Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVII (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 233)
- Language
- German
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sind entsprechende Vorarbeiten geleistet. Es ist beabsichtigt, soweit das bei der anders gearteten Situation der städtischen Kolonisation möglich ist, auch hier durch Beratung und Hilfe der mit städtischer Kolonisation sich befassenden Institutionen unter Mitwirkung der Jewish Agency geeigneten Elementen des Mittelstandes Rat und Hilfe angedeihen zu lassen. 3. Der Arbeitsmarkt. Palästina ist in der Berichtsperiode von größeren Lohnkämpfen verschont geblieben. Das Land befindet sich in Verfolg der weltwirtschaftlichen Depression in einer absteigenden Konjunkturperiode. Um so bemerkenswerter ist es, daß, wie aus dem nachstehenden Bericht hervorgeht, der Überschuß der Einwanderung über die Auswanderung 6768 betrug. Die Erfassung aller Absorptionsmöglichkeiten der Wirtschaft, das Eindringen des jüdischen Arbeiters in eine ganze Reihe von Arbeitsgebieten, die noch vor zwei Jahren ganz oder teilweise für den jüdischen Arbeiter nicht in Betracht kamen, ist ohne Zweifel vor allen Dingen den opferwilligen Anstrengungen der organisierten Arbeiterschaft zu danken, durch die besonders das Eindringen in die Arbeiten der Regierung ermöglicht wurde. Es kann aber erfreulicherweise festgestellt werden, daß auch in allen anderen Schichten des Jischuw das Verständnis für die größtmögliche Ausnutzung aller Arbeitsmöglichkeiten für die jüdische Bevölkerung im Wachsen begriffen ist. In diesem Zusammenhang sollen auch die Versuche erwähnt werden, die in verschiedenen Kolonien mit paritätisch zusammengesetzten Arbeitsnachweisen von Kolonisten und Arbeitern erfolgreich gemacht worden sind. 4. Hachscharah. Eine der wesentlichsten Voraussetzungen der Arbeitereinwanderung ist ausreichende körperliche und geistige Hachscharah der neuen Einwanderer. Im Bericht selbst sind Einzelheiten über die Entwicklung der Hachscharah-Arbeit und der mit der Hachscharah beschäftigten Organisationen gegeben. Es ist aber notwendig, in diesen allgemeinen einleitenden Ausführungen wenigstens kurz einige der wichtigsten Probleme zu streifen, mit denen die Hachscharah-Bewegung zu kämpfen hat. Obwohl Palästina in der Berichtsperiode zirka 6000 Arbeiter-Einwanderer aufgenommen hat, ist es deutlich erkennbar, daß die Aufnahmefähigkeit des Landes nicht ausreicht, um alle die aufzunehmen, die für das Ideal Erez-Israel begeistert, sich der Chaluz-Bewegung in ihren verschiedenen Formen angeschlossen, sich jahrelang körperlicher und geistiger Vorbereitung zur Ermöglichung der Alijah unterzogen und sich dadurch in den Produktivierungsprozeß der jüdischen Jugend eingereiht haben. Wir müssen diesem Problem unsere ernsteste Aufmerksamkeit zuwenden, um zu verhindern, daß in Zeiten ungünstiger wirtschaftlicher Konjunktur durch die dann notwendige Einschränkung der Arbeiterimmigration ernste Störungen in der Jugendbewegung, in den Produktivierungsbestrebungen für Palästina eintreten. Wenn auch eine genügende Unterstützung der Hachscharah-Bewegung durch die Exekutive von äußerster Wichtigkeit ist, so wäre es doch ein Irrtum, zu glauben, daß die vor uns stehenden Probleme lediglich finanzieller Natur sind. Es 229