Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVIII (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 205)
- Language
- German
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199 Im März 1932 besuchte Professor Brodetsky Palästina und im September 1932 Genf. 4. Die French-Berichte. Weitaus die wichtigste Frage, die dieintensivste und ständige Aufmerksamkeit der Exekutive beanspruchte, war die Gruppe von Problemen, die als Entwicklungsplan bezeichnet wird, das Ergebnis der verschiedenen Untersuchungskommissionen, die sich an die Ereignisse von 1929 knüpften. Am 14. Juli 1933 wurden die Berichte von Mr. French veröffentlicht und die Regierung kündigte im Unterhause an, sie wolle eine Anleihe von zwei Millionen Pfund garantieren. Davon soll ein Achtel, 250.000 Pfund, für Ansiedlung „verdrängter" Araber auf dem Lande verwendet werden; in dieser Beziehung' ersetzt diese Anleihe den ursprünglichen, von Sir John Hope Simpson vorgeschlagenen Entwicklungsplan. Es scheint nicht vorgesehen zu sein, analog diesen 250.000 Pfund einen entsprechenden Vorteil für Juden zu bieten und dies widerspricht natürlich dem Geiste des ursprünglichen Plans und den klaren Ausdrücken im MacDonald-Brief, wonach die Entwicklung „Juden und Arabern gleichmäßig Nutzen bringen" solle. Im Mantelbrief des Präsidenten der Jewish Agency an den High Commissioner von Palästina vom 10. April 1933, der das Memorandum der Jewish Agency an die Ständige Mandatskommission des Völkerbundes begleitet, schrieb Dr. Nahum Sokolow: In Verbindung mit dem in dem Weißbuch vom Oktober 1930 und im Briefe des Premierministers an Dr. Weizmann vom 13. Februar 1931 erwähnten Entwicklungsplane wurden die von dem früheren Entwicklungsdirektor, Mr. Lewis French, der britischen Regierung unterbreiteten Berichte durch Eure Exzellenz am 13. Juni 1932 der Jewish Agency übermittelt. Die Agency unterzog sie einer sorgfältigen Prüfung und unterbreitete ihre Bemerkungen dazu sowohl über grundsätzliche Fragen als auch über Detailangelegenheiten am 10. März dieses Jahres. Seit der letzte Bericht der Jewish Agency der Ständigen Mandatskommission überreicht wurde, trat weitere Information zutage betreffs der Behauptungen, die jüdische Kolonisation in Palästina habe die Verdrängung einer großen Zahl arabischer Bauern von ihren Böden und dadurch die Bildung „einer großen, unzufriedenen und landlosen Klasse" verursacht, die „eine ernste Gefahr für das Land" sei (Bericht der Kommission über die Unruhen in Palästina vom August 1929, S. 124). Die Erklärung Eurer Exzellenz vor der letzten Sitzung der Ständigen Mandatskommission bewies zur Genüge, daß diese Behauptung keine tatsächlichen Grundlagen besitzt, und die Beendigung der ersten Überprüfung der von „verdrängten Arabern" geltend gemacbten Ansprüche im Oktober vorigen Jahres führte zu der Feststellung, daß die Gesamtzahl dieser Araber höchstens 600 und Wahrscheinlich noch niedriger ist. Damit isit wohl hoffentlich die Legende von einem in Palästina durch iüdische Bodenkäufe geschaffenen landlosen arabischen Proletariat endgültig beseitigt und die Frage landwirtschaftlicher Entwicklung in Palästina kann künftighin von dem Gesichtspunkt der Förderung jüdischer geschlossener Ansiedlung auf dem Lande zwecks Entwicklung des Jüdischen Nationalen Heimes und der Wohlfahrt des Landes in seiner Gesamtheit betrachtet werden. Die Jewish Agency wird glücklich sein, mit der britischen Regierung und mit Eurer Exzellenz bei der Aufstellung eines umfassenden und positiven landwirtschaftlichen Entwicklungsplans für Palästina zusammenarbeiten, und mit Vergnügen jede Gelegenheit ergreifen, die ihr zu dieser Zusammenarbeit geboten wird. Da die Exekutive im Frühsommer 1933 von Gerüchten über die Absicht der Regierung, eine neue Palästinaanleihe zu autorisieren, erfuhr, hielt sie