Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVIII (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 222)
- Language
- German
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216 Bezüglich anderer Kategorien von bemittelten Einwanderern wurden wiederholt Verstellungen erhoben, weil die Kategorien A 2 und A 3 (Angehörigefreier Berufe und gelernte Handwerker mit einem Kapital von 250 Pfund) tatsächlich unwirksam seien aus dem einzigen Grund, weil die Einwanderungsbehörden den Standpunkt vertraten, für Leute dieser Kategorie gebe es keine Möglichkeiten über die in der Arbeiter schedule berücksichtigten hinaus. Daraus entstand ein sehr unerwünschter Druck von Einwanderern dieses Typus auf die Arbeiterschedules und die Regierung wurde dringend aufgefordert, den Buchstaben des Gesetzes in Wirklichkeit umzusetzen. Es wurden auch Vorstellungen erhoben, um eine Herabsetzung des Mindestvermögens für Kategorie A 3 auf 150 Pfund zu erzielen, gerechtfertigt durch das Sinken der Lebenskosten und durch das Beispiel zahlreicher Einwanderer, die sich eine anständige Existenz mit einem Kapital von 150 Pfund und weniger geschaffen hatten. Das Ergebnis dieser Vorstellung war, daß das Einwanderungs-Departement Weisung erhielt, Ansuchen auf Grund von Kategorie A 3 in günstige- Erwägung zu ziehen, ohne aber den Anspruch bezüglich der Kapitals grenze zu ermäßigen, während zugleich die Aussicht erörtert wurde, die Frage der Reduzierung nach einer Versuchszeit zu überprüfen. Insgesamt kamen im, Jahre 1931 565 bemittelte Einwanderer ins Land, 1932 schon 1574 und in den ersten •vier Monaten 1933 etwa 1000. Verwandte. Es ist zur ständigen Übung des Einwanderungs-Departements geworden, alle Gesuche palästinensischer Einwohner um Zulassung ihrer Verwandten in arbeitsfähigem Alter (18—35) an die Jewish Agency zu verweisen, auf Grund der Annahme, daß all diese Leute auf den Arbeitsmarkt kommen und daher als unabhängige Einwanderer auf Grund der Arbeiterochedules angefördert werden sollten. Die Exekutive stellte der Regierung vor, daß ein erheblicher Teil dieser Zuwanderer mit Hilfe ihrer Verwandten absorbiert wird, ohne auf jene Beschäftigungsmöglichkeiten angewiesen zu sein, die der Berechnung der Arbeiterschedulesi zugrundeliegen. Es wurde besonders unterstrichen, daß dies vor allem bei jungen weiblichen Verwandten der Fall sei. Die- Regierung hat nur insoferne von diesen Darlegungen Kenntnis genommen, als sie eine Spezialbewilligung von 100 Zertifikaten in Ergänzung der Arbeiter schedule vom April 1932 zur versuchsweisen Verteilung an weibliche Gesuchsteller dieser Kategorie erteilte. Die Exekutive soll nun der Regierung Angaben über die Erfahrungen mit diesen Einwanderern liefern, woraus vielleicht Schlüsse für die künftige Behandlung dieser Kategorie gezogen werden sollen. Das politische Departement bemühte sich auch, Einwanderungsbewilligungen für abhängige Verwandte (alte Eltern, jüngere Brüder und Schwestern, Bräute) auf Einladung von Mitgliedern der Arbeitersiedlungen zu erlangen. Die Einwandierungsbehörden behandelten solche Gesuche besonders streng, weil angeblich die wirtschaftliche Lage dieser Siedlungen ihnen die Aufnahme weiterer Leute nicht gestatte. Tatsächlich sandten diese Siedlungen erhebliche Geldbeträge ins Ausland, um Angehörige zu erhalten, die sie nicht nachkommen lassen durften. Auf Grund unserer Intervention wurden weit reichlichere Bewilligungen erteilt.