Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVIII (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 290)
- Language
- German
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- Haifa 3× ep/1047930
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284 Aktion genügt aber nicht zur Stillung des Hungers nach städtischem Boden. Es werden jetzt die notwendigen Schritte getan, um Tel Aviv mit den jüdischen Böden im Süden zu verbinden und einen Teil der Einwohner, die unter der derzeitigen Wohnungsteuerung in Tel Aviv schwer leiden, dort anzusiedeln. An zweiter Stelle in der Entwicklung der Bautätigkeit steht Haifa. Nach der obenerwähnten Zählung der Bauarbeiter gab es Ende Februar 1933 in Haifa gegen 600 jüdische Bauarbeiter. Der Umfang der Bautätigkeit war am Tage der Zählung etwa 18.000 m2. Die Bautätigkeit in Haifa wird nicht wie in Tel Aviv von spekulativen Erscheinungen begleitet; der jüdische Jischuw ist nicht nur in Hadar Hakarmel konzentriert und seine wirtschaftlichen Interessen widersprechen einer Kon Zentrierung in diesem Viertel. Ein gewisser Teil der jüdischen Einwohner Haifas lebt von Geschäften in den gemischten Vierteln. Deshalb ist auch der Wohnungszins in Haifa nicht in solchem Maße gestiegen wie in Tel Aviv. Soweit jüdisches Kapital in Haifa investiert wird, findet es gute Investierungsmöglichkeiten in Bauten sowohl in Hadar Hakarmel wie auch in der Stadt, im neuen Merkas Mißchari (Handelszentrum), der mit der Hafenstraße verbunden ist, auf dem Berg Karrne! und in den neuen Industriewerken. Auch hier wurde erstklassige Arbeit zur Erleichterung der Wohnungsnot geleistet. Auf dem Boden der Haifa-Bay wurde der Grund zu einer volkstümlichen jüdischen Siedlung gelegt, indem ein Arbeiterviertel mit 200 kleinen Häusern errichtet wurde. Die Bauten wurden mit Hilfe von Anleihen der Palestine Economic Corporation in New York, an deren Spitze Julius Simon steht, errichtet. In den nächsten Tagen wird mit der Errichtung von 100 neuen Häusern in diesem Arbeiterviertel begonnen. Die Mittel für weitere Anleihen sind gesichert» Der für Arbeiterviertel vorgesehene Boden in der Haifa-Bay umfaßt 3000 Dunam (Keren Kayemeth-Boden). Eine gute Bodenreserve gibt es auch im Osten der Stadt Haifa zwischen der Haifa-Bay und der Stadt und auch auf dem Berg Karmel. Die Entwicklung des jüdischen Jischuw in der Stadt Haifa ist also vor übertriebenen Spekulationen gesichert. Die objektiven Aussichten für das Wachsen des jüdischen Jischuw in Haifa sind im Zusammenhang mit der Entwicklung des Hafens gut und es besteht die Tendenz der Vergrößerung der Bauarbeiterzahl. In Jerusalem ist in den letzten Monaten ein Rückgang der Baubewegung zu verzeichnen. Die Zählung, die Ende Februar dieses Jahres durchgeführt wurde, wies zwar einen Bauumfang von 23.700 m2 und einen Stand von 1000 jüdischen Arbeitern auf. Heute aber ist die Baubewegung merklich gesunken. Seit 1928 gab es in Jerusalem fast ohne Unterbrechung eine rege Bautätigkeit. Die Zahl der Einwohner wuchs hingegen nicht proportionell mit der Zahl der Bauten. In Jerusalem, gab es zwar eine starke Nachfrage nach modernen Wohnhäusern, die aber durch die dauernde Bautätigkeit befriedigt wurde. Zur Zeit gibt es eine gewisse Wohnungsreiserve. Die wirtschaftliche Entwicklung der Hafenstädte zog einen Teil der Handwerker und Kaufleute in Jerusalem an und machte so Wohnungen frei. Eine Anzahl öffentlicher und privater Gebäude soll gebaut werden, die Arbeit wird aber durch den Wassermangel aufgehalten. Der Rückgang der Bautätigkeit in