Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVIII (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 340 (sequence 346)
- Language
- German
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340 C. Erziehung. 1. Die Schulen. Im Zeitabschnitt zwischen dem 17. und 18. Zionistenkongreß hat die Organisation des Erziehungswesens große Veränderungen erfahren und zwar durch den Beschluß, das Erziehungswesen der Knesseth Israel zu tibergeben. Seit dem Kriege standen die jüdischen Schulen unter der Leitung der Zionistischen Exekutive, bzw. der Jewish Agency, die ihre Stelle einnahm. Diese Exekutive stellte den größten Teil des Emehungsbudgets bei, ernannte das Erziehungsdepartement und leitete und organisierte die Schulen mit Hilfe dieses Departements und der von ihr errichteten Institutionen. Als Grundlage der Arbeit diente die Einteilung der Schulen in drei Eichtungen je nach den religiösen und sozialen Anschauungen, und zwar : 1. Allgemeine Schulen, 2. die Schülern des Misrachi, 3. Schulen der Arbeiterschaft. Die Leitung des Erziehungswerks durch die Zionistische Exekutive, bzw. die Jewish Agency, wurde nach den Lebensbedingungen im Lande als natürlich und den Idealen des "Zionismus entsprechend angesehen. Als im Jahre 5682 (1922) der Vorschlag der Konimission der Herrein Simon und De Lieme vorgelegt wurde, die Erziehung dem Jischuw zu übergeben, erschien er als fremd, unpraktisch und der Erziehung unfreundlich gesinnt. Mit der Zeit tauchten aber einzelne Äußerungen zu Gunsten dieser Idee auf. Sie fanden allgemeinen Widerstand innerhalb und außerhalb des Jischuw. Dieser Widerstand war zu verstehen. Es gab damals kein Organ, das den ganzen Jischuw vertreten konnte. Der Waad Leumi, der sofort nach dem Kriege geschaffen wurde, hatte noch nicht die Anerkennung seitens des Jischuw und seitens' der Regierung. Seine Kompetenz war sehr klein, und der Vorschlag der Herren Simon und De Lieme brachte eine große Gefahr für das Bestehen des jüdischen Erziehungswesens im Lande mit sich. Aber der Waad Leumi wurde immer stärker. Der . Jischuw konnte von Jahr zu Jahr die Schulen besser erhalten. Zugleich wuchs im Waad Leumi und in den ihm nahestehenden Kreisen der Wunsch, die Leitung der Schulen selbst zu übernehmen. Andererseits wuchsen die materiellen Schwierigkeiten der Zionistischen Exekutive. Die Notwendigkeit, die Mittel für kolonisatorische Arbeit aufzubringen, weckte in ausländischen Zionistenkreisen den Wunsch, der Verantwortung für die Kultur- und Erziehungsarbeit enthoben zu werden. Die Verkleinerung der Budgets erschwerte sehr die innere Arbeit sowohl des Zionismus wie auch der Erziehung, und die Übertragung des Erziehungswesens an eine andere Körperschaft wurde zu einer brennenden, auf Lösung drängenden Frage. ... Die Forderung nach Übergabe .des Erziehungswerkes stützte sich auf klare und einfache Argumente: Der Jischuw gibt seine Kinder und er selbst muß ihre Erziehung beaufsichtigen. Der Jischuw ist reif genug und er kann und muß die Aufgabe der Verwaltung des Erziehungswesens, die eine Aufgabe jedes organisierten und verantwortungsvollen Geineinwesens ist, übernehmen. Die Übergabe der Schulen an den Jischuw wird die Stadtverwaltungen und die Kolonien zwingen, die Schulen in größerem Maße zu erhalten, und wir daher von selbst das Verhältnis zwischen Schule und Eltern siärken.