Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1921-11-11 · 45 (11.11.1921) · p. Seite 570

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
45 (11.11.1921)
Date
1921-11-11
Page
Seite 570 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9072829-9103024-9215939--04438-9196004
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

570 Das Jüdische Echo Nr. 45 antwortlich für das zionistische Geschehen. Das wurde vielleicht am deutlichsten durch das allgemeine Verständnis der Delegierten für die Erfordernisse der zionistischen Organisation. Die bedeutsame Rolle, die die Zionistensteuer bei den Verhandlungen spielte, war ein Beweis dafür, daß man auch schwere finanzielle Neubelastung nicht scheut, wenn es darauf ankommt, das Instrument der Bewegung arbeitsfähig zu erhalten. Es war viel Ernst und Geschlossenheit auf dem Gruppenverbandstag. Vor allen Dingen: Man nahm den Gruppenverband ernst. Man hat in den zwei Jahren wirklicher Arbeit erkannt, daß er keine tote Institution ist sondern ein sehr lebendiger Faktor des zionistischen Lebens, berufen und im Stande, die Beschlüsse der Kongresse und Deiegicrtentage in unserem Bezirk wirksam zu machen, das zionistische Leben in Bayern und Württemberg selbständig zu regeln. Man nahm den Gruppenverband ernst: Die Annahme der Statuten war keine Vereinsspielerei, sondern wurde von allen als Voraussetzung weiterer Tätigkeit empfunden. Die Bewilligung eines Gruppenverbandsbeitrages zeigte, daß man auch unter den heutigen schwierigen Verhältnissen bereit ist, das Seine zu tun und das Sekretariat arbeitsfähig zu erhalten. Die Stellungnahme zu den großen Fragen des Zionismus, zum Keren Hajessod, zum Aufbau Palästinas, zur Ghaluzbewegung war so, wie man sie von Zionisten erwarten durfte. Das einstimmige Vertrauensvotum, das man der Leitung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland aussprach, bewies das Einverständnis der Delegierten mit der derzeitigen Führung der Geschäfte und mit der Auffassung der leitenden Männer von Sinn und Art der zionistischen Bewegung. Wir werden in der nächsten Nummer des „Echo“ das Protokoll der Verhandlungen auszugsweise zum Abdruck bringen. Schon hier sei gesagt, daß neben den Referaten der Vormittagssitzung die Ausführungen des Herrn Rechtsanwalts Rosenblüt-h bei den Nachmittagsverhandlungen im Mittelpunkte der Tagung standen. Herr Rechtsanwalt Rosenbliith nahm in prinzipieller Weise zu den wesentlichen Fragen der zionistischen Arbeit Stellung. Besonders erwähnenswert und für unsere deutschen Verhältnisse wichtig waren die Mahnworte, die er an den Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens richtete. „Wir haben,“ so führte der Vorsitzende der Zionistischen Vereinigung für Deutschland aus, „auf die Resolution des Zentralvereins gegen den Keren Hajessod nicht mit Kampf geantwortet; wir glauben noch immer an die Möglichkeit einer Zusammenarbeit der deutschen Juden für Palästina und sehen darin die wesentliche Voraussetzung für jedes Zusammenarbeiten auf anderem Gebiet, für die viel gewünschte jüdische Einheitsfront. Eine Sabotage des Keren Hajessod durch Nichtzionisten können und werden wir nicht dulden. Wir würden sie als Kampfansage betrachten, und mit Kampf beantworten müssen.“ Die Entschlossenheit, die diese Worte zum Ausdruck brachten, zeigte sich im ganzen Verlauf der Diskussion. Man hatte viel zu kritisieren, aber es war fruchtbare Kritik. Man verlangte mehr und bessere Arbeit. Man war entschlossen zu leisten, Geld zu geben, sich einzusetzen. Es war ein „großer“ Gruppenverbandstag, bedeutsam für den Zionismus in Bayern und Württemberg. Keiner, der an ihm teilnahim, konnte sich der Stärke der zionistischen Stimmung, die auf ihm herrschte, entziehen. G —. Beschlüsse des Gruppenverhandstages Wahl der Vorstandschaft Zum Vorsitzenden des Gruppenverbandes für Bayern und Württemberg wurde Herr Dr. Meinhold Nußbaum-Nürnberg wiedergewählt, zu Mitgliedern des Geschäftsführenden Ausschusses die Herren Karl Glaser und: Dr. med. Hermann Geßner, beide in Nürnberg. Die Wahl erfolgte einstimmig. Vertrauensvotum für den Landesvorstand Der Gruppenverbandstag dankt dem Landesvorstand der Zionistischen Vereinigung für Deutschland für diie geleistete Arbeit und spricht ihm sein volles Vertrauen aus. Keren Hajessod 1. Der Gruppenverbandstag bittet den Landesvorstand, darauf hinzuwirken, daß unverzüglich die Grundlagen für die Ausführung der Kongreßbeschlüsse über den Keren Hajessod geschaffen werden. 2. Der Gruppenverbandstag ruft nochmals alle säumigen Zionisten zur Erfüllung der Maaßerpflicht auf. Daneben verlangt er von allen Zionisten, daß sie sich persönlich mit ganzer Kraft für die Keren Hajessod-Arbeit zur Verfügung stellen. 3. Der Kongreßbeschluß, nach welchem Zionisten, die ihre Maaßerpflicht nicht erfüllt haben, kein zionistisches Ehrenamt bekleiden dürfen, ist unverzüglich du r ch z u f ü hr en. 4. Zur Unterstützung der örtlichen Ausschüsse wird für den Gruppenverband ein aus drei bis fünf Mitgliedern bestehender Revisionsausschuß gebildet, der die Keren Hajessod-Zeichnungen der Verbandsmiitgliieder nachzuprüfen und sie nötigenfalls zur Erfüllung der Maaßerpflicht anzuhalten hat. Zionistensteuer Der in Nr. 43 abgedruckte Antrag des Gruppenverbandsvorstandes bezüglich der Zionistensteuer lautet nach seiner Annahme folgendermaßen: § 1 Die im Bereich des Zionistischen Gruppenverbandes für Bayern und Württemberg wohnhaften Zionisten sind verpflichtet, Zionistensteuer zu zahlen. § 2 Es werden für die Zionistensteuer Steuerstufen in jährlicher Höhe von Mk. 100.—, Mk. 150.—, Mk. 200.—, Mk. 250.—, Mk. 300.—, Mk. 500.— bis Mk. 1000.— und mehr festgesetzt. Jugendliche zahlen eine jährliche Mindeststeuer von Mk. 30.—. Mode ff. Herrenschneiderei Reiche Stoff-Auswahl Ermäßigte Preise I. Braun s Cie, Indien Nauhaumatr. 151, gegon- Oker dir altin Akadimli Sport

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.