Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 47 (25.11.1921)
- Date
- 1921-11-25
- Page
- Seite 604 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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604 Das Jüdische Echo Nr. 47 gen Dörfern im Dscholan und Hauran angesiedelt wurden. Auch findet sich ein T scher kessendorf in Unter-Galiläa und eine kleine Ansiedlung in den Ruinen der alten Hafenstadt Cäsaräa. Die Drusen, über deren Ursprung nicht viel bekannt ist und die etwa 140 000 Seelen zählen, wohnen zwar nicht im eigentlichen Palästina, sondern hauptsächlich im Libanon- und Hauran-Gebiet, jedoch befinden sich auch einige Dörfer im nördlichen Teil des Landes auf palästinensischen Boden, z. B. unweit der Kolonie Metula; Türken befanden sich nur in der Beamtenschaft und im Offizierkorps. Auch Turkmenenstämme, wie die Nusarier (sonst nur im nordsyrischen Gebiete wohnend) finden sich in wenigen kleineren Ansiedelungen im Ostjordanland. Doch sind alle diese genannten Volksstämme zahlenmäßig so unbedeutend, daß sie sowohl auf das wirtschaftliche als auch, auf das kulturelle Leben von keinem überragenden Einfluß sind. Von der Bevölkerung Palästinas gehört ungefähr dreilviertel dem Islam am 100 000 sind Juden und etwa 80 000 Angehörige der zahlreichen christlichen Kirchen. Während die Juden fast keine Sektenbiildung kennen, wenn man von den Samaritanern absieht, deren letzte Reste noch aus uralter Zeit in einer kleinen Zahl in der Nähe ihres Opferplatzes, des Garizim wohnen, und deren Zahl auf nur noch ungeähr 150 geschätzt wird, so sind die übrigen Kirchen in zahllose Sekten gespalten. Aus ältester Zeit stammen außer den Juden die Vertreter der verschiedenen orientalischen Kirchen, deren Ritus man gewöhnlich als griechisch-orthodox bezeichnet vor allem die Angehörigen der eigentlich griechisch-orthodoxen Kirche, die Jakobiten, die gregorianischen Armenier, die Abessynieir und Kopten. Dem römischkatholischen Ritus gehören die Angehörigen der vorher genannten Völker an, die aber aus den betreffenden Nationalkirchen ausgetreten sind und sich der römisch-katholischen Kirche angeschlossen haben. Diese Rilten, als mit Rom uniert, pflegt man als unierte Griechen, Armenier usw. zu bezeichnen. Außer diesen wohnen hauptsächlich im Gebiete des Libanon wie im angrenzenden Bezirk Palästinas die Angehörigen der maronitischen Kirche, die eine Art Nationalkirche mit syrischer Kultsprache darstellt. Die Vertreter dieser verschiedenen christlichen Riten wohnen, außer den letztgenannten, hauptsächlich in Jerusalem, wo sich auch kleine Gemeinden von fast allen Kirchen der Welt finden. Dem evangelischen Ritus gehören u. a. auch die Templer an, die aber als besondere Sekte von diesem sich getrennt haben. Der Islam zeigt dagegen ein viel einheitlicheres Gepräge, da bei ihm, ähnlich wile beim Judentum, die Sektenbildung bisher nur eine sehr geringe Rolle gespielt hat. Neben der überwiegenden Zahl der Anhänger der sunnitischen Lehre des Islam gibt es auch einige Vertreter der schulischen Sekten, der Perser, Metawile, der Behaisten, wie der Drusen und Nusarier, die in Nord-Palästina, vor allem aber in den sonstigen Gegenden von Mittel- und Nordsyrien in größerer Zahl wohnen. Die früher blühende und hochstehende arabische Schulbildung ist nach dem Eindringen der Türken vollkommen in Verfall geraten. Ihr heutiger Bildungszustand ilst infolgedessen ein außerordentlich tiefer. Noch vor etwa 70 Jahren gab es in Palästina für Mohamedaner und für Christen so gut wie keine modernen Schulen, wenn man von den arabischen Kutabs absieht, die als primitive Koranschulen fast die gleiche Unterrichtsmethode aufwiesen, wie die bekannte jüdische Chederschule, die rein formal durch Auswendiglernen die Kenntnisse des Korans der Jugend beibrachten. Ein Aufschwung des Schulwesens begann erst nach dem Eindringen der von Europa aus gegründeten Missionsschulen, die vor allen Dingen auch eine Tätigkeit auf dem flachen Lande entwickelten. Der große Wetteifer der verschiedenen christlichen Schulen auf diesem Gebiete führte allerdings zu einer ungeheuren Zersplitterung und gegenseitigen Konkurrenz. Es kam hinzu, daß hinter den betreffenden Missionen, die oft Vertreter bestimmter Nationalkirchen waren, der Einfluß des betreffenden Staates stand, der auf diese Weise durch eine sogenannte „Penetration pacifique“ kulturellen und damit wirtschaftlichen und politischen Einfluß zu erlangen versuchte. Die Schulen des rein römisch-katholischen Ritus unterstanden fast ausschließlich dem französischen Protektorat. Groß war auch der Einfluß der zahlreichen russischen Schulen, die von der russich-orthodoxen Kirche in Palästina und Syrien unterhalten wurden. In Beirut wurde von den Amerikanern sogar eine Hochschule errichtet. Ebenda begründeten auch die Jesuiten, die mei- "ßauThallmaier München ThjzalmevfirAö. Oimzeüaim mm