Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVIII (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 256 (sequence 262)
- Language
- German
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256 eingebrachter Gesetzantrag auf Verbot des Boden Verkaufs an Mchttransjordanier heftige Proteste hervor und mußte zurückgezogen werden. Dauernd fanden Besuche zwischen jüdischen und trans jordanischen Vertretern statt. Gelegentlich des Besuches von Dr. Weizmann in Palästina wurde mit seiner Beteiligung eine Zusammenkunft jüdischer und transjordanischer Führer auf den Wunsch der letzteren veranstaltet und Erklärungen der Freundschaft und der Bereitwilligkeit zur Zusammenarbeit ausgetauscht. Diese Annäherungsversuche mußten Gegenkräfte hervorrufen. Die antizionistischen Kreise in Palästina empfanden es naturgemäß unangenehm, daß eine starke Gruppe arabischer öffentlicher Meinung von den Juden die Rettung ihres Landes erwartete. Eine heftige Pressekampagne wurde eingeleitet und es wurden auch Versuche gemacht, eine Opposition in Transjordanien selbst zu organisieren. Inzwischen wurden unverbindliche Schritte gemacht, um die Möglichkeit von Maßnahmen von jüdischer Seite zu erkunden für die Zeit, wo sie durch die politischen und finanziellen Umstände gerechtfertigt sein würden. XVI. Mohammedanische Konferenz. Hier soll nur der folgende Auszug aus einem Brief der Exekutive (mit der Unterschrift Dr. Arlosoroffs) an die Regierung vom 24. Dezember 1931, eine Woche nach Beendigung der Konferenz, angeführt werden: Es war und ist das Programm der Exekutive; sich sorgsam jeder Einmischung in die inneren Angelegenheiten aller nichtjüdischen Gemeinschaften in Palästina zu enthalten. Demgemäß betrachteten wir eine zur Behandlung einer Tagesordnung von rein religiösem oder kulturellem Charakter einberufene islamische Konferenz als eine Angelegenheit der Mohammedaner allein. Eine ähnliche Haltung nahm auch der Nationalrat der Juden Palästinas, die repräsentative Körperschaft der Juden im Lande, ein. Auch die ernstzunehmende hebräische Presse suchte alles zu vermeiden, was den Nachbarn Grund zur Erregung oder Mißstimmung geben oder mit Recht oder Unrecht als Einmischung in ihre internen Angelegenheiten hätte gedeutet werden können. Zugleich war und ist eis die Pflicht der Jewish Agency, jüdische Interessen zu schützen, wo sie berührt werden, religiöser Verhetzung und Verleumdung entgegenzutreten, eine unverantwortliche Propaganda, die den Frieden des Landes gefährdet, zurückzuweisen und die im Mandat festgelegten Rechte und die Stellung des jüdischen nationalen Heims zu verteidigen. Demgemäß machte die Exekutive im Laufe der letzten Monate bei verschiedenen Gelegenheiten der Regierung Vorstellungen bezüglich der geplanten Konferenz, insofern diese den berechtigten Rahmen einer religiösen oder kulturellen islamischen Versammlung zu überschreiten schien. Wir lenkten die Aufmerksamkeit der Regierung auf eine Lügen- und Entstellungspropaganda, die in den mohammedanischen Ländern und unter den Delegierten der Konferenz die Verleumdung angeblicher jüdischer Absichten auf die mohammedanischen heiligen Stätten verbreitete. Wir verlangten eine autoritative Erklärung der Regierung, um diese hinterhältige Agitation zum Aufhören zu bringen. Wir unterbreiteten der Regierung Beweise dafür, daß in gewissen Teilen "der arabischen Presse religiöse Verhetzung rücksichtsloser und gefährlicher Art vor sich gehe, die in einem Teil der Bevölkerung Haß gegen den anderen erzeuge. Wir ersuchten um Maßnahmen, um diese Hetze abzustellen. Wir machten die Regierung darauf aufmerksam, wie unerwünscht, ja gefährlich es wäre zu gestatten, daß die Klagemauerfrage — die von einer Völkerbundskommission, deren Bericht von der britischen Regierung gutgeheißen wurde, autori-