ob diese Delegation die Anschauungen der palästinensischen Araber vertritt oder nicht, aber angenommen, sie vertritt sie, ihre antisemitischen Ratgeber haben sie verhindert, mit uns in Verbindung zu treten. Ich muß wiederholen und betonen, daß trotz der ungeheuren Schwierigkeiten die Zentralregierung bewiesen hat, daß sie die Balfour-Deklaration voll durchzuführen wünscht. Wir hatten in den letzten 2—3 Monaten mehrere Beweise, z. B. die Erteilung der Konzession für das Jordan-Projekt. Ich glaube, wir können erwarten, daß die Hindernisse und. Widerstände, welche unserer Politik und der Einwanderung sich entgegenstellten, beseitigt werden. In jedem konkreten Fall werden die Fragen wohlwollend besprochen und wir sehen das deutliche Bestreben, Mandat und Balfour-Deklaration in die Wirklichkeit umzusetzen. Hier in London ist alles in Ordnung, aber es besteht ein Abstand von mehreren hundert Meilen und von mehreren Jahrhunderten zwischen London und Jerusalem.“ Weizmann kam dann auf die Landkäufe zu sprechen und betonte, daß die Zionisten lieber überhaupt keine Politik machen möchten, sondern nur die wirtschaftliche Entwicklung des Landes fördern. Aber jede wirtschaftliche Frage wird in eine politische verwandelt, da man behauptet, z. B. bei Erteilung von Konzessionen, politische Rücksichten nehmen zu müssen. Jeder Beamte in Palästina ist sogar neben seiner amtlichen Funktion noch mehr Politiker als wünschenswert Hierauf sprach Weizmann von der Anstrengung der Judenschaft, die bis jetzt viel zu gering gewesen ist, und wendet sich in einem speziellen Appell an die britischen Juden, vor allem an die britischen Zionisten, ein beispielweises Vorgehen als Ehrensache zu betrachten. Im Verlaufe der Versammlung antwortete Weizmann noch auf eine Reihe von Anfragen. Dabei machte er die interessante Mitteilung, daß die Zionistische Organisation eine Denkschrift in Vorbereitung hat, welch viele der Vorwürfe, die in dem Bericht der Haycraft-Commission enthalten sind, zurück weist. Auf mehrere Anfragen bezüglich der wirtschaftlichen Situation, betonte Weizmann, daß die Zionistische Organisation stets die Privatinitiative unterstützt hat und auch in Zukunft Handel und Industrie in Palästina ermutigen wird. Sie könne aber nicht selbst Gesellschaften gründen und könne niemals den Versuch machen, selbst geschäftliche Profite zu machen. Kommerzielle Unternehmungen in Palästina können nur von Privatleuten durchgeführt werden* wobei die Organisation mit Informationen und durch Unterstützung der Verhandlungen mit der Regierung beistehen kann. Weizmann in Übereinstimmung mit dem Kolonialministerium. London. (J.C.B.) Wie wir erfahren, machte Dr.. Weizmann seine Erklärungen in der Memorial Hall in voller Übereinstimmung mit den Ergebnissen seiner Aussprache über diesen Gegenstand mit dem Kolonialminister. DAS HAUS KREIL-UCKO THEATINERSTR16 TELEFON 27831 — 32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNG MÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN —GARDINEN — DECKEN

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